Bis zu 1200 Quadratmeter Wald sind am Mittwochabend bei Bad Münstereifel in Flammen aufgegangen. Der Waldbrandindex ist gestiegen.
Polizei ermittelt wegen BrandstiftungFeuerwehr löscht Waldbrand bei Bad Münstereifel

Zwischen 300 und 1200 Quadratmeter Wald sind am Mittwoch bei Bad Münstereifel in Brand geraten. Es war der erste größere Waldbrand in diesem Jahr.
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Ein Waldbrand in der Nähe des Roderter Kirchwegs, unterhalb der Jugendherberge Bad Münstereifel, hat am Abend die Feuerwehr beschäftigt. Gegen 18.20 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Leitstelle ein, nachdem Zeugen eine deutliche Rauchsäule im Waldgebiet bemerkt hatten. Die Polizei Euskirchen hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte ließ die starke Rauchentwicklung zunächst ein größeres Feuer befürchten. Tatsächlich standen zu diesem Zeitpunkt bereits etwa zehn mal zehn Meter Waldfläche in Flammen, mehrere Kiefern brannten. Im weiteren Verlauf breitete sich das Feuer nach Angaben der Euskirchener Polizei auf rund 300 Quadratmetern aus. Einsatzleiter Olaf Zimmermann sprach sogar davon, dass eine Fläche von etwa 1200 Quadratmetern gebrannt habe.
Feuerwehr Bad Münstereifel agiert mit Riegelstellung auf Waldbrand
Die Feuerwehr reagierte umgehend und baute zunächst eine sogenannte Riegelstellung auf, um eine weitere Ausbreitung der Flammen über einen Wirtschaftsweg auf ein angrenzendes Waldstück zu verhindern. Eine direkte, offensive Brandbekämpfung war anfangs nicht möglich. Durch das schnelle und koordinierte Vorgehen gelang es den Einsatzkräften jedoch, das Feuer zügig unter Kontrolle zu bringen und einen größeren Waldbrand zu verhindern.
Gegen 19.45 Uhr begannen die Kräfte damit, den Waldboden gezielt umzugraben, um versteckte Glutnester aufzuspüren und ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Der Einsatz konnte schließlich gegen 21.30 Uhr beendet werden. Beteiligt waren unter anderem Einheiten aus Bad Münstereifel, Eicherscheid und Hohn sowie mehrere Tanklöschfahrzeuge – auch aus Euskirchen. Die Feuerwehrleute aus Kall und Sistig, die ebenfalls alarmiert worden waren, konnten während der Anfahrt abbrechen.
Waldbrandgefahr ist durch Trockenheit stark gestiegen
Der Deutsche Wetterdienst warnt, dass die Waldbrandgefahr aktuell auf die zweithöchste Stufe steigen könnte. Hintergrund ist die außergewöhnlich trockene Witterung. Laut Monatsbilanz des Wetterdienstes fiel im April mit durchschnittlich rund 25 Litern Regen deutlich weniger Niederschlag als üblich. Gleichzeitig sorgten etwa 245 Sonnenstunden für eine zusätzliche Austrocknung der Vegetation.
Die Feuerwehr warnt daher vor der momentan hohen Brandgefahr in den Wäldern. Schon kleine Funken, weggeworfene Zigarettenkippen oder heiße Fahrzeugteile könnten ausreichen, um trockene Gräser und Waldflächen in Brand zu setzen.
„Kleine Unachtsamkeiten können ausreichen, um einen Waldbrand auszulösen“, so Zimmermann. Die Ausbreitung könne dabei extrem schnell erfolgen – vergleichbar mit einem trockenen Weihnachtsbaum, der in Windeseile in Flammen stehen kann.
