Ganz Deutschland blickt auf die Wahl in Sachsen-Anhalt. Setzt sich die AfD erstmals durch? Alle Entwicklungen hier im Liveblog.
Wahl in Sachsen-AnhaltWahllokale geöffnet – AfD büßt bei Umfrage ein

Geben sich siegessicher: Ulrich Siegmund zusammen mit den AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla auf einer Wahlveranstaltung.
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In Sachsen-Anhalt leben nur gut drei Prozent der Wahlberechtigten ganz Deutschlands. Trotzdem war das bundesweite und internationale Interesse an einer Landtagswahl selten so groß wie an der in dem ostdeutschen Bundesland am Sonntag (6. September).
Es geht darum, ob mit der AfD erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine als rechtsextrem eingestufte Partei auf Landesebene an die Macht kommt. Die Wahl hat aber auch das Potenzial, die stärkste Regierungspartei CDU vor eine Zerreißprobe zu stellen und Kanzler Friedrich Merz (CDU) sowie die Spitze des Koalitionspartners SPD ins Wanken zu bringen. Alle Entwicklungen hier im Newsblog.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Alle Entwicklungen im Newsblog
Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Hier im Newsblog alle Entwicklungen live verfolgen:
8.15 Uhr: AfD verliert in Sonntagsfrage
Die AfD wäre bei einer aktuellen Bundestagswahl zwar weiterhin die stärkste Kraft, büßte jedoch an Zustimmung ein. Laut einer Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ käme sie auf 28 Prozent, was einem Rückgang von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche entspricht. Dahinter folgen unverändert die CDU mit 20 Prozent, die Grünen und die SPD mit jeweils 13 Prozent.
Die SPD konnte dabei einen Prozentpunkt zulegen. Die Linke bleibt stabil bei zehn Prozent. Das BSW und die FDP würden mit jeweils vier Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern und den Einzug in den Bundestag verpassen.
8 Uhr: Wahllokale geöffnet
In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die Wählerinnen und Wähler entscheiden über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Magdeburg. Auf dem Stimmzettel können zwei Kreuze gesetzt werden: mit der Erststimme wird der Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei. Das Parlament wird später wiederum den Ministerpräsidenten wählen.
7.30 Uhr: Wirtschaftsweisen warnen vor AfD-Wahlerfolg
Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. „Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde“, sagte Schnitzer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Sonntag).
Die Münchner Ökonomie-Professorin wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. „Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus“, warnte Schnitzer.
Sachsen-Anhalt seit 2002 fest in den Händen der CDU
Politisch ist das Bundesland seit 2002 fest in Händen der CDU, die mit wechselnden Bündnispartnern regierte – zunächst mit Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, ab 2011 dann unter dessen Nachfolger Reiner Haseloff und seit Jahresbeginn unter Sven Schulze.
Zeitweise stark schnitt dort auch die PDS und spätere Linkspartei ab, die bei Landtagswahlen zwischen 2002 und 2011 jeweils mehr als 20 Prozent bekam. Von 1998 und 2002 saß die rechtsextremistische DVU im Landtag in Magdeburg. Die AfD kam gleich bei ihrer ersten Teilnahme an einer Landtagswahl im Jahr 2016 aus dem Stand auf 24,3 Prozent.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wahlforscher erwarten keine Überraschung wie 2021
Bei der Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt erwarten große Wahlforschungsinstitute keine Überraschung wie vor fünf Jahren, als die AfD schwächer als in den Umfragen abschloss und die CDU deutlich stärker als erwartet.
„Wir rechnen nicht mit einem so großen Mobilisierungseffekt in den letzten Tagen wie 2021. Damals konnte (Ministerpräsident Reiner) Haseloffs CDU die AfD-Gegner hinter sich versammeln. Dieses Mal teilen sich die AfD-Gegner breiter auf verschiedene Parteien auf“, sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen von Infratest-dimap und Insa.
In der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF war die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf 41 Prozent, ein Punkt mehr als vor einer Woche gekommen. Die Christdemokraten hoffen auf eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Sven Schulze und lagen unverändert bei 23 Prozent. (red/dpa)
