Abo

Großeltern-Blogs geben RatschlägeWenn das Oma- und Opa-Sein schwierig wird

4 min

Huckepack auf Opas Rücken.

Großeltern sind Schätze. Großvater hat Zeit, die „Raupe Nimmersatt“ auch noch ein fünftes Mal vorzulesen, und Großmutter backt die besten Zuckerguss-Plätzchen. Von dem Austausch profitieren beide Generationen. Wer liebevolle Großeltern hat, die sich gerne kümmern, darf sich glücklich schätzen: Sie haben die Lizenz zum Verwöhnen und müssen nicht erziehen. Aber genau das fällt vielen nicht leicht. Jede Enkel-Beziehung ist anders. Zwei, die auch im Netz über Großeltern-Themen schreiben, haben uns Einblicke in ihren Alltag gewährt.

Aus der Nähe: "Mehr Glück kann man nicht haben"

Detlef Untermann (62) bloggt über sein Leben als Opa unter www.opas-blog.de

Wie alt sind Ihre Enkel und wie oft sehen Sie sich?Meine Enkel sind drei und fünf Jahre alt und wir sehen uns mehrmals in der Woche. Der eine wohnt etwa 500 Meter weg von uns, der andere knapp zwei Kilometer. Das führt zu einer großen Vertrautheit. Mehr Glück kann man doch gar nicht haben.

Was unternehmen Sie am liebsten gemeinsam?Alles, was Spaß macht. Das ist ja das Schöne am Großeltern-Sein, dass man nicht in das tägliche Pflichtprogramm eingebunden ist, sondern sich auf die angenehmen Seiten des Lebens konzentrieren kann. Zu unseren Highlights zählen Ausflüge und gemeinsames Kochen und Essen.

Was ist Ihr derzeitiges gemeinsames Lieblingsspiel?Mit dem Großen „Mensch ärgere dich nicht“. Mit dem Kleinen steht Malen ganz oben auf der Liste, wobei da aber eher Oma zuständig ist. Die ist bei uns nämlich die Malerin.

Was ist das Schönste an der Großeltern-Enkel-Beziehung?Das man nicht erziehen muss. Ich glaube, dass die Konsequenz, die in der Erziehung erforderlich ist, eine der Hauptursachen für den Generationenkonflikt ist. Deshalb verstehen sich Großeltern und Enkel in der Regel besser als Eltern und Kinder.

Was haben Sie von Ihren Enkeln gelernt?Das Leben im Hier und Jetzt. Es ist für mich immer wieder spannend zu beobachten, wie sich Kinder auf eine Sache konzentrieren können und alles andere um sie herum vergessen können. Ist das nicht herrlich?

Welchen Tipp geben Sie anderen Großeltern?Wie gesagt, man sollte nicht erziehen. Dafür sind die Eltern da. Wenn man das einmal verinnerlicht hat, macht alles andere nur noch Spaß.

Aus der Ferne: "Wir schreiben Karten und SMS"

Ingrid Mielenz (69) bloggt über Enkel- und Großelternthemen unter "Enkelblog" www.magazin66.de

Wie alt sind Ihre Enkel und wie oft sehen Sie sich?Ich habe zwei Kinder und vier Enkelkinder im Alter von 21, 18, 11 und 4 Jahren, drei Mädchen und der Kleinste ist ein Junge. Da wir Großeltern in Nürnberg und die Kinder und Enkelkinder in Berlin leben, sehen wir uns so oft es geht, aber nicht so häufig wie Großeltern und Enkel, die nah beieinander wohnen. Dieses Problem haben viele Großeltern; sie müssen besonders erfindungsreich sein, um ein gutes Verhältnis zwischen sich und den Enkeln zu entwickeln. Wir telefonieren oft mit den Größeren, es werden Postkarten geschrieben oder auch SMS.

Was unternehmen Sie am liebsten gemeinsam?Mit den zwei Größeren sind wir in den Ferien verreist, das war immer eine sehr intensive Zeit, wenn wir unsere Enkeltöchter für uns hatten. Mit den Kleineren wird spazieren oder auf den Spielplatz gegangen, vorgelesen oder Spiele gespielt, der Kleinste hat gerade „Zicke Zacke Hühnerkacke“ entdeckt. Das ist eindeutig sein derzeitiges Lieblingsspiel.

Was ist das Schönste an der Großeltern-Enkel-Beziehung? Ich empfinde ein großes Glücksgefühl, der übernächsten Generation nahe zu sein und mitzuerleben, wie die Enkelkinder heranwachsen, lernen und sich orientieren, selbstbewusst werden, ihre eigene Meinung finden und versuchen, diese durchzusetzen.

Welche Tipps geben Sie anderen Omas und Opas?Großeltern sollten ihren Enkelkindern ihre Zuneigung zeigen, ohne sich aufzudrängen. Sie sollten sich nicht in die Erziehung der Eltern einmischen und deren Erziehungswünsche respektieren. Andererseits sollten sie sich auch nicht allzu sehr in die Pflicht nehmen lassen und nicht ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Sonst wird es so wie bei einigen unserer Freunde, mit denen wir uns nicht mal einfach so verabreden können, weil die Betreuung der Enkelkinder absoluten Vorrang hat.