Schlafmangel wirkt nach: Schon kleine Defizite belasten die Psyche. Wie guter Schlaf unser seelisches Gleichgewicht stärkt und wie wir ihn fördern.
Gut schlafenWarum Schlaf eine „tägliche Therapieeinheit für das Gehirn“ ist

Schlaf ist sehr wichtig für unsere Gesundheit und das psychische Wohlbefinden.
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Unsere seelische Gesundheit ist eng mit der Qualität unseres Schlafs verknüpft. „Schlaf ist wie eine tägliche Therapieeinheit für das Gehirn“, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.
Bleibt die nächtliche Erholung aus, gerät das innere Gleichgewicht schnell ins Wanken. Emotionale Belastungen ließen sich dann immer schlechter ausgleichen, erklärt die ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. Vor allem langfristig kann Schlafmangel Folgen haben: Wer über längere Zeit zu wenig oder unruhig schläft, reagiert sensibler auf Stress und entwickelt häufiger depressive oder ängstliche Symptome. Auch Lern- und Leistungsfähigkeit leiden, wenn guter Schlaf dauerhaft fehlt.
Wie man besser schläft
Gesunder Schlaf lasse sich zwar nicht erzwingen, aber fördern. Was dabei Petra Beschoner zufolge helfen kann:
- dem Gehirn vor dem Zubettgehen ausreichend Zeit zum Herunterfahren geben
- die Nacht als geschützte Phase der Regeneration begreifen
- Regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten
- ein abgedunkeltes Schlafzimmer
- bewusster Verzicht auf Bildschirme und helles Licht in den letzten Stunden vor dem Schlaf
- Sorgen oder Aufgaben vor dem Zubettgehen schriftlich festhalten, wenn man zum Grübeln neigt
- bei langfristigen Problemen professionelle Unterstützung in Anspruch zunehmen
Unter Umständen können auch Schlafmittel Abhilfe schaffen, sollten aber nur vorübergehend und unter ärztlicher Begleitung eingesetzt werden.
Wann hat man eine Schlafstörung?
Wichtig: Einzelne schlechte Nächte, in denen man wachliegt, weil etwa das Gedankenkarussell nicht stillsteht, müssen noch nicht bedeuten, dass eine Schlafstörung vorliegt.
Von einer Schlafstörung im medizinischen Sinne spricht man erst, wenn Ein- oder Durchschlafprobleme mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen auftreten und die Tagesbefindlichkeit spürbar beeinträchtigen, erklärt die Fachärztin.
Ein beginnendes Schlafdefizit kann sich im Alltag etwa so zeigen:
- man kommt morgens trotz ausreichend Schlafzeit kaum aus dem Bett
- mittags kämpft man mit Konzentrationslöchern
- abends verspürt man schon Angst vor der nächsten unruhigen Nacht
- man grübelt beim Einschlafen oder wacht nachts mit rasendem Puls auf


