Düsseldorf – Yvonne Gebauer hält sich einiges darauf zugute, eine nach eigenen Worten sachbezogene Bildungspolitik zu betreiben. Gleichwohl schlich sich bei der Rede der FDP-Ministerin im nordrhein-westfälischen Landtag ein Hauch von ungewohntem Pathos ein, als sie der Hoffnung Ausdruck gab, die letzten fünf Wochen Präsenzunterricht vor den Sommerferien würden dieses Schuljahr mit ein wenig „Versöhnung“ beschließen. Davon gab es zuletzt wenig im hektischen Hin und Her zwischen Öffnung und Schließung, Distanz-, Präsenz- und Wechselunterricht.
Erhebliche Belastungen
Was dabei auf der Strecke blieb, war nicht bloß die reine Wissensvermittlung – das Familienleben, Freundschaften, überhaupt sozialer Zusammenhalt, das alles sah sich in den vergangenen Monaten der Pandemie erheblichen Belastungen ausgesetzt, und nicht wenige Kinder und Jugendliche sind darüber vereinsamt und und ein Fall für psychiatrische Fürsorge geworden. Vor diesem Hintergrund ist in der Tat jeder Tag, der fern der Gemeinschaft verbracht wird, ein Tag, der immer tiefer in einen gefährlichen seelischen Lockdown führt. Nun gibt es eine Perspektive, endlich.
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Doch man darf sich keinen Illusionen hingeben. Die Folgen der Pandemie für viele Kinder und Jugendliche werden sich nicht in fünf Wochen beheben lassen. Hier ist es nicht mit einer „Extrazeit“ getan, wie sie die Landesregierung ankündigt – hier muss eine extragroße Koalition gesellschaftlicher Kräfte aus dem sozialen, pädagogischen, politischen und wirtschaftlichen Bereich her, um dauerhaftem Schaden entgegenzuwirken.



