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Kosten von 3,9 Millionen EuroGemeinde Blankenheim muss Finkenbergstraße komplett erneuern

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Der Busbahnhof an der Gesamtschule Eifel in Blankenheim.

Auch der Busbahnhof an der Gesamtschule Eifel soll erneuert werden.

Eine Sanierung ist keine Option mehr: Die Gemeinde Blankenheim veranschlagt das Straßenbau-Projekt mit 3,9 Millionen Euro.

3,925 Millionen Euro soll die grundhafte Erneuerung der Finkenbergstraße oberhalb von Blankenheim auf einer Länge von 2,21 Kilometern kosten. Zwischen dem Gewerbegebiet „Mürel“ und der Gesamtschule Eifel ist der Straßenbelag um die 50 Jahre alt und kann nicht mehr ausgebessert werden.

Die Finkenbergstraße, die den Ortskern von Blankenheim mit der Gesamtschule Eifel und im weiteren Verlauf mit dem Gewerbegebiet „Mürel“ verbindet, ist verkehrlich problematisch. Im unteren Teil ist die Straße so schmal, dass noch nicht einmal ein Pkw-Begegnungsverkehr durchgängig möglich ist. Die Straße steigt dann zunächst steil an bis zum Bergplateau und zur Gesamtschule Eifel. Ab hier wird die Straße flacher und auch zunehmend breiter. Schulbusse nutzen sie, vom Gewerbegebiet kommend, für die Zufahrt zum Busport oberhalb der Gesamtschule. Aber auch zahlreiche Schüler und Schülerinnen sind auf diesem Straßenabschnitt mit dem Fahrrad unterwegs, statt sich erst mühsam den steilen Anstieg aus dem Ahrtal hinaufzuquälen.

Das alles ist den Ausschussmitgliedern bekannt. Der Bau eines Radwegs in diesem oberen Teil der Finkenbergstraße sei vor Jahren der Grund für eine mögliche Baumaßnahme gewesen, so das Ratsmitglied Wilfried Wutgen im Rückblick. „Und aus meiner Sicht macht es nach wie vor wenig Sinn, diese Straße ohne einen Radweg zu erneuern“, betonte der Sozialdemokrat.

Einen durchgehenden Radweg sieht die Planung nicht vor

Die Planung, die dann Stefan Jovy vom Ingenieurbüro Scheuch in Prüm dem Ausschuss vorstellte, enthielt allerdings eines nicht: einen durchgehenden Radweg. Der sei nur auf einem Teilstück zwischen dem Kreisverkehr an der Aral-Tankstelle und dem Ende des Gewerbegebietes entlang der Finkenbergstraße denkbar, so Scheuch. In diesem Bereich sei die Straße breit genug, um die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen Pkw- und Fahrradbereich einhalten zu können.

Die Finkenbergstraße ausgangs des Gewerbegebietes zeigt etliche tiefe Risse im Asphalt.

Klaffende Risse: Die Finkenbergstraße ist vor allem ausgangs des Gewerbegebietes kein Sanierungsfall mehr. Sie muss komplett erneuert werden.

„Danach müssten wir erst Grund und Boden kaufen, den wir für einen Radweg benötigen“, so Maria Nelles, Fachbereichsleiterin bei der Gemeinde Blankenheim. Der Kauf von benötigtem Grund für den durchgebauten Radweg aber mache das Projekt nicht nur noch teurer, sondern verzögere den Baubeginn auch weiter, befürchtet sie.

Gemeint ist der Teil der insgesamt 2,21 Kilometer langen Sanierungsstrecke, der vom Gewerbegebiet kommend im Anschluss an die Bebauung zunächst an Feldern und Wiesen entlang bis zur Abzweigung nach Mülheim führt, dann bald in den Wald, am Landschulheim vorbei und bis zum Ortseingangsschild von Blankenheim. Der Sanierungsbereich endet an der Zufahrt zum derzeitigen – ebenfalls sichtlich in die Jahre gekommenen – Bussteig an der Gesamtschule Eifel.

Blankenheimer Straße ist bereits 50 Jahre alt

Doch den Baubeginn erneut zu verschieben, scheint aus mehreren Gründen nun keine Option mehr zu sein. Zum einen ist die Finkenbergstraße im genannten Bereich „mindestens 50 Jahre alt und baulich so unzulänglich, dass sie mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln für die heutigen Anforderungen nicht mehr saniert werden kann“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die bei einer Bodenuntersuchung festgestellten Schäden seien vielmehr so erheblich, dass eine vollständige Erneuerung in Unter- und Oberbau alternativlos sei. Das sei die nachhaltigste Lösung. Kostenpunkt derzeit: 3,925 Millionen Euro.

Zum anderen, so Nelles, bestehe bei einem durch erst nötigen Grunderwerb weiter verzögerten Baubeginn die Gefahr, dass man bei möglichen öffentlichen Fördergebern in der Prioritätenliste weiter nach hinten rutsche. Und das in Zeiten, so Nelles’ Befürchtung, in denen überall gekürzt werde. Eine Übernahme von 70 Prozent der förderfähigen Kosten ist demnach derzeit aus Mitteln nach den Förderrichtlinien kommunale Straßen des Landes NRW (FöRi-kom-Stra) möglich. Man wisse aber nicht, wie lange das so noch möglich sei, warnte Nelles. Die Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Martina Schmidt, wiederum hält den Neubau eines Radweges grundsätzlich für nicht nötig.

Kosten für den Bussteig an der Gesamtschule kommen noch dazu

Wohl auch, um mögliche Fristen nicht zu verpassen, wurde das Projekt von der Verwaltung schon vorsorglich bei möglichen Fördergeldgebern angemeldet. Allerdings hat das noch einen Haken. In den 3,925 Millionen Euro sind die Kosten für den ebenfalls vom beauftragten Planungsbüro mitentwickelten neuen Bussteig an der Gesamtschule noch gar nicht enthalten, für den mögliche Zuschüsse bei anderen Stellen akquiriert werden müssten.

Das aber sei Sache des Schulzweckverbandes, an den das Gelände verpachtet sei, erläuterte Guido Waters von der Gemeindeverwaltung. Man strebe natürlich an, beide Bauvorhaben zusammen abzuwickeln.

Gemeinde Blankenheim muss noch einige weitere Projekte meistern

Einige Fragezeichen bleiben also. Vor allem aber ist die Erneuerung der Finkenbergstraße nicht das einzige Millionenprojekt, das die Gemeinde mittelfristig umsetzen will. Ob man sich bewusst sei, dass die Haushaltslage der Gemeinde Blankenheim so angespannt sei, dass man froh sein könne, wenn man nicht in die Haushaltssicherung komme? Harald Wings, Sachkundiger Bürger der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, wollte diese Frage wenigstens gestellt haben. Ähnliches hatte zuvor auch Ralf Ruland (CDU) angemerkt.

Das änderte schließlich an der Beschlussempfehlung für den Gemeinderat nichts: Bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung soll der jetzt in seiner Sitzung am 16. Juli entscheiden. Kommt es so wie vom Ausschuss empfohlen, würde ein Straßenbauprojekt, das der Gemeinderat schon 2022 erstmals beschlossen hatte, ab 2027 endlich umgesetzt.