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Kölns PartnerstadtZahlreiche Tote bei russischem Angriff auf Bahnhof von Dnipro

Russland hat in der Millionenstadt Dnipro einen zivilen Zug angegriffen. Bürgermeister Borys Filatow sprach von einer Tragödie.

HANDOUT - 03.07.2024, Ukraine, Dnipro: Auf diesem von der Regionalverwaltung Dnipropetrowsk veröffentlichten Foto weht die ukrainische Flagge, während nach einem russischen Raketenangriff Rauch aufsteigt. (zu dpa: «Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen») Foto: Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rauch nach einem russischen Raketenangriff auf Dnipro (Archivbild vom Juli 2024). In der Millionenstadt wurde der Bahnhof attackiert.

Durch einen russischen Drohnenangriff auf einen Bahnhof in der ukrainischen Großstadt Dnipro sind nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. Es seien 13 Menschen ums Leben gekommen und mindestens fünf verletzt worden, schrieb Gebietsgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram.

Eine Drohne mit Düsenantrieb habe einen Bahnsteig getroffen, auf dem sich der Zug Dnipro-Saporischschja befunden habe, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Menschen hielten sich demnach trotz einer bekanntgegebenen erhöhten Gefahr am Bahnsteig auf.

Bürgermeister Borys Filatow sprach von einer Tragödie. Es habe sich um einen zivilen Zug gehandelt. Dnipro ist die Partnerstadt Kölns.

Oleschky-Waffenruhe: Evakuierung wird vorbereitet

Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson hält unterdessen weiter. In der Stadt liefen für die Schaffung eines sichereren Hilfskorridors die Arbeiten zur Beseitigung und Entschärfung von Minen erfolgreich, wie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa zeitgleich mitteilten. „Parallel dazu stellen wir bereits die humanitäre Hilfslieferung zusammen, die wir morgen nach Oleschky bringen wollen“, sagte Lubinez, der auch selbst dort sein wird. Demnach stimmen sich die Vertreter beider Kriegsparteien eng ab.

„Die Waffenruhe hält schon 54 Stunden. Beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtungen“, sagte Lantratowa. Es gebe keine Verstöße. Die Menschen aus Oleschky sollen an diesem Samstag über einen humanitären Hilfskorridor die Stadt verlassen können. Die in die Ukraine ausreisenden Bewohner sollen in die russische Schwarzmeer-Stadt Anapa gebracht und von dort nach Gomel in Belarus ausgeflogen werden, von wo aus sie weiter in die Ukraine reisen können.

Größte gemeinsame Aktion seit Kriegsbeginn

Wer in der seit Monaten abgeriegelten und völlig unterversorgten Stadt bleiben will, soll Lebensmittellieferungen und Medikamente erhalten. Lubinez und Lantratowa dankten erneut US-First-Lady Melania Trump, die die Waffenruhe vermittelt hatte. Auch Papst Leo XIV. hatte sich bei Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die humanitäre Feuerpause eingesetzt.

In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1.500 bis 2.000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Vor dem Krieg waren es 24.000 Bewohner.

Es handelt sich um die größte gemeinsame Aktion von Ukrainern und Russen seit Kriegsbeginn im Februar 2022. Die Kriegsparteien hatten immer wieder Gefangenenaustausche umgesetzt und auch die Leichen von gefallenen Soldaten übergeführt. Eine solche große gemeinsame Hilfsaktion für die Zivilbevölkerung mit einer mehrtägigen Waffenruhe hat es so bisher nicht gegeben. Die Waffenruhe ist bis Sonntagabend angesetzt. (dpa)