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WiederaufbauDas „Tor zur Stadt“ in Bad Münstereifel wird endlich umgestaltet

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Eine Visualisierung des Planers zeigt, wie die Kölner Straße in Bad Münstereifel nach der Fertigstellung aussehen soll.

So soll die Kölner Straße nach Fertigstellung aussehen: Insgesamt sollen die Ränder grüner werden.

Nach Karneval wird mit dem Umbau der Kölner Straße in Bad Münstereifel begonnen. Kurz vor der Flut wurden die ersten Pläne vorgestellt.

Beim Sozialen Netzwerk Facebook stünde beim Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“, wenn die Kölner Straße in Bad Münstereifel ein Profil hätte. Vor viereinhalb Jahren wurde die Umgestaltung der rund 250 Meter von der Einmündung Schleidtalstraße bis zum Werther Tor inklusive des Bahnhofsvorplatzes in den politischen Gremien als Maßnahme des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) vorgestellt. Nur wenige Wochen später kam die Flut und hat den kompletten Bereich arg in Mitleidenschaft gezogen. Und ab da wurde es etwas kompliziert.

Aus der ISEK-Maßnahme ist zu 90 Prozent eine Wiederaufbaumaßnahme geworden, nur der geplante Mini-Kreisverkehr an der Einmündung zur Schleidtalstraße ist übrig geblieben. Hinzugekommen ist eine Abstimmung mit der Feuerwehr, denn auch dort schreiten die Arbeiten, die im besten Fall im Jahr 2029 mit der Eröffnung des neuen Gerätehauses abgeschlossen sind, voran. Weil der Landesbetrieb Straßen NRW auch noch die Schleidtalstraße saniert, gelten weitere Absprachen, damit beispielsweise die Hochschule der Justiz noch erreichbar ist. „Die Baumaßnahme Kölner Straße ist für sich alleine schon ein Großprojekt. Mit dem Feuerwehrgerätehaus greift ein weiteres Großprojekt ineinander“, sagte Bürgermeister Sebastian Glatzel.

Die Freitreppe am Bahnhof hat die Bahn schon fertiggestellt

Eine Maßnahme ist sogar schon vor dem offiziellen Baubeginn fertig: Die Deutsche Bahn hat die Freitreppe am Bahnhofsvorplatz im Rahmen des Bahntrassen-Wiederaufbaus bereits errichtet. Begonnen wurde außerdem mit dem Abriss des Hauses Kölner Straße 12. Dort wird im Winter 2026/27 ein kleines Interimsgebäude für die Feuerwehr entstehen. Die große Interimsunterkunft wird in den Hallen des ehemaligen Betriebes Auto Heinen am Bendenweg untergebracht.

Nach dem Einzug der Feuerwehr in die Übergangsquartiere wird das bisherige Gerätehaus abgerissen, der Hang gesichert, und es erfolgt ein Neubau. Nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrdomizils werden das kleine Interim abgerissen und das Grundstück für die Erweiterung der Ausfahrt der Feuerwehr genutzt. Die Gesamtkosten für den Feuerwehrbereich belaufen sich laut Simon Mauel, Amtsleiter Hochbau, auf rund zehn Millionen Euro.

Vier Männer und eine Frau schauen auf Planungsunterlagen.

Stellten die Pläne für die Kölner Straße vor: Sebastian Glatzel (v.l.), Carmen Haltenhof, Peter Lanzerath, Christian Lorenz und Simon Mauel.

Ein Bagger steht vor dem Haus an der Kölner Straße, das derzeit abgerissen wird.

Platz für die Feuerwehr: Das Haus Kölner Straße 12 wird derzeit abgerissen. Dort kommt ein kleiner Interimsstandort hin.

Die Umgestaltung der Kölner Straße, die Bürgermeister Glatzel als „das Tor zur Stadt“ bezeichnet, wird laut Planer Christian Lorenz in neun Abschnitten angegangen. Auf 2,5 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten. Nach Karneval wird mit den Arbeiten begonnen. Im Idealfall beträgt die Bauzeit 43 Wochen, dann wäre eine Fertigstellung vor dem Weihnachtsmarkt möglich. Bei der Stadt wäre man aber auch mit einem Ende der Bauarbeiten im Frühjahr 2027 zufrieden.

Muschelkalkpflasterung zwischen Bahnhof und Werther Tor

Lorenz stellte die Planungen konkret vor – und lässt nicht unerwähnt, dass zwei Wünsche voraussichtlich unerfüllt bleiben. So sollte ein gepflasterter Übergang ungefähr auf Höhe der Marquardstraße Fußgänger auf den erftseitigen Bereich der Kölner Straße führen. Außerdem sollte auf der Kölner Straße nur Tempo 30 erlaubt sein. Beides hat das Straßenverkehrsamt des Kreises verweigert, auch wenn die Hoffnung auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung wegen des Schülerverkehrs, der vom Bahnhof in die Stadt muss, noch nicht verloren ist. Für eine leicht bremsende Wirkung soll das fünf Meter breite Baumtor in Höhe des Bahnhofs sorgen. Eine Bordsteinkante wird es in Zukunft nicht mehr geben. Straße und Bürgersteige befinden sich auf einer Höhe.

Die Bürgersteige vom Bahnhofsvorplatz bis zum Werther Tor werden beidseitig mit hellen Muschelkalksteinen gepflastert. Die Parkplätze entlang der Straße bleiben erhalten, werden aber ein wenig begrünt. Wegfallen werden aber nach Fertigstellung die derzeit provisorisch eingerichteten Parkplätze auf dem Bahnhofsvorplatz. Und während der Bauarbeiten wird auch der Parkplatz am Werther Tor nicht zur Verfügung stehen, weil dort ein Baustellenlager eingerichtet wird.

Vor allem für Anwohner gibt es Einschränkungen während des Baus

Die Maßnahme ist mit weiteren Einschränkungen für Bürger und Besucher verbunden, besonders für die Anwohner. Zu Fuß wird man die Häuser – teils über Hilfsbrücken – immer erreichen können, aber je nach Bauabschnitt wird die Zufahrt zu Grundstücken nicht möglich sein. Ersatzparkplätze für Anwohner werden am Viadukt eingerichtet. Die Müllabfuhr wird ebenfalls nicht immer alle Grundstücke anfahren können.

Deshalb wird es einen Sammelplatz für die Tonnen geben. Mitarbeiter des Bauunternehmens Strabag werden volle Tonnen zum Sammelplatz ziehen und leere Tonnen zu den Gebäuden zurückbringen. Im Vorfeld dokumentiert ein Sachverständiger mögliche Vorschäden an den Häusern. Staub und Lärm seien ebenfalls nicht immer vermeidbar, so die Stadt.

Der Verkehr wird halbseitig durch die Bauabschnitte geführt und mit Ampeln geregelt. Die Stadt rechnet mit teils langen Rückstaus. „Die Bauabschnitte sind immer kurz, damit die Belastung so gering wie möglich gehalten wird“, sagt Peter Lanzerath, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Zwischen drei und sieben Wochen Dauer sind laut Planung für die Abschnitte vorgesehen.

Parallel wird der Landesbetrieb Straßen NRW an der Schleidtalstraße bis zur Hochschule arbeiten. Die Schleidtalstraße wird – Stand jetzt – vom 7. bis 25. August voll gesperrt. „Wir sind im ständigen Austausch mit der Hochschule“, sagt Carmen Haltenhof, Amtsleiterin Stadtentwicklung.

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