Abo

HitzeschutzBlankenheim will Grundschüler vor 35 Grad im Klassenraum schützen

Der Gemeinderat beschließt einstimmig rund 125.000 Euro für Split-Geräte an der Ahr-Grundschule.

Von

Klimaanlagen sollen sowohl am Grundschulstandort Blankenheim installiert werden, ...

Die Grundschüler in der Gemeinde Blankenheim sollen in künftigen Hitzesommern nicht mehr in der Schule schwitzen müssen: Für rund 125.000 Euro werden Klimaanlagen an den beiden Standorten der Ahr-Grundschule in Blankenheim und Dollendorf eingebaut.

Der einstimmige Beschluss in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates betrifft zunächst die Bestandsgebäude und den Neubau am Schulstandort Blankenheim. Das Thema war nach dem diesjährigen Rekordsommer besonders akut geworden und ist es mit Blick auf wahrscheinlicher werdende Rekordtemperaturen in der „warmen Jahreszeit“ im Zusammenhang mit dem weltweiten Klimawandel umso mehr.

35 Grad in den Klassenräumen

„Dass unsere Kinder bei 35 Grad in den Klassenräumen schwitzen müssen, wodurch natürlich auch die Konzentrationsfähigkeit sinkt, das geht nicht“, fasst SPD-Ratsfrau Gisela Caspers, Ortsvorsteherin von Dollendorf, die gemachten Erfahrungen zusammen. Und solche Zumutungen in den völlig überhitzten Klassenräumen betreffen ja nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer und Lehrerinnen.

Dass die geeignete Maßnahme dagegen der Einbau von Klimaanlagen ist, liegt nahe: Während heißer Sommerwochen wie in diesem Jahr hitzefrei zu geben und auf Home-Schooling zu setzen wie zur Corona-Zeit, ist vermutlich keine Alternative. Wer soll sich über Wochen um die Kinder kümmern? Die Offene Ganztagsschule ist als Ersatz dafür nicht gedacht, sie ist ein Betreuungsangebot in den Nachmittagsstunden.

... als auch in Dollendorf.

Die jetzt beschlossenen Nachrüstungen gelten zunächst zwar nur für den Schulstandort Blankenheim, sind aber auch für den Standort Dollendorf gedacht und jeweils für die Bestands- wie die an beiden Standorten geplanten Erweiterungsbauten. Maria Sigel-Wings (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) hatte in der Gemeinderatssitzung zwar nach der alternativen Möglichkeit, die Räume durch eine Fußbodenheizung über die Wärmepumpe herunterzukühlen, gefragt, doch Guido Waters von der Verwaltung winkte ab: Man habe die Option geprüft, sie sei allerdings „nicht so effektiv wie eine Klimaanlage“. Durch eine Fußbodenheizung, so Waters, könne die Raumtemperatur maximal um drei Grad gesenkt werden.

Das wurde für die Standorte beschlossen

Beschlossen wurde nun im Einzelnen, für den Grundschulstandort Blankenheim eine Klimaanlage mit einer Leistung von zirka 25 kW zur Klimatisierung von vier Klassenräumen im Rahmen der ohnehin vorgesehenen Heizungsmodernisierung zu installieren. Im Neubau geht es um rund 300 Quadratmeter und eine rund 30 kW starke Klimaanlage für vier Klassenräume und zwei Differenzierungs-/Ruheräume.

Klimakühlung ist so auch am Schulstandort Dollendorf vorgesehen. Die entsprechenden Fachausschussempfehlungen sowie der nötige Gemeinderatsbeschluss sollen bis Jahresende gefasst werden.

Technisch gesehen wird es sich um sogenannte Klima-Split-Geräte handeln. Sie bestehen aus einer wandmontierten Inneneinheit in dem zu klimatisierenden Raum sowie einer Außeneinheit. Für den Grundschulneubau in Blankenheim ist die Aufstellung der Außeneinheit auf dem Flachdach vorgesehen. Gekühlt werden sollen so bei Bedarf nicht nur die Klassenräume, sondern auch die Räume der OGS.

Wo die Gemeinde Blankenheim so den Grundschulkindern Gutes tut, stellt sich unterdessen auch für andere besonders sensible Bevölkerungsgruppen eine ähnliche Frage: „Auch Seniorenheime sollten doch mit einer Klimatisierung ausgerüstet werden“, meinte Gisela Caspers. Nicht nur in der Gemeinde Blankenheim ist das Thema damit weiter virulent.