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Musik mit KonzeptBad Münstereifeler Trompeter hat 2026  schon vier Alben veröffentlicht

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Hans Peter Salentin bläst in eine Trompete, im Hintergrund ist die Bad Münstereifeler Innenstadt zu sehen.

In Bad Münstereifel zu Hause: Hans Peter Salentin.

Als Professor ist er im Ruhestand, als Musiker aktiver als je zuvor: Der Bad Münstereifeler Trompeter Hans Peter Salentin hat 2026 bereits vier Alben veröffentlicht. 

Der kreative Output ist enorm: In den ersten vier Monaten dieses Jahres hat der Bad Münstereifeler Musiker Hans Peter Salentin bereits vier Alben veröffentlicht – und eine fünfte Aufnahme steht in den Startlöchern, weitere Werke sind vorproduziert. Für den Kreativitätsschub hat Salentin eine einfach Erklärung: Er hat mehr Zeit.

Der 64-Jährige hat seine Professorentätigkeit an der Hochschule für Musik in Würzburg im vergangenen Sommer an den Nagel gehängt und ist in den „Unruhestand“ gegangen. „Dass ich Verantwortung für Studierende habe, hat damit aufgehört“, sagt er. Doch dann stellte er sich die Frage: „Was mach’ ich jetzt?“ Die Antwort: „Solange ich spielen kann und Ideen habe, mache ich Musik.“

Mit dem Computer kann man jedes instrument simulieren

Wichtig ist dem Bad Münstereifeler Trompeter und Flügelhornist, dass sich die Musik unterscheidet, hinter jedem Projekt steht eine Idee oder ein Konzept, etwa Musik für Combos der Uni wie auf seinem 2025er-Werk „Nice and Easy“. Der hohe kreative Output hat aber auch mit der modernen Produktionsweise zu tun. Ein Computer mit entsprechender Software reicht aus. Anders als früher muss ein Produzent auch nicht mehr im selben Raum sitzen.

Salentin nimmt seine Musik zu Hause auf und schickt die Dateien an seine langjährigen Wegbegleiter Taato Gomez in Mödling bei Wien oder Hans Jörg Scheffler. „Zu meinen Produzenten habe ich ein blindes Verständnis“, so Salentin. Und noch mehr hat sich verändert: Mit der Software kann er jedes Instrument simulieren. Es ist also möglich, Aufnahmen ohne andere Musiker zu tätigen. „Auf einem Stück ist der Bass eigentlich meine Trompete“, erklärt Salentin.

Kontrolle über Veröffentlichungen geht verloren

Und die Software ermöglicht ihm noch mehr: Fehler sind einfach zu korrigieren. Mussten früher ganze Passagen wiederholt werden, kann man heute am Computer jeden Ton ausbessern. „Ich lasse Fehler nicht mehr stehen“, sagt er. Die neue Vertriebsstruktur hat gute und schlechte Seiten. Salentin sieht eine „Demokratisierung der Musik“, wie er es nennt. „Heute kann jeder machen, was er will, ohne großen Aufwand.“

Selbst Aufnahmen von Hobbymusikern erreichten so ein professionelles Level. Doch das hat auch Nachteile: Der Markt wird unüberschaubarer, die Kontrolle über Veröffentlichungen geht verloren. Und dann ist da noch die Bezahlung. Viel Geld von den Streamingdiensten landet nicht bei den Künstlern. „Man muss sich das Musikmachen leisten können“, sagt Salentin.

Soundtrack für Filme, die es nicht gibt

Er kam zu dem Schluss, einfach mehr Musik zu veröffentlichen. Und dann ist da ja noch die von KI hergestellte Musik. 40 Prozent der neu hochgeladenen Stücke beim Streamingdienst Deezer wurden nicht von Menschen komponiert. „Ich habe selbst ein Angebot ausprobiert: In drei Minuten hatte ich einen perfekten Song, für den ich zwei Monate und andere Musiker gebraucht hätte. Ich war so sauer!“ Aber zurück zu Salentins Alben.

Zunächst erschien „Music for My Movies“, eine musikalische Reise durch imaginäre Filmwelten. Die zwölf Kompositionen sind als Soundtrack zu Filmen gedacht, die es nicht gibt. Jazz, Elektro-Elemente und Filmscore vermischen sich. Produziert hat Taato Gomez, der auch als Sänger zu hören ist. „L’Amour“ fängt den Geist von Paris ein – mit Jazz, Lounge, Groove und Ethno-Einflüssen. Beschrieben wird das Album als ebenso tanzbar wie introspektiv. Produzent war Hans Jörg Scheffler.

Die Trompete gegen das Flügelhorn getauscht hat Salentin für „Arrivals“. Mit der Platte zelebriert der Künstler seine Liebe zum Jazz in allen Variationen. Auch hier war Scheffler Produzent. Zuletzt erschien „The Summer Knows“. Salentin widmet sich Jazz-Standards von Größen wie Michel Legrand, Duke Ellington, John Coltrane und Bill Evans und packte sie in ein neues Gewand. Er wolle diese Musik einem größeren Publikum zugänglich machen, so seine Erklärung. Als Produzent fungierte Taato Gomez.