Gesamtschule im Südkreis„Wir müssen wohl zum ersten Mal Schüler ablehnen“

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Die Oberstufe, die am Standort Nettersheim angesiedelt ist, habe das Interesse an der Schule gesteigert, so Schulleiterin Eva Balduin.

Die Oberstufe, die am Standort Nettersheim angesiedelt ist, habe das Interesse an der Schule gesteigert, so Schulleiterin Eva Balduin.

  • Die Gesamtschule im Südkreis wächst immer weiter und ist für das kommende Schuljahr bereits ausgebucht.
  • Die Oberstufe hat mittlerweile in Nettersheim ihr Domizil. 7,3 Millionen Euro wurden dafür investiert.
  • In einer Versammlung des Schulzweckverbands wurden jetzt die neusten Zahlen und Pläne für die Zukunft vorgestellt.

Blankenheim/Nettersheim – Im Sommer 2013 startete die erste Gesamtschule im Südkreis. Die jüngeren Schüler füllen seitdem das Schulzentrum am Blankenheimer Finkenberg Jahr für Jahr mehr. Im vergangenen Sommer ist auch der zweite Standort in Betrieb gegangen. Die Oberstufe hat nun in Nettersheim ihr Domizil. Zudem wurde und wird viel Geld investiert.

7,3 Millionen Euro sind in den Umbau der einstigen Nettersheimer Hauptschule geflossen, um die 15 Millionen Euro werden An- und Umbau des Blankenheimer Schulzentrums kosten. In der Versammlung des Schulzweckverbands Blankenheim-Nettersheim wurde am Donnerstag über die Entwicklung der Gesamtschule Eifel informiert.

Schülerzahlen: 108 neue Anmeldungen

Für den kommenden Jahrgang hat die Gesamtschule Eifel 108 Anmeldungen. Damit ist sie für dieses Jahr ausgebucht. „Wir müssen wohl auch zum ersten Mal Leute ablehnen“, so Schulleiterin Eva Balduin. 59 der neu angemeldeten Schüler kommen aus den Gemeinden Blankenheim, Nettersheim und Dahlem, die restlichen Kinder aus den Kommunen Bad Münstereifel, Schleiden, Hellenthal und Mechernich. Als wichtige Faktoren für diesen Erfolg sieht Balduin auch den Start der Oberstufe. Insgesamt hat die Gesamtschule aktuell 729 Schüler, die von 73 Lehrern betreut werden.

Neue Küchenleitung für die Gesamtschule

In der Sitzung stellte sich die neue Küchenleiterin Lea Schröder vor. Schröder ist seit November an der Gesamtschule. Die ausgebildete Diätköchin und Küchenmeisterin stemmt mit vier Mitarbeitern die Versorgung der Schüler. Aktuell sind das 130 Essen, die pro Tag serviert werden. „Wir wollen die Kinder für gesundes Essen begeistern und für Nachhaltigkeit sensibilisieren“, stellte Schröder ihr Küchenkonzept vor. Sie legt Wert auf saisonale und frische Produkte, weshalb sie ihre Produkte – soweit möglich – von lokalen Erzeugern beziehe.

Was gekocht wird, können die Eltern und Kinder einen Monat im Voraus einsehen und buchen. Die Kinder haben aber auch täglich bis zur zweiten Pause Zeit, sich für das Essen in der Schule zu entscheiden.

Schulsozialarbeit: Quantitativ zu wenig

„Die Schulsozialarbeit ist qualitativ gut, aber quantitativ zu wenig“, äußerte sich Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann. Träger der Schulsozialarbeit ist der Kreis Euskirchen, der mit dem Schulzweckverband eine Kooperationsvereinbarung geschlossen hat. Der Kreis stellt eine halbe Stelle zur Verfügung.

Bis zu 300 Essen

Aktuell liefert die Schulmensa 130 Essen täglich in den provisorischen Räumen. Sobald die letzten Handgriffe an den neuen Räumlichkeiten getan sind, soll diese Zahl ansteigen. 300 Essen, so Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann, werden angestrebt.

Sollte der Bedarf größer werden, müsse man organisatorisch umstellen. Perspektivisch hoffe man, um die 50 Prozent der Schülerschaft zu versorgen.

Der Startschuss für die neue Mensa fällt, so hofft Hartmann, nach den Karnevalstagen.

Offiziell eingeweiht wird die fertige neue Mensa am 24. März bei einem Festakt. (tn)

Nach einem Gespräch der Verbandsvorsteher Rolf Hartmann und Wilfried Pracht mit dem Allgemeinen Vertreter des Landrats wird nun geprüft, ob die Einrichtung nicht zu einer ganzen Stelle ausgedehnt werden kann. Die Versammlung stimmte geschlossen dafür. Man will den Kreis als Träger mit diesem Votum auffordern, die Stelle aufzustocken.

Aufzug für mehr Barrierefreiheit

Um die Barrierefreiheit am Standort Nettersheim zu gewährleisten, soll im Treppenhaus ein Aufzug gebaut werden. Da die Kosten und der Aufwand für die Maßnahme als sehr hoch eingestuft werden, prüft die Verwaltung, ob es sinnvoll ist, den Aufzug an der Außenseite des Gebäudes zu planen.

IT-Infrastruktur: Kritik an der Telekom

300.000 Euro sind in die IT-Infrastruktur der Schule geflossen. Alle Klassen sind mit Beamern ausgestattet, 120 mobile Endgeräte werden genutzt, zudem gibt es annähernd flächendeckendes Wlan. An beiden Standorten sind PC-Arbeitsplätze eingerichtet. Doch eines ärgert Hartmann kolossal: „Das einzige Problem ist, dass es der Telekom seit einem halben Jahr nicht gelingt, das Glasfaserkabel anzuschließen.“

Projekte der Gesamtschule: Schüler zu Gast in Spanien

Schulleiterin Eva Balduin stellte verschiedene Projekte vor. So ist aktuell eine Gruppe Schüler im Rahmen eines Austauschs zu Gast in Salamanca in Spanien. Zudem führt die Schule in Kürze ihre Projekttage durch. Stolz ist Balduin darauf, dass bei den Schülern die Projekte „Nazizeit in der Eifel“ und „Schule ohne Rassismus“ besonders hoch im Kurs stehen. Doch am beliebtesten sei das Projekt „Asiatisch kochen“ mit 108 Teilnehmern.

Haushalt des Zweckverbands

Rund 2,4 Millionen Euro umfasst der Etat des Schulzweckverbandes Blankenheim-Nettersheim für das Haushaltsjahr 2020, der ebenfalls in der Sitzung am Donnerstag beschlossen wurde.

Die Kommunen Blankenheim und Nettersheim zahlen jeweils eine Umlage zu diesen Kosten. Diese errechnet sich aus den Schülern an den Standorten in den Kommunen – das Verhältnis beträgt etwa 70 zu 30.

Da die Mehrzahl der Schüler aus Blankenheim stammt, liegt die Umlage für diese Gemeinde bei rund 1,3 Millionen Euro, Nettersheim beteiligt sich mit gut 550.000 Euro. (tn)

In Planung befindet sich eine Fahrt nach Auschwitz, auf die die Schüler im Unterricht lange vorbereitet werden. Stolz ist man auch auf die Zusammenarbeit mit der Universität Aachen, die die Schüler auf ihrem Weg zum Studium unterstützt.

ÖPNV-Anbindung soll verbessert werden

Im Zuge der Sitzung stellte Bernd Niedermeier von der Planungsgruppe MWM aus Aachen die Pläne für den Teil der Außenanlage vor, an dem die Schulbusse halten. Das Planungsbüro ist mit dem Interkommunalen Entwicklungskonzept betraut und so mit der Planung für das Kultur- und Bildungszentrum, zu dem das Schulgelände werden soll. 1,2 Millionen Euro kostet der nächste Schritt, in dessen Mittelpunkt der neue Bus-Port steht.

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Geplant sind acht Bushaltestellen in sägezahnartiger Anordnung. Im Umfeld entstehen eine Eltern-Haltezone und eine sichere Wegführung für die Schüler zum Schulgebäude. „Derzeit finden wir hier einen desolaten Zustand vor“, so Niedermeier. Weil die Haltestellen an den ÖPNV angebunden werden, fördert der Nahverkehr Rheinland (NVR) den Bau des Bus-Ports zu 90 Prozent. „Ein Glücksfall“, so Niedermeier. So liege der Eigenanteil nur bei knapp über 100.000 Euro.

Die Verbandsversammlung gab den Planern einstimmig grünes Licht, den Antrag zu stellen, der bis Ende März beim NVR vorliegen muss. Wird das Projekt für eine Förderung ausgewählt, fällt der Startschuss für die Baumaßnahme 2021.

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