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Top-General, Kampfjet, RaffinerieMassive Angriffe treffen Putins Armee – Moskau droht Polen und Europa

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Ein Screenshot aus einem Video soll Brände auf dem Gelände einer Raffinerie in Samara zeigen.

Ein Screenshot aus einem Video soll Brände auf dem Gelände einer Raffinerie in Samara zeigen.

Die Ukraine setzt ihre Angriffe fort – und meldet die Tötung eines russischen Generals, der kürzlich von Putin ausgezeichnet worden war.

Die Ukraine hat erneut Ziele in Russland und den besetzten ostukrainischen Gebieten angegriffen. Zudem wurde ein russischer General getötet – zweieinhalb Wochen nach seiner Auszeichnung als „Held Russlands“. Der Tod von Generalmajor Anton Grinus, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, wurde von russischen Militärbloggern und von dem tschetschenischen General Apti Alaudinow auf Telegram bestätigt.

„General Grinus wurde am 12. September 2026 in seinem nächtlichen Versteck im vorübergehend besetzten Gebiet der Oblast Donezk eliminiert“, erklärte auch Robert Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte. Bei dem Angriff seien mehrere Drohnen zum Einsatz gekommen, hieß es weiter.

Russischer General bekam Lob von Wladimir Putin

Grinus hatte Anfang Juli dem russischen Machthaber Wladimir Putin die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka gemeldet. „Ein Mann mit lettischem Namen, geboren in Kasan, kämpft glänzend“, sagte Putin damals über den nun getöteten General. Nach Angaben der Ukrainer und westlicher Militärbeobachter ist die angeblich eroberte Stadt unterdessen nicht vollständig unter russischer Kontrolle – dennoch bekam Grinus die Auszeichnung als „Held Russlands“.

Die Ukraine meldet unterdessen einen weiteren Schlag gegen ein Ziel in den von Russland besetzten Gebieten. Nach Angaben des Generalstabs in Kyjiw wurde der Luftwaffenstützpunkt Saky auf der von Russland illegal besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Bei dem Schlag sei ein russischer Su-24-Kampfjet getroffen worden. Das „Ausmaß des Schadens“ müsse noch ermittelt werden. Auch ein Drohnenstartplatz auf der Krim sei angegriffen worden, hieß es weiter. 

Ukraine bestätigt Angriff auf Ölraffinerie in Russland

Die ukrainische Armee bestätigte zudem einen Angriff auf eine Ölraffinerie in der russischen Region Samara. Die Anlage wurde demnach bereits am Dienstag (15. September) angegriffen und habe dabei einen „Volltreffer“ abbekommen, der für einen Großbrand gesorgt habe, teilte der ukrainische Generalstab mit. Auch der Telegram-Kanal Exilenova+ berichtete von mehreren Bränden auf dem Raffinerie-Gelände.

Die Raffinerie verfügt über eine jährliche Rohölverarbeitungskapazität von rund 8,9 Millionen Tonnen und produziert Benzin, Diesel, Kerosin und andere Erdölprodukte. Russische Behörden meldeten derweil lediglich einen Angriff auf ein „Industriegelände“. Mehr als 40 ukrainische Drohnen wurden angeblich von der russischen Flugabwehr abgeschossen.

Wolodymyr Selenskyj äußert sich zu ukrainischen Angriffen

„Russland greift weiterhin unseren Energiesektor, unsere regulären Logistikabläufe und unsere kritische Infrastruktur an“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Blick auf den Angriff auf die Raffinerie in Russland. „Unsere Reaktionen darauf sind deutlich spürbar“, fügte Selenskyj an. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angesichts hoher Dieselpreise das Ende ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien gefordert. 

„Dass Russland kein Öl transportieren und verkaufen kann, ist ein großer Verlust für den russischen Haushalt – mehr als 100 Milliarden pro Jahr. In diesem Jahr werden es sogar noch mehr sein, nämlich 150 Milliarden“, erklärte Selenskyj zudem in einem Interview mit dem Sender CBS. „Wir greifen niemals als Erste an. Unsere Taktik besteht darin, zu reagieren, wo wir können, denn Putin respektiert Schwächlinge nicht und würde nicht einmal daran denken, mit ihnen zu verhandeln.“

Selenskyj: Russland muss „Liste auf den Tisch legen“

Er habe den amerikanischen Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner seine Position hinsichtlich der Angriffe auf Energieinfrastruktur mitgeteilt, betonte Selenskyj zudem. Die Ukraine sei grundsätzlich zu einem „Energiewaffenstillstand“ bereit, so der Präsident. „Aber Sie müssen wissen, was das für die Ukraine bedeutet. Für Putin bedeutet Energie, Öl und Gas zu verkaufen. Für uns bedeutet Energie, dass unsere Bevölkerung mit Strom und Gas versorgt wird.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Russland müsse zunächst „eine Liste ihrer Anlagen auf den Tisch legen – jene, die wir nicht angreifen sollen“, forderte der Ukrainer und stellte gleichzeitig klar: „Wenn die Russen zu einem Energiewaffenstillstand bereit sind, bedeutet das, dass keinerlei Angriffe mit irgendeiner Art von Waffe auf Energieinfrastrukturen stattfinden dürfen.“

Russland nimmt erneut Zivilisten ins Visier

Moskau setzte unterdessen ebenfalls seine Angriffe auf die Ukraine fort – erneut gerieten dabei Zivilisten ins Visier. Ein russischer Drohnenangriff hat nach ukrainischen Angaben im Süden des Landes mindestens fünf Menschen in einem Linienbus in den Tod gerissen. Außerdem seien sieben Passagiere bei dem Angriff in der Region Nikopol verletzt worden, teilten örtliche Behörden mit.

Auch die ukrainische Hauptstadt Kyjiw meldete erneut russische Angriffe. Es stünden Lagerhallen in Flammen und es gebe einen Verletzten, teilten die Behörden mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Gebiet Mykolajiw berichtete die ukrainische Eisenbahngesellschaft derweil vom Einschlag einer Drohne in den Personenzug Nr. 122 auf der Strecke Kyjiw–Mykolajiw. Die 170 Passagiere konnten sich demnach alle rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Verbalattacken und Drohungen aus dem Kreml

Aus dem Kreml kommen derweil neue Verbalattacken – hauptsächlich auf Europa. Moskaus Außenminister Sergej Lawrow knüpfte nun an ohnehin bereits schrille Töne aus der Vorwoche an – und droht Europa, dass eine militärische Auseinandersetzung „ein ganz anderer Krieg und sehr kurz“ sein werde. Russland werde Europa nicht angreifen, versicherte Lawrow und unterstellte den europäischen Staaten, sich auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

Moskaus Top-Diplomat sprach zudem erneut wahrheitswidrig von einem „nationalsozialistischen Regime“, das in der Ukraine an der Macht sei und von Europa unterstützt werde. Moskau werde die von „Präsident Putin formulierten Ziele“ erreichen, betonte Lawrow außerdem. Friedensgespräche seien derweil nur möglich, wenn die US-Sanktionen gegen Russland zuvor aufgehoben werden, unterstrich Lawrow und bekräftigte damit Moskaus Kriegskurs. 

„Polen würde in zwei oder drei Tagen aufhören zu existieren“

Zuvor hatte bereits Nikolai Patruschew, der frühere Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und einer der engeren Vertrauten von Kremlchef Putin, eine Drohung gegenüber Polen ausgesprochen. „Der polnische Staat würde in zwei oder drei Tagen aufhören zu existieren“, sagte Patruschew nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hat Moskaus Zorn auf sich gezogen. (Archibild)

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hat Moskaus Zorn auf sich gezogen. (Archibild)

Der Putin-Berater reagierte damit auf Aussagen von Polens Außenminister Radosław Sikorski, der zuvor auf die militärische Überlegenheit der NATO gegenüber Russland hingewiesen hatte. „Wenn Russland uns angreifen würde und wir die Handschuhe ausziehen würden, glaube ich, dass wir Russland ziemlich schnell besiegen würden“, hatte Sikorski erklärt.

Radosław Sikorski betont NATO-Überlegenheit

Der polnische Minister betonte zudem die Stärke des westlichen Bündnisses in der Luft und verwies darauf, dass allein die europäischen NATO-Staaten bereits über rund 2500 Militärflugzeuge verfügten. „Wir haben eine überwältigende Luftüberlegenheit gegenüber Russland“, sagte Sikorski bei der Konferenz „Yalta Europe Strategy“ in Kyjiw.

„Wenn die Ukrainer innerhalb von sechs Monaten die Hälfte der russischen Raffineriekapazitäten ausgeschaltet haben, könnten wir das in sechs Wochen tun und die zweite Hälfte lahmlegen“, betonte Sikorski – und zog damit den Zorn Moskaus auf sich. (mit dpa)