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Tipps für HobbygärtnerSo bleiben Balkon und Terrasse auch im Herbst schön

Welche Pflanzen, Farben und Strukturen in der kalten Zeit für einen attraktiven Außenbereich sorgen und was sich kombinieren lässt.

Herbstdekoration im Garten

Herbstliche Deko: Zierkürbisse sind ein schöner Blickfang auf Balkon und Terrasse.

Von der Pracht der Sommerblumen sind Samenstände und vertrocknete Stängel geblieben – Farbtupfer darin sind willkommen gegen das berühmte Novembergrau. Doch welche Pflanzen eignen sich, für einen fröhlichen Balkon und eine einladende Terrasse im Herbst?

Chrysanthemen, Stiefmütterchen und Herbstastern blühen noch lange, sagt Gartenbauingenieurin und Buchautorin Heike Boomgaarden. Neben den Astern bieten auch Bartblumen und Duftsteinrich sowie einige Kräuter Insekten im Herbst Nahrung.

Eine Frau pflanzt Schneeheide auf einem Balkon in einen Kasten

Herbstbepflanzung: Schneeheide bringt Farbe in den Balkonkasten und kann dort mit anderen Herbstblumen kombiniert werden.

Das gilt auch für die Schneeheide (Erica carnea), auch Winterheide genannt, ergänzt Fachbuchautorin Melanie Öhlenbach: „Meistens wird allerdings Knospenheide in den Geschäften angeboten. Sie blüht nicht, sondern hat nur geschlossene Knospen. Insekten haben also nichts davon.“

Frühblüher in „Lasagnetechnik“

Zurück zu bunten Blumen im Herbst. „Wer zwischen die Stiefmütterchen Frühblüher-Zwiebeln steckt, kann sich auf eine lange Blütezeit freuen“, sagt Heike Boomgaarden. Auf die „Lasagnetechnik“ setzt Melanie Öhlenbach bei Frühblühern: Zwiebeln von Tulpen und Hyazinthen kommen ganz unten in den Kübel, Blausternchen-Zwiebeln in die Mitte und unter die obere Erdschicht Krokusse und Schneeglöckchen.

Neben den Blüten überzeugen einige Pflanzen im Herbst mit farbenfrohen Blättern: Purpurglöckchen etwa brillieren von dunkelrot über orange bis hellgrün. Auch Mangold gibt es mit gelben, orangen und roten Blattstielen und -adern. Einige Grünkohlsorten haben rotviolette Blätter, die nicht nur schön aussehen, sondern auch noch gut schmecken, so Melanie Öhlenbach.

Dauerbepflanzung mit Gehölzen

Auf ihrem Balkon überwintern auch Salbei, Thymian, Bohnenkraut und Rosmarin. Dass Dauerbepflanzungen mit langsam wachsenden Gehölzen immer beliebter werden, stellt Heike Boomgaarden fest. Zwergkiefern, Zwergwacholder, Eiben, Zwergfichten, Ilex, Spindelstrauch, Cotoneaster oder Lavendel bilden das Grundgerüst. Ergänzt werden sie je nach Jahreszeit durch blühende Saisonpflanzen.

Chrysanthemen in sattem Orange

Farbe im Herbst: Chrysanthemen blühen noch lange in den Herbst hinein und bringen kräftige Farbtöne auf Balkon und Terrasse.

Damit diese mehrjährigen Pflanzen gut gedeihen, sollten sie in große Kübel gesetzt werden, die den Wurzeln ausreichend Platz bieten. Außerdem müssen der Gartenbauingenieurin zufolge Wasserabzugslöcher vorhanden sein, damit keine Staunässe entsteht. Eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies verbessert den Wasserabfluss zusätzlich.

Im Winter sollte generell weniger gegossen werden als im Sommer. Trotzdem ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Erde nicht völlig austrocknet. „Viele Pflanzen erfrieren nicht, sondern vertrocknen“, so Heike Boomgaarden. Deshalb sollten Kübelpflanzen an frostfreien Tagen kontrolliert und bei Bedarf gewässert werden.

Gräser bringen Bewegung und Schutz für Insekten

Neben Blühpflanzen und Gehölzen bringen Gräser Bewegung und Leichtigkeit in jede Pflanzung, sagt Heike Boomgaarden. Lampenputzergras, Seggen oder Federgräser wirkten auch dann noch attraktiv, wenn viele Blütenpflanzen längst verblüht sind. Lässt man ihre Halme über den Winter stehen, bieten sie zudem zahlreichen Insekten Überwinterungsmöglichkeiten. Mit Raureif oder Schnee bedeckt werden sie auch noch zu kleinen Blickfängen.

Clematis-Samenstände oder Mohnkapseln sind für Melanie Öhlenbach ebenfalls Hingucker. Auch einjährige Sonnenblumen, Färberdistel, Wucherblumen, Tagetes und Kornblumen bleiben bei ihr als Vogelfutterpflanzen stehen. Ebenso die Reste von Stauden wie Minze, Zitronenmelisse, Skabiose, Hornklee und Taubenkropf-Leimkraut: „Im Winter bieten die Blätter zum Beispiel Käfern und Asseln einen Unterschlupf. Im Frühling holen sich Vögel die vertrockneten Stängel für den Nestbau.“

Ein Blumentopf auf einer Terrasse mit Blumenzwiebeln

Frühstart im Kübel: Wer Blumenzwiebeln im Herbst in Töpfe setzt, kann sich nach dem Winter über die ersten Farbtupfer freuen.

So kann man auch auf dem Balkon die Jahreszeiten durchleben. „Es gehört dazu, dass Pflanzen vergehen. Sie werden dann einfach anders schön. Und es ist toll zu entdecken, dass in den augenscheinlich toten Strukturen Leben steckt“, so Öhlenbach.

Herbstliche Natur-Deko für Balkon und Terrasse

Zusätzlich können Balkon und Terrasse mit Herbstlaub, wie roten Ahornblättern, Zierkürbissen, Kastanien, Zieräpfeln oder Zweigen mit Hagebutten dekoriert werden, sagt Melanie Öhlenbach. Als Liebhaberin natürlicher Materialien greift sie zum Festbinden auf Jutebänder, Wilden Wein oder Efeu zurück. Auf Plastikbänder und Glitzerspray verzichtet sie bewusst - zum Schutz der Vögel und des Bodens vor möglichen Kunststoffrückständen.

Aber wo bekomme ich solche Sachen her, wenn ich Wert auf Bioqualität lege? „Konkret Nachfragen, wenn es keine zertifizierte Ware ist. Außerdem veröffentlicht Robin Wood jedes Jahr vor der Adventszeit eine Liste mit Verkaufsstellen von Bio-Tannengrün und Weihnachtsbäumen im Internet“, so Melanie Öhlenbach. „In der Nachbarschaft, bei Kleingärtnern oder Slow-Flower-Betrieben kann man auch nachfragen.“

„Bei so vielen Möglichkeiten ist eine Herbst- und Winterbepflanzung weit mehr als ein Ersatz für verblühte Sommerblumen“, merkt Heike Boomgaarden an. Denn sie sorgt für Farbe in der dunklen Jahreszeit, schafft Lebensräume für Insekten und verwandelt Balkon und Terrasse in einen attraktiven Außenraum, wenn die Gartensaison für viele eigentlich schon beendet scheint. (dpa/red)