Grünen-AntragKnappe Mehrheit gegen Warnschilder auf Bad Münstereifeler Spielplätzen

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Eine Rutschbahn aus Metall glänzt in der Sonne.

Wird an Hitzetagen sehr heiß: die neue Rutsche im Hang des Wallgrabens in Bad Münstereifel.

Die von den Grünen beantragten Hitzeschutzmaßnahmen für die neue Hangrutsche am Wallgraben wurde mit einer Stimme Unterschied abgelehnt.

Jeder kennt das Gefühl noch aus seiner eigenen Kindheit: Im Sommer auf einem Spielplatz zu rutschen, kann eine heiße Angelegenheit werden. Daran hat sich bis heute nichts geändert – und an vielen Rutschen auch nichts.

In Bad Münstereifel ist kürzlich eine neue Rutschbahn gebaut worden. Als Teil der Modernisierungsmaßnahme am Wallgraben können Kinder – und wie man hört gerne auch so mancher Erwachsene – den Hang hinunterrutschen. Aber weil als Material für das Spielgerät Metall verwendet wurde, besteht die Gefahr von Verbrennungen.

Hangrutsche wird an Hitzetagen bis zu 80 Grad heiß

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat hat aus diesem Grund eine Beschattung der Hangrutsche im Kurpark gefordert. Das Spielgerät sei vollständig der Sonne ausgesetzt und werde gerade in den aktuellen Hitzeperioden bis zu 80 Grad heiß. „Der Hautkontakt mit einer derart aufgeheizten Rutschfläche führt nach wenigen Sekunden zu Verbrennungen, vor allem bei Kindern, die noch eine dünne Haut haben. Einmal losgerutscht, gibt es keine Ausstiegsmöglichkeit mehr“, argumentieren die Grünen.

Als Sofortmaßnahme fordern sie die Aufstellung eines Warnschildes. Mittel- bis langfristig sollte eine Beschattung der Rutsche erfolgen, etwa durch ein Sonnensegel oder ein Lamellendach, wobei geeignete Fördermaßnahmen auszuloten sind. Auf lange Sicht könnten auch eine bewachsene Pergola, ein Weidentunnel und neue Bäume helfen.

Eine knappe Mehrheit aus CDU, UWV und FDP war gegen den Antrag

„Die Rutsche ist schön für Kinder, aber auch gefährlich“, führte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Kerstin Oerter aus, die die Stadt dafür lobte, Schilder bei positivem Beschluss nicht nur am Wallgraben, sondern auch auf weiteren Spielplätzen im Stadtgebiet aufzustellen gedenke. Besagte Schilder bestünden aus einem kurzen Warntext und Piktogrammen. „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht würden wir alle Spielgeräte prüfen und die Beschilderung vornehmen“, sagte der Beigeordnete Wolfgang Greuel. Pläne für eine Beschattung sieht er allerdings nur bei neuen Spielstätten. Und bis Bäume als Schattenspender dienten, dauere es immer seine Zeit.

Doch dazu kommt es nicht. Für den Antrag der Grünen gab es fast genauso viele Unterstützer wie Gegner. Aber letztere überwogen knapp: Mit 17 Stimmen verhinderten CDU, FDP und UWV die Maßnahme. Die 16 Zustimmungen von Grünen, SPD und AfD reichten nicht aus.

Wenn man als Kind keinen Fahrradhelm getragen hat, sagt man ja auch nicht, dass man als Kind selbst auf den Kopf gefallen sei.
Dr. Kerstin Oerter

„Wir sind gegen den Antrag, aber nicht gegen Kinder“, erklärte Kurt Ostermann (UWV) und ergänzte: „Ich habe mir selbst auch den Hintern verbrannt.“ Ein Argument, dass Oerter nicht zuließ: „Wenn man als Kind keinen Fahrradhelm getragen hat, sagt man ja auch nicht, dass man als Kind selbst auf den Kopf gefallen sei.“

Worum es Ostermann ging, war der aus seiner Sicht mangelnde Nutzen der Hinweistafeln. „Kinder beachten Schilder nicht“, sagte er. Außerdem sei auf Spielplätzen an Hitzetagen wenig los. „Wir sollten das Geld lieber in Beschattung in Schulen stecken, das hat einen höheren Effekt“, so der Unabhängige.

AfD-Politiker wollte Warnung auch in zwei Fremdsprachen

Unterstützung erhielt er von Christof Milischewski (FDP), der auf die Fürsorgepflicht der Eltern verwies. Alexandra Kühne (UWV) bat die Verwaltung um eine Nachfrage beim Gemeindeversicherungsverband, ob die Stadt bei Verbrennungen versicherungspflichtig sei.

Tenzin Naktsang (SPD) sah allein in der Tatsache, dass der Antrag gestellt wurde, einen positiven Effekt. Er habe dazu geführt, dass die Gesamtsituation an Spielplätzen evaluiert worden sei.

Norbert Lindemann (AfD) wollte den Antrag sogar erweitern und den Warnhinweis auch auf Englisch und Syrisch abbilden. Kerstin Oerter verwies allerdings auf die gute Verständlichkeit durch die Verwendung von Piktogrammen.