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Lit.Eifel in Bad MünstereifelFantasy-Autor Kai Meyer entführt Leser ins Graphische Viertel

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Die beiden Genannten sitzen vor einem Roll-up der Lit-Eifel an einem Tisch mit einem roten Tischtuch.

Einblicke in die Hintergründe seines Buches gab Kai Meyer im Gespräch mit Claudia Hoffmann.

Beim Literaturfestival Lit.Eifel hat der Autor Kai Meyer seinen Roman „Das Antiquariat am alten Friedhof“ in Bad Münstereifel vorgestellt.

Im Raumschiff das Weltall erkunden, auf dem Rücken eines Drachen reiten, an der Seite eines berühmten Detektivs Kriminalfälle aufklären: In Büchern und Filmen ist all das möglich. „Wer einmal diesen Sog verspürt hat, den Geschichten in einem auslösen können, den lässt das Ganze nie mehr los“, schwärmte Claudia Hoffmann, Beiratsmitglied der Lit.Eifel, als sie Kai Meyer zur Lesung im Bad Münstereifeler Kulturhaus Theater 1 begrüßte: „Wir dürfen uns wieder über eine wunderbare Entdeckungsreise durch die Literatur freuen, die uns der Autor in seinem aktuellen Roman präsentiert.“

Bereits der Schauplatz der Erzählung habe einen ersten Wow-Effekt ausgelöst, so Hoffmann: „Man kennt Leipzig und die Buchmesse, aber wie eng das ganze seit Jahrhunderten verwoben ist und dass sich daraus ein ganzes Viertel herausgebildet hat, finde ich ganz erstaunlich.“ Gemeint ist das „Graphische Viertel“, das zwar durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, aber in Meyers Roman „Das Antiquariat am alten Friedhof“ erkundet werden kann.

Neuer Roman von Kai Meyer spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen

„Mich verbindet eine zweifache Beziehung zu Leipzig“, berichtete Kai Meyer. Seine ersten Besuche seien Anfang der 1990er Jahre während seiner Zeit als Volontär bei einer regionalen Zeitung gewesen: „Kurz nach der Wende empfand ich die Stadt als sehr düster und morbide, grau und mit Kohlegeruch in der Luft.“ Doch er habe sich in dieses düstere Flair verliebt, von dem mittlerweile nur noch wenig zu sehen sei: „Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Bild gewandelt. Heute ist Leipzig und seine Architektur wunderschön anzusehen und das ist der zweite Punkt, den ich an dieser Stadt bewundere.“ Die Entscheidung zum bereits vierten Band über das Graphische Viertel sei daher nicht schwergefallen.

Die vier Protagonisten Felix, Vadim, Julius und Eddie erleben ihre Heimatstadt im Jahr 1930. Gelangweilt vom Leben, entscheiden sich die Literaturfans, mit Diebstählen wertvoller und mystischer Bücher ihrem Alltag ein wenig Würze zu verleihen.

„In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg hat sich eine große okkulte Szene entwickelt, in der Menschen behauptet haben, mit den Geistern der Verstorbenen Kontakt aufnehmen zu können“, so Meyer, der zu den vorgelesenen Passagen immer wieder spannende Hintergrundinformationen bereithielt. Etwa, dass der Antagonist, der das Quartett nach einem Einbruch in sein Hotelzimmer immer tiefer in einen Strudel von Geheimnissen und Verschwörungen verstrickt, dem britischen Okkultisten Aleister Crowley nachempfunden sei.

Das Graphische Viertel erleben die vier Freunde in zwei Zeitebenen, die im Wechsel zwischen der Handlung in der Nachkriegszeit 1945 und deren Vorgeschichte 1930 erzählt wird. Was als munterer Studentenroman beginnt, erfährt schnell eine finstere Wendung, die der Autor während der Lesung jedoch nur andeutete. „In so kurzer Zeit kann man dem gesamten Inhalt natürlich nicht gerecht werden“, so Kai Meyer – es gehe vielmehr darum, Lust zu machen, die ganze Geschichte zu lesen. Angesichts der Reaktionen des Publikums im Kulturhaus Theater 1 dürfte das gelungen sein.