Im Iversheimer Dorfsaal präsentiert der Theaterverein „Vorhang auf“ aus Arloff/Kirspenich dreimal die Komödie „Neurosige Zeiten“.
Theater in Iversheim„Vorhang auf“ präsentiert Stück mit Verrücktheiten am laufenden Band

Die psychiatrische WG im Boulevardstück „Neurosige Zeiten“ wächst mit jeder Herausforderung ein wenig enger zusammen.
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Der Theaterverein „Vorhang auf“ Arloff-Kirspenich hat auch in diesem Jahr ein turbulentes Stück einstudiert. Es trägt den Spaß verheißenden Titel „Neurosige Zeiten“ und stammt im Original aus der Feder der bekannten Komödienautorin Winnie Abel. Gespielt wird wie gewohnt im Dorfsaal in Iversheim.
Regisseur Marc Jansen erzählt bei der Generalprobe, wie die neun Schauspieler und zehn weiteren Akteure das Stück erarbeitet haben: „Die Auswahl der Stücke findet immer im Sommer statt. Ab Oktober geht es dann mit den Proben los. Geprobt wird immer montags im Sportheim in Billig. Nach Karneval geht es dann auf die Bühne in Iversheim. Für zwei Proben wurde Michal Nocon hinzugezogen – ein Profi-Regisseur.“
Vorsitzende ist seit mehr als 15 Jahren in Theatergruppe aktiv
Die Schauspieler kommen überwiegend aus Arloff und Kirspenich und spielen aus Hobby Theater. Die Vorsitzende des Vereins, Daniela Mehrens, ist schon seit ihrer Schulzeit dabei. Mehr als 15 Jahre ist sie im Vorstand aktiv. In „Neurosige Zeiten“ verkörpert sie sehr überzeugend die Nymphomanin Agnes.
Die Zuschauer dürfen sich auf ein Stück mit reichlich Situationskomik und hoher Geschwindigkeit freuen. Wie üblich in volkstümlichen Stücken und im richtigen Leben, entsteht die Spannung durch lauter Missverständnisse und Täuschungsversuche.
Der Handlungsort ist der Wohngemeinschaftsraum einer psychiatrischen Einrichtung. Das bedeutet aber nicht, dass die „Normalen“ und „Besonderen“ immer eindeutig voneinander zu unterscheiden sind.
Eine sexsüchtige Tochter und eine tote Tupperwarenverkäuferin
Als die sexsüchtige Agnes Besuch von ihrer Mutter Cécil bekommen soll, muss eine Lösung gefunden werden. Denn Agnes hat ihrer Mutter lauter Märchen über ihre Lebensumstände erzählt. Alle Bewohner der WG bemühen sich nun, den Raum in das Ambiente einer privaten Villa umzugestalten. Außerdem müssen sie spontan in neue Rollen schlüpfen, um Agnes zu decken. Als kurz vor dem Erscheinen der Mutter die Tupper-Vertreterin Herta versehentlich zur Strecke gebracht wird, wird es kompliziert. Herta wird von Jutta Birkenfeld gespielt, die in diesem Jahr zum ersten Mal Teil des Ensembles ist.
Das Stück hält lauter Charaktere bereit, in denen man sich gut selbst wiederfinden kann. Ob Hygieneticks, eine eingebildete Liebschaft oder Zwanghaftigkeit – die Palette der Irrungen in der Inszenierung ist groß, manchmal etwas zu groß: Am Ende des Dreiakters sind mit Pausen drei Stunden vergangen. Da kommt der Kopf ins Rauschen, zumal permanent hochemotional geschauspielert wird.
Man spürt den Spaß am Spiel in Iversheim
Alle Rollen sind dabei herrlich ausgearbeitet und reichlich überzogen, was für viele komische Momente sorgt. Man spürt den Spaß am Spiel bei den Darstellern. Auch die Kostüme sind originell gewählt und verstärken den irren Eindruck. Die Handlung gewinnt von Minute zu Minute an Komplexität, und man darf gespannt sein, wie sich die Menge an Verwicklungen am Ende auflösen wird.
„Ihr seid die beste Irren-WG,“ sagt Agnes zu ihren Mitbewohnern im letzten Akt. Wer Freude an Verrücktheiten hat, wird ihr spontan zustimmen.
Jansen freut sich auf die Vorstellungen und hofft darauf, noch mehr Menschen zu gewinnen, die sich für zukünftige Theaterproduktionen engagieren wollen. Gebraucht werden nicht nur Schauspieler, sondern auch Helfer in anderen Bereichen. Auf der Homepage findet man weitere Informationen und auch Hinweise, wie man an Restkarten für die Aufführungen kommt. Vorstellungstermine: 21., 27. und 28. März jeweils ab 20 Uhr im Dorfsaal Iversheim.

