Düsseldorf – Auf dem Landesparteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen am übernächsten Wochenende will der bisherige Landeschef Rüdiger Lucassen nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. In einem am Montag verschickten Schreiben an die Mitglieder des Landesverbandes, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schreibt er: „Nach reiflicher Überlegung habe ich die Entscheidung getroffen, nicht erneut als Ihr Landessprecher zu kandidieren.” Stattdessen wolle er den Weg für die nachfolgende Generation ebnen.
„Mit meinen frei werdenden Ressourcen werde ich mich verstärkt meiner politischen Arbeit in Berlin widmen”, fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu. Ob der Verteidigungspolitiker damit seine Aufgaben im Bundestag meint oder womöglich Ambitionen mit Blick auf die in diesem Jahr ebenfalls anstehende Neuwahl des Bundesvorstandes, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Lucassen schrieb lediglich, er fühle sich darin bestätigt, „dass das Konzept der Einzelspitze aufgegangen ist”. Diesen Weg sollte die AfD sowohl im Bund als auch in der Bundestagsfraktion verfolgen. Die AfD sei aus den Kinderschuhen heraus und sollte Zuständigkeiten deshalb „nicht ängstlich verteilen”.
Die Bundestagsfraktion leiten aktuell Tino Chrupalla und Alice Weidel. An der Spitze der Bundespartei stehen Chrupalla und Jörg Meuthen. Meuthen, der sich in den vergangenen Jahren als Gegenspieler der Rechtsaußen-Strömung in der Partei positioniert hatte, will nicht mehr antreten. Die Neuwahl der Parteispitze war ursprünglich für den vergangenen Dezember vorgesehen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurde jedoch entschieden, den geplanten Parteitag in Wiesbaden auf 2022 zu verschieben.
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