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Aus der Zeit der MerowingerBrandkatastrophe legt historischen Fund im Hohen Venn frei

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Rauch über der verbrannten Landschaft am Ort des Brandes im Naturschutzgebiet Hohes Venn.

Rauch über der verbrannten Landschaft am Ort des Brandes im Naturschutzgebiet Hohes Venn.

Jahrhundertelang lag die historische Straße unter der Vegetation verborgen. Erst die Brandkatastrophe legte alte Pflastersteine frei.

Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn hat innerhalb weniger Tage rund 3000 Hektar Vegetation vernichtet. Während Expertinnen und Experten immer noch das Ausmaß der Brandfolgen begutachten, wurde eine überraschende Entdeckung im Brandgebiet gemacht. Unter der verbrannten Vegetation sind die Überreste einer jahrhundertealten Straße aufgetaucht.

Den Fund haben Mitarbeitende des Öffentlichen Dienstes der Wallonie gemacht, berichtet der belgische Rundfunk RTBF. Die Einsatzkräfte unterstützten die Feuerwehr von Beginn der Brandkatastrophe an und kämpfen weiter gegen vereinzelte Brandherde.

Hohes Venn: Unbekannte Pflastersteine im Brandgebiet aufgetaucht

In einem seit Jahrhunderten von Pfeifengras bewachsenen Areal im Hohen Venn brannte der Boden etwa 30 Zentimeter tief aus. Dadurch sei die alte Straße, die jahrhundertelang von der Vegetation verdeckt gewesen sei, wieder zum Vorschein gekommen. Den Mitarbeitenden sei aufgefallen, dass Pflastersteine an die Oberfläche gelangt waren, teilten die Einsatzkräfte mit.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich um die Überreste einer Straße aus dem 8. Jahrhundert handeln und wäre damit deutlich älter als viele der heute bekannten Verkehrswege in der Region. Sie soll merowingischen Ursprungs sein und Lüttich mit Aachen verbunden haben.

Merowinger könnten alte Straße im Hohen Venn erbaut haben

Die Merowinger herrschten zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert über große Teile des heutigen Frankreichs, Belgiens und Deutschlands. Die Universität Lüttich vermutet, es könne sich um die sogenannte Via Mansuerisca handeln, eine alte Route durch das Hohe Venn.

Ganz eindeutig ist die historische Einordnung allerdings noch nicht gelungen. Der Verlauf der Via Mansuerisca konnte von Drossart im Norden bis Botrange im Süden auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern zweifelsfrei nachgewiesen werden. Ob die freigelegten Überreste möglicherweise dieser historischen Verbindung zuzuordnen sind, muss noch genauer untersucht werden. Aufgrund der weiterhin geltenden Sicherheitsmaßnahmen dürfen sich die Forschenden jedoch vorerst nicht länger in dem Gebiet aufhalten.

Der Erhalt einer solch alten Straße ist aufgrund der besonderen Vegetation im Hohen Venn durchaus möglich. Der Torfboden bietet nach Angaben der Universität Lüttich günstige Bedingungen. „Dieses ständig feuchte Moorgebiet begünstigt die Erhaltung organischer Materialien“, schreiben die Forschenden der Universität Lüttich.