Auf seinem Gehöft hat der Künstler Paul Greven spektakuläre Objekte geschaffen. Doch dem gesundheitlich angeschlagenen 91-Jährigen fällt es schwer, die Kunstwerke zu erhalten. Er hofft auf Helfer.
Kunsthof in HonerathErdspirale will der 91-jährige Paul Greven zum Eifelmaar umwandeln

Paul Greven mit seiner Tochter Susanne vor seinem Haus in Honerath.
Copyright: Stephan Everling
Der Zauber ist immer noch da, dieses Fluidum aus Ideen und Tatkraft, aus Kunst und nicht zu bändigender Schaffensfreude. Wer auf den Kunsthof Greven in Honerath kommt und die ungewöhnlichen Kunstobjekte ihres Schöpfers Paul Greven sieht, wird sich wohl kaum der tiefen und meditativen Ausstrahlung entziehen können, die über dem Anwesen liegt.
Surreal und überraschend, originell und engagiert – viel ist schon über die Arbeiten des mittlerweile 91-jährigen Künstlers gesagt worden. Der Kunsthof, auch wenn er in die Jahre gekommen ist, hat seine Ausstrahlung behalten. Die Zeit fordert aber ihren Tribut.
Paul Grevens Ehefrau Rita ist im März 2025 gestorben
Denn es hat sich viel verändert auf dem einmaligen Grundstück mit dem Blick über die bewaldeten Höhen. Es sind die Jahre, die Narben geschlagen haben, in die Kunstwerke und in die Menschen.
Im März 2025 ist Rita Greven im Alter von 85 Jahren gestorben. Sie war mehr als nur eine Ehefrau für den umtriebigen Paul. Sie war der Geist, der alles zusammenbrachte, sie hielt den Betrieb des Kunsthofes am Laufen, kümmerte sich um Besucher, Familie und Freunde gleichermaßen und sorgte auch dafür, dass ihr Paul nicht über die Stränge schlug. Sehr treffend ist die ihr vom Cartoonisten Hartmut Perscheid in den Mund gelegte Mahnung an ihren Mann: „Paul, mach Feierabend, du bist keine achtzig mehr“.

In sich zusammengefallen ist das Maorihaus in der Erdspirale, die Paul Greven vor vielen Jahren geschaffen hat. Hieraus soll nun ein Maar entstehen.
Copyright: Stephan Everling

Viele Meter lang ist das Relief, mit dem Paul Greven die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer thematisiert hat.
Copyright: Stephan Everling
Denn Paul Greven denkt überhaupt nicht daran, Feierabend zu machen. Künstler gehen nicht in Rente, da ist er ein gutes Beispiel. Was eine besondere Herausforderung für ihn ist, denn die körperlichen Möglichkeiten des 91-Jährigen sind mehr als beschränkt. Er leidet seit vielen Jahren an Prostata- und Blutkrebs.
„Das Gehen fällt ihm sehr schwer. Meistens sitzt er am Esstisch oder im Rollstuhl“, sagt seine Tochter Susanne. Sie kümmert sich, so gut es ihr möglich ist, um ihren Vater. Doch die stets präsente Mutter zu ersetzen, ist auch ihr nicht möglich.
Teilweise kann Paul Greven die steilen Wege zu den Kunstwerken nicht mehr gehen
„Rita war mein Kamerad und meine rechte Hand. Sie hat die schriftlichen Sachen in der Hand gehalten, Fotografien gemacht und alles Mögliche“, sagt Paul. Es sei schwierig für ihn gewesen, als sie gestorben sei. Doch mit Unterstützung einer Hilfe, die auf dem Hof wohnt, ist es möglich, dass der Künstler immer noch dort lebt. Auch der Pflegedienst kommt einmal am Tag nach Honerath. Denn der Kunsthof Greven solle weiterbestehen, sagt Tochter Susanne.
„Aber wir merken jetzt schon, dass Paul früher acht Stunden draußen gearbeitet hat“, sagt sie. Schon jetzt sei an allem zu merken, dass das nicht mehr so sei, denn ihr Vater könne mittlerweile die teilweise steilen Wege zu seinen Objekten nicht mehr bewältigen. Für sie und die Familie, die nur unregelmäßig auf den Kunsthof kommen könne, sei es aber nicht möglich, das zu schaffen, was zu tun sei.

Noch immer zieht der Flüchtlingstreck über den Kunsthof Greven in Honerath.
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Nicht mehr betreten werden kann der Ziegenturm, der nun von Pflanzen überwuchert werden soll.
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„Es gibt so viele Objekte, die aus Holz sind und Pflege brauchen“, erklärt sie das Problem. Sie könne allerdings nur einmal in der Woche kommen, und auch ihr Bruder Moritz sei selten vor Ort. „Es ist ein großartiger Ort. Aber alleine kriege ich es nicht hin“, gibt sie ehrlich zu.
Doch Paul Greven denke bereits um und passe seine Objekte den neuen Herausforderungen an. So sei der Zutritt zu dem Ziegenturm bereits vor Jahren gesperrt worden. Goldregen sei komplett rundherum gepflanzt worden, damit er bewachsen werde, führt sie aus. „Der Turm ist sehr wackelig geworden“, erklärt sie. Und auch für die Erdspirale und das Maorihäuschen habe sich der unermüdlich arbeitende Künstlerkopf von Paul Greven etwas ausgedacht. Denn die Erdspirale ist nicht zu retten.
Ich unterstütze ihn, weil ich denke, dass er so etwas hat, was ihn antreibt.
2011 ist sie entstanden und übt immer noch ihre Wirkung aus. Wer den Weg über die Außenwand der trichterförmigen Senke in die Tiefe geht, spürt eine unheimliche Kraft und Faszination. Doch die Geländer sind verrottet, der Weg in das Zentrum nur noch mit Mühe zu begehen. Und das Maorihaus, das am Fuße des Trichters steht, ist in sich zusammengebrochen. Also solle etwas Neues daraus erwachsen, hat sich Greven ausgedacht.
„Hier soll ein Maar entstehen“, beschreibt Susanne die Idee ihres Vaters. Schließlich gebe es in diesem Teil der Eifel nicht so viele davon. Und dieses „Honerather Maar“ werde eben das nördlichste und das jüngste, produziert vom Vulkan Paul, erklärt sie.

Eines der letzten Werke, das Paul Greven geschaffen hat, ist das Trojanische Pferd, das unter tatkräftiger Mithilfe von Freiwilligen entstand.
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Aber die Umsetzung sei weder für sie noch für ihren Vater zu leisten, schränkt sie ein. So versuche sie, Helfer für dieses Projekt zu gewinnen, die vielleicht einmal in der Woche kommen und den Künstler unterstützen. Schon einmal, im Jahr 2001, habe sich über einen Aufruf in dieser Zeitung eine Gruppe von Helfern zusammengefunden, die sich einmal in der Woche auf dem Kunsthof getroffen habe. „Die haben sich sehr angefreundet und sich über viele Jahre – außer im Winter – getroffen“, erinnert sich Susanne. So sei das Friedensdorf entstanden, der Flüchtlingsfries und auch das Trojanische Pferd, das versteckt im Garten steht.
Doch auch bei diesen Helfern habe sich einiges im Leben verändert, so dass diese Gruppe nicht mehr bestehe. Aber vielleicht sei es möglich, noch einmal Menschen zu gewinnen, die Paul bei seinem Projekt unter die Arme greifen. „Ich unterstütze ihn, weil ich denke, dass er so etwas hat, was ihn antreibt.“
Menschen, die sich vorstellen könnten, Paul Greven bei der Erstellung des Honerather Maars zu unterstützen, können sich gerne per E-Mail oder unter Tel. 01 74/3 68 25 75 mit Susanne Greven in Verbindung setzen.
