Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Trotz Streit mit TrumpUkraine greift Russland an – Druschba-Pipeline im Visier

Trotz des massiven Drucks von US-Präsident Donald Trump setzt die Ukraine offenbar ihre Angriffe auf Ziele in Russland fort.

Von
Die Ukraine hat bereits in der Vergangenheit die russische Druschba-Pipeline angegriffen, etwa im Dezember 2025. Nun soll erneut eine Kontrollstation der Pipeline angegriffen worden sein. (Archivbild)

Die Ukraine hat bereits in der Vergangenheit die russische Druschba-Pipeline angegriffen, etwa im Dezember 2025. Nun soll erneut eine Kontrollstation der Pipeline angegriffen worden sein. (Archivbild)

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölinfrastruktur in der Nacht auf Dienstag (20. Oktober) offenbar fortgesetzt. Russische Behörden meldeten einen Drohnenangriff auf die Region Tambow, nannten jedoch keine weiteren Details.

Nach übereinstimmenden russischen und ukrainischen Berichten soll bei dem Angriff eine Produktions- und Kontrollstation in Nikolskoje angegriffen worden sein, die laut Exilmedium „Meduza“ als „Schlüsselelement“ des russischen Ölpipeline-Systems Druschba gilt.

Angriff auf Druschba-Knotenpunkt gemeldet

Den Berichten zufolge soll ein Feuer auf dem Gelände der Kontrollstation ausgebrochen sein. In den sozialen Netzwerken kursieren entsprechende Aufnahmen, dort sind ein Brand und eine schwarze Rauchwolke zu sehen. Die Aufnahmen können nicht unabhängig überprüft werden. Auch eine Bestätigung der ukrainischen Streitkräfte für den Angriff lag zunächst nicht vor.

Der nun offenbar attackierte Pipeline-Knotenpunkt lagert, pumpt und transportiert Öl und Erdölprodukte. Ihre Durchsatzkapazität soll sich auf bis zu 300.000 Tonnen Öl pro Tag belaufen, berichtete „Meduza“ weiter.

Neuer Angriff während Streit mit Donald Trump

Die Druschba-Pipeline transportiert Öl von Russland nach Europa. Obwohl die meisten europäischen Länder nach Russlands Angriff auf die Ukraine den Import von Öl aus Russland stoppten, wird es weiterhin nach Ungarn und in die Slowakei geliefert.

Bereits seit Monaten nehmen die ukrainischen Streitkräfte gezielt russische Ölinfrastruktur und insbesondere Raffinerien ins Visier. Zuletzt hatte es weniger derartige Angriffe gegeben, da zwischen US-Präsident Donald Trump und Kyjiw ein Streit über die Attacken entbrannt ist.

Washington fordert, dass die Ukraine die Angriffe einstellt – und begründet das mit den weltweit hohen Spritpreisen. Die Ukraine fordert im Gegenzug Flugabwehrraketen von den USA – eine Einigung zwischen Trump, der sich zuletzt vermehrt prorussisch geäußert hat, und dem angegriffenen Land ist derzeit nicht in Sicht.

Ukraine meldet russischen Angriff auf Wohnhäuser

Russlands Angriffe auf die Ukraine laufen unterdessen unvermindert weiter. Nach ukrainischen Angaben sind bei Schlägen gegen Vororte der Hauptstadt Kyjiw am Dienstag drei Menschen getötet worden. Auch aus Saporischschja wurden neue Attacken gemeldet.

Ebenfalls drei Todesopfer habe es bei einem russischen Angriff auf die Stadt Kramatorsk gegeben, berichteten die Behörden. Zwei weitere Menschen seien bei der Attacke verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk in den sozialen Netzwerken mit. Drei Mehrfamilienhäuser wurden den Angaben zufolge durch Beschuss beschädigt.