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ForstbetriebDie Waldbewirtschaftung ist auch in Blankenheim kein Selbstläufer mehr

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Vor einem Waldstück mit hohen Fichten stehen junge Laubbäume, die von Holzpfählen gestützt werden.

Der Rotwildbestand ist weiterhin viel zu hoch. Die Konsequenz ist teurer Verbissschutz, wie hier im Mürel oberhalb von Blankenheim.

Der Wald ist für Blankenheim weiter eine sichere Einnahmequelle, auch wenn die Gewinne sinken.

Gewinne aus der Forstwirtschaft bleiben eine verlässliche Einnahmequelle für den Gemeindehaushalt in Blankenheim. Auch wenn sie niedriger ausfallen als im Vorjahr und weiter sinken werden. Für das Wirtschaftsjahr 2027 wird mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 305.700 Euro gerechnet.

Das Zahlenwerk für den Forstbetrieb stellte Martin Ritterbach, Technischer Betriebsleiter des Forstbetriebes der Gemeinde, im Ausschuss für kommunale Betriebe vor. Demnach wird sich der Überschuss vor allem aus dem Holzverkauf und den Eigenjagdpachteinnahmen unterm Strich weiter reduzieren – gegenüber   2026 um rund 50.000 Euro. Der Negativtrend hält, so die mittelfristige Finanzplanung, auch weiter an: Bis 2030 sinkt der Überschuss auf dann 267.000 Euro. Ein Selbstläufer sind die Einnahmen aus der Forstwirtschaft also nicht.

Im Einzelnen plant Ritterbach aus dem Holzverkauf nach Einnahmen im laufenden Jahr von 1,3 Millionen Euro für das kommende Jahr einen Anstieg auf rund 1,4 Millionen Euro ein. Bei den Jagdpachteinnahmen wird in diesem Jahr mit 273.200 Euro gerechnet. 2027 sollen es 282.000 Euro sein. Die Netto-Jagdpachten in den Eigenjagdbezirken betragen nach Ritterbachs Angaben aktuell zwischen 45 und 106,29 Euro je Hektar, der Durchschnittswert liegt bei 76,22 Euro jährlich pro Hektar.

Die Fichte bleibt der Brotbaum im Blankenheimer Wald

Der Gemeindewald besteht zu 54 Prozent aus Nadelholz, vor allem Fichte. Es soll 74 Prozent des im kommenden Wirtschaftsjahr vorgesehenen Holzeinschlags liefern. Aus den 46 Prozent Laubwald ist die Buche mit 17 Prozent des geplanten Holzeinschlags der größte Rohstofflieferant. Insgesamt ist nach Ritterbachs Angaben ein Holzeinschlag von 21.060 Festmetern ohne Rinde vorgesehen, was leicht über dem Wert für dieses Jahr mit 20.915   liegen würde. Nach Abzug des sogenannten X-Holzes, das sich für die Verarbeitung in den Sägewerken nicht eignet, bleiben demnach 2027 rund 19.800 Erntefestmeter übrig.

Blick in ein Waldgebiet, durch das ein Fahrweg verläuft.

Wald – hier bei Rohr – ist schön, macht aber auch viel Arbeit.

Bei den Kosten sind die Wildschadensverhütung, der Waldwegebau und die Ausgaben für Neuanpflanzungen weiterhin die größten Einzelposten. Der Kauf neuer Pflanzen steigt dabei weiter an. 2025 wurden dafür noch 27.603 Euro gezahlt, in diesem Jahr werden es 28.300 sein, im kommenden Jahr nach derzeitiger Planung 39.500 Euro. Deutlich teurer wird in 2027 auch der Bau von Schutzgattern zur Wildschadensverhütung und zum Wildschutz. Im vergangenen Jahr waren dafür 3817 Euro vorgesehen, in diesem Jahr sind es 23.800 Euro, im kommenden werden es für 3189 neue Meter Wildschutzgatter 75.500 Euro sein.

Umfangreich bleiben der Bau und Erhalt der Forstwirtschaftswege. Für die Instandsetzung von 7005 Metern, die Unterhaltung von 4550 Metern, die Wiederherstellung von Wegeseitengräben über 2270 Meter, das Anlegen von neuen Holzrückwegen (875 Meter) und den „manuellen Wegehieb“ über 24.550 Meter werden 2027 rund 203.000 Euro an Unternehmensleistungen und Materialaufwand anfallen. Das ist deutlich mehr als die doppelte Summe der 78.700 Euro in diesem Jahr.


Ziel: den Rotwildbestand eindämmen

Die zu hohen Rotwildbestände in allen Wäldern des Gemeindegebietes waren ebenfalls Thema im Ausschuss für kommunale Betriebe: Neue und teilweise drastische Maßnahmen zur Reduzierung des Bestandes wurden beschlossen. Zielwert sind zwei Stück Rotwild auf 100 Hektar, der in den kommenden fünf Jahren erreicht werden soll. In Ergänzungen zu schon Ende Juni beschlossenen Maßnahmen wurden nun Anträge der CDU- und FDP-Fraktion zusätzlich berücksichtigt. Das gesamte Maßnahmenpaket wurde einstimmig beschlossen. Es soll in die Pachtverträge aufgenommen werden, auch bei den Jagdgenossenschaften.

Erweitert wird der jetzt schon verpflichtende Nachweis des erlegten Reh-, Rot- und Schwarzwildes künftig um eine Fotodokumentation des noch nicht aufgebrochenen Stücks sowie der digitalen Erlegungskoordinaten. Diese Daten müssen spätestens innerhalb von 24 Stunden dem Verpächter übermittelt werden.

Gemeinde Blankenheim droht Jägern mit Konsequenzen

Der Sanktionenkatalog bei Nichterfüllen der Abschusspläne wird erweitert. Die Maßnahmen können dabei bis zur Kündigung des Pachtvertrags reichen. Die Idee von durch die Gemeinde angeordneten Regiejagden wurde allerdings verworfen, da sie vermutlich rechtlich nicht haltbar wäre. Von der CDU-Fraktion kommt die Idee des „kommunalen Rotwildmanagements“, das das Team um Martin Ritterbach jetzt umsetzen muss. Ein entsprechender Bericht ist einmal jährlich vorzulegen. Die Christdemokraten befürworten zudem zur wirksamen Durchführung von revierübergreifenden Bewegungsjagden als schärfste Maßnahme die Überwachung durch einen amtlich bestellten Berufsjäger nach dem Modell der Gemeinde Dahlem.

Der Arbeitsaufwand zur Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung des deutlich zu hohen Rotwildbestandes ist hoch. Daher wurden bereits Konsequenzen gezogen: Eine weitere Stelle für den gemeindlichen Forstbetrieb ist ausgeschrieben worden.