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ISEK-MaßnahmeGrüne schlugen Überdachung des Wehrgangs in Bad Münstereifel vor

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Ein Zaunelement versperrt den Wehrgang in Bad Münstereifel. Auf einem Schild steht „Der Wehrgang ist zurzeit leider gesperrt.“

Seit mehr als zwei Jahren ist oberhalb des Heisterbacher Tores der Wehrgang gesperrt.

Die Stadtmauer von Bad Münstereifel soll wieder begehbar werden. Für das Werther Tor sind mehrere Nutzungsmöglichkeiten denkbar.

Eigentlich sollte es im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss hauptsächlich um eine Materialauswahl für das Geländer und die Handläufe entlang des Wehrgangs von der Werkbrücke und vom Werther Tor kommend gehen. Diskutiert wurde aber auch über Dinge, die schon längst beschlossen und im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) als Maßnahme beim Fördermittelgeber eingereicht worden waren.

So kam der Vorschlag von Chavva Schneider (Grüne), den Wehrgang im südwestlichen Bereich der Stadt zu überdachen, eindeutig zu spät. „Es ist wirtschaftlich Schwachsinn, etwas zu bauen, was bei Hitze, Regen, Hagel oder Schnee nicht genutzt werden kann. Eine Überdachung ist sogar historisch, und man könnte kleine Photovoltaik-Elemente draufmachen“, sagte Schneider. Carmen Haltenhof, Amtsleiterin Stadtentwicklung, erteilte dem allerdings eine Absage. Nicht nur, weil die bereits beantragte ISEK-Maßnahme komplett verändert werden würde, da eine Überdachung nie im Gespräch gewesen sei und es auf dem Wehrgang auch nie eine gegeben habe. „Das kriegen wir so nicht durch“, sagte Haltenhof.

Es ist wirtschaftlich Schwachsinn, etwas zu bauen, was bei Hitze, Regen, Hagel oder Schnee nicht genutzt werden kann.
Chavva Schneider, Grüne

Klar ist: Auch ein Geländer hat es in der Historie nicht gegeben, wie Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD) ausführte. Man müsse aber der Sicherungspflicht nachkommen. Die Verwaltung riet deshalb bei der Materialwahl für das Geländer gleich aus mehreren Gründen zu einer Metallvariante im Gegensatz zur zuletzt bestehenden Holzausführung. Diese historisierenden Holzelemente seien massiv, versperrten den Blick auf das historische Bild der Stadtmauer und seien pflegeintensiv. Seit mehr als zwei Jahren ist der Wehrgang oberhalb des Heisterbacher Tores gesperrt, weil das Holzgeländer nicht mehr verkehrssicher ist. Metall müsse weniger gepflegt werden und wirke auch so zurückgenommen, dass es im Gesamtbild weniger auffalle.

Die CDU-Fraktion brachte neben dem von der Verwaltung vorgestellten Cortenstahl noch eine Variante mit einem verzinkten Geländer als Vorschlag ein, was auch prompt von der Mehrheit im Ausschuss ausgewählt wurde. Handläufe sollten laut Ausschussmehrheit allerdings aus Holz hergestellt werden. Die beauftragten Planungsbüros werden nun in detaillierte Entwürfe einsteigen und diese dem Ausschuss im September vorlegen.

Zwei Stockwerke des Werther Tors sollen nutzbar gemacht werden

Das gleiche Material bei Geländer und Handläufen soll auch auf dem kurzen Wehrgangstück zwischen Werther Tor und Alter Gasse genutzt werden. Aber auch hier drehte es sich zunächst in der Diskussion um etwas anderes. Denn mittlerweile ist auch die CDU-Fraktion angesichts der Haushaltslage nicht mehr davon überzeugt, ein oder zwei Etagen des Werther Tores sowie den Wehrgang nutzbar machen zu können, denn der städtische Eigenanteil liege laut Wilfried Schumacher bei mehr als 200.000 Euro.

„Ihr redet gegen euren eigenen Beschluss, den ihr gegen unsere Stimmen durchgesetzt habt“,sagte Frank Terschanski (SPD). Und auch Carmen Haltenhof sieht keine Chance mehr auf einen Verzicht der Maßnahme, da sie der Hauptbestandteil des ISEK-Pakets sei.

Wie genau das Werther Tor genutzt werde, wisse man noch nicht, weil es auch mit den Auflagen des Brandschutzes zusammenhänge – so ist der Wehrgang entlang der Wallgasse auch als Rettungsweg gedacht. Denkbar sind laut Ausarbeitung der Stadt im Erdgeschoss und optional in der ersten Etage Nutzungen für Bürgerausstellungen, als außerschulischer Lernort, als Trauzimmer, für Bürgersprechstunden des Bürgermeisters, als Start- und Zielpunkt von Stadtführungen oder für Projektarbeiten lokaler Gruppen. Barrierefrei zugänglich sind die Räumlichkeiten nicht. Auch soll das Werther Tor nur nach Anmeldung genutzt werden und keine Kosten verursachen.

Barrierefreie Toilette am Wallgraben ist weiter in Planung

Weiter in Planung ist eine barrierefreie Toilettenanlage am Beginn der Wallgrabenpromenade, vom Europaplatz kommend. Auch hier erfolgt eine Ausarbeitung bis September. Die CDU-Fraktion bat allerdings um eine genauere Ermittlung von Anschaffungs- und Folgekosten.