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Einlösung von E-RezeptenKölner Praxen und Patienten ärgern sich über Probleme

Manche Patienten mussten zuletzt ohne Medikament die Apotheke wieder verlassen. Der Grund: eine Störung im Gesundheitsdatennetz.

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ARCHIV - 01.09.2022, Nordrhein-Westfalen, Münster: Eine Person schiebt eine Versichertenkarte einer Krankenkasse in ein Lesegerät.  (zu dpa: «Pflegebranche beklagt hohen Aufwand nur fürs Karten-Einlesen») Foto: David Inderlied/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ist das Gesundheitsdatennetz gestört, können keine E-Rezepte übertragen werden.

Wer in den vergangenen Tagen beim Arzt oder in der Apotheke war, hat vielleicht auf eine elektronische Krankschreibung oder ein E-Rezept verzichten müssen. Das lag daran, dass es laut Gematik aktuell bundesweit zu einer „Einschränkung bei der Verbindung zum sicheren Gesundheitsdatennetz“ kommt. „Hintergrund der Störung ist nach aktueller Kenntnis eine fehlerhafte Konfiguration der Konnektoren“, schreibt die Gematik auf ihrer Internetseite. Betroffen sind nur die Praxen, die bestimmte Anbieter nutzen. Zur Behebung der Störung stünden mittlerweile Updates bereit, meldet die Gematik auf Anfrage. Ein stabiler und sicherer Betrieb habe oberste Priorität, man arbeite deshalb kontinuierlich daran „Komplexität zu reduzieren und die Stabilität zu erhöhen“.

Die Gematik ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin in Deutschland. Sie verantwortet das geschützte, digitale Netz des deutschen Gesundheitswesens, über das zum Beispiel das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verwaltet und übertragen werden.

Ausfälle führen zu Mehrarbeit

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein sagt auf Anfrage dieser Redaktion, dass es bei der Infrastruktur immer wieder „zu kleineren und größeren Ausfällen“ komme, die sowohl für Praxen, Apotheken also auch Patientinnen und Patienten „stets ärgerlich“ seien. Gerade beim E-Rezept müsse man sich darauf verlassen können, dass eine Übertragung zuverlässig und reibungslos funktioniere, man ein verschriebenes Medikament dann in der Apotheke also auch bekomme. Für Praxen und Apotheken bedeuteten Ausfälle „meist unnötige Mehrarbeit“, aber auch Patienten würden dadurch genötigt zunächst ohne Medikament nach Hause zu gehen und am Folgetag erneut eine Apotheke aufzusuchen, „in der Hoffnung, dass die Störung bis dahin behoben ist“, so ein Sprecher.

Auch die Kölner Gynäkologin Silke Vogelheim ist einen Ausfall des Telematikinfrastrukturserver in ihrer Praxis schon gewohnt. Passiere das nur ein bis zweimal am Tag, sei das „noch ganz gut“. „Wenn wieder mal keine Karten einlesbar sind“, müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedesmal zunächst auf Fehlersuche gehen. Währenddessen könnten weder E-Rezepte noch E-Krankschreibungen ausgestellt werden. Es komme zu längeren Wartezeiten. „Mich persönlich stresst das total“, sagt Vogelheim.

Die Kölner Hausärztin Mirjam Antz hat sicherheitshalber alle relevanten Dokumente und Dokumentationsvorlagen wieder in Papierform vorliegen, weil es „immer wieder Probleme“ mit dem digitalen System gäbe. „Für uns bedeutet das auf jeden Fall immer Mehrarbeit, weil die analoge Dokumentation im Anschluss ja in die digitale Akte übertragen werden muss.“ Und bei den Patienten, die sich darauf verlassen, dass ihre Rezepte an die Apotheken weitergeleitet werden, schwächten solche Ausfälle „das Vertrauen in die Funktionalität der Strukturen und der Praxen selber“.