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Raffinerie und Kampfjets in FlammenSelenskyj sieht „Verrat“ – Streit mit Trump eskaliert

Aus der Ukraine kommen scharfe Worte in Richtung US-Präsident Trump. Kurz darauf geht eine russische Raffinerie in Flammen auf.

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Ein Brand in einer russischen Raffinerie. Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Raffinerien in Russland wieder aufgenommen, das teilte Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag (15. Oktober) mit. (Archivbild)

Ein Brand in einer russischen Raffinerie. Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Raffinerien in Russland wieder aufgenommen, das teilte Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag (15. Oktober) mit. (Archivbild)

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufgenommen. Am Donnerstagmorgen (15. Oktober) hatte Staatschef Wolodymyr Selenskyj entsprechende Angriffe angekündigt – kurz darauf schlugen Drohnen in einer Raffinerie südlich von Moskau ein. In russischen Telegram-Kanälen kursierten Aufnahmen, die einen Brand auf dem Gelände der Raffinerie zeigen sollen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen nicht.

„Das Regime in Kyjiw hat einen großangelegten Angriff auf eine Ölraffinerie in Rjasan versucht“, hieß es vom Verteidigungsministerium in Moskau. Ein Feuer sei ausgebrochen, nachdem Drohnenteile auf die Anlage gestürzt seien. Rjasan liegt etwa 180 Kilometer südöstlich von Moskau. Örtliche Behörden sprachen derweil von einem „massiven Angriff“ gegen die Raffinerie, die zu den fünf größten in Russland zählt.

Ukraine greift wieder an: Raffinerie in Flammen, Kampfjets zerstört

Auch ein Militärflugplatz in der Region Woronesch wurde in der Nacht von den ukrainischen Streitkräften angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Marine kamen dabei Neptun-Raketen zum Einsatz. Sechs russische Su-34-Kampfjets seien zerstört worden, hieß es weiter.

Selenskyj bestätigte indes in einem am Donnerstag von der „Financial Times“ veröffentlichten Interview, dass die Angriffe gegen russische Raffinerien wieder aufgenommen werden. „Die Blockade ist aufgehoben, wir sind damit durch“, sagte Selenskyj. Die Ukraine zieht sich damit offiziell aus der von US-Präsident Donald Trump einseitig verkündeten „Energie-Waffenruhe“ zwischen der Ukraine und Russland zurück, von der Selenskyj nach eigenen Angaben nicht vorab informiert wurde.

Donald Trumps „Waffenruhe“ von Moskau ignoriert

Moskau hatte die von Trump verkündete „Waffenruhe“ ohnehin ignoriert – und die Angriffe auf Ziele in der Ukraine unvermindert fortgesetzt. Russische Behauptungen über Angriffe auf Raffinerien bereits am Mittwoch wies die Ukraine unterdessen zurück. Laut Selenskyj wurden seit drei Tagen keine Raffinerien in Russland attackiert.

Für die Wiederaufnahme der Angriffe bekommt die Ukraine derweil Zuspruch von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. „Der Großteil der russischen Kriegsfinanzierung stammt aus Öleinnahmen“, sagte die frühere estnische Regierungschefin beim EU-Gipfel in Brüssel. Natürlich wolle die Ukraine, dass der Krieg ende. Deshalb sei es der richtige Weg, Russland die Finanzierung des Krieges abzuschneiden.

Selenskyj wendet sich an Elon Musk – Milliardär verweist auf Trump

Selenskyj zeigte sich im Gespräch mit der „Financial Times“ unterdessen  verärgert über den „gefährlichen“ Mangel an US-Geheimdienstinformationen und die parallele Drosselung des Satelliteninternetdienstes Starlink, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviert habe. Es wird spekuliert, dass Trump Selenskyj durch die Einschränkung der US-Unterstützung unter Druck setzen will.

In einem anderen Interview mit dem Journalisten Piers Morgan hatte Selenskyj bereits am Mittwoch den US-Milliardär Elon Musk aufgefordert, die Funktionen von Starlink wiederherzustellen. Der SpaceX-Chef verwies jedoch auf der Plattform X auf die US-Regierung für das militärisch genutzte Satellitensystem Starshield seiner Firma.

Ukraine beklagt Einschränkungen bei Starlink

„Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert“, erklärte Musk auf X. „Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werden vom US-Militär und letztlich vom POTUS (Präsidenten der Vereinigten Staaten) entschieden“, hieß es weiter.

Beide Systeme wurden von Musks Unternehmen SpaceX entwickelt: Starshield dient der militärischen Kommunikation, Starlink laut Musk zivilen und defensiven Zwecken. Kurz nach Musks Beitrag meldete die Ukraine eine Verbesserung der Verbindungen über das SpaceX‑System. Der Technologieberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, hatte zuvor erklärt, Starlink sei in der Nacht zum Mittwoch stark eingeschränkt gewesen. Ukrainische Angriffe seien deshalb gescheitert.

„Schmerzhaft, wenn Trump sich für eine Seite entscheidet“

Wegen angeblich fehlender Warnungen vor russischen Luftangriffen warf ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter den USA unterdessen vor, Russland im Krieg gegen sein Land zu unterstützen. Es sei „offensichtlich“, dass Russland „aus irgendeinem Grund“ geholfen werde, erklärte der Beamte gegenüber der Nachrichtenagentur afp.

Selenskyj wählte ebenfalls deutliche Worte für den aktuellen Kurs von US-Präsident Trump. Selenskyj bejahte im Interview mit Morgan etwa die Frage, ob er sich durch Trumps Diesel-Abkommen mit Russland verraten fühle. „Es ist schmerzhaft, wenn Präsident Trump sich für eine Seite entscheidet, nicht für unsere“, sagte Selenskyj. „Es geht nicht um mich, sondern um das Überleben meines Landes.“

Elon Musk attackiert Wolodymyr Selenskyj: „Zeit zu gehen“

Die Lage zwischen Kyjiw und Washington hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Trump hatte nicht nur mit dem Diesel-Abkommen mit Moskau für Verärgerung in der Ukraine gesorgt, sondern forderte den ukrainischen Staatschef auch zum Rücktritt auf.

Am Donnerstag legte mit Musk dann ein Verbündeter des US-Präsidenten prompt noch einmal gegen Selenskyj nach. „Das Massaker geht weiter … Für Selenskyj ist es Zeit zu gehen“, schrieb der US-Milliardär bei X, offensichtlich mit Blick auf Russlands Krieg. Wie bereits in der Vergangenheit verzichtete Musk auf ähnliche Forderungen in Richtung von Kremlchef Wladimir Putin und dem Aggressorland Russland.