Ein seit Jahren ungenutzter Tennisplatz in Reetz soll zur Anlage für den Trendsport Padel umgebaut werden.
TrendsportEin wildes Biotop in Blankenheim-Reetz soll zum Padel-Platz werden

Eingezäunt und verwildert ist Platz drei in Reetz, der dank Fördermitteln zu einem Padel-Court umgebaut werden soll.
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In der Gemeinde Blankenheim wird ein Padel-Platz gebaut. Der Doppelcourt für den Trendsport, eine Mischung aus Tennis und Squash, soll auf dem Gelände des TV Rot-Weiß Reetz entstehen und nach derzeitigem Stand rund 270.000 Euro kosten.
Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung war die Mehrheit für den Bau deutlich. Erleichtert wurde die Zustimmung, die formal eine Beschlussempfehlung für den Gemeinderat und dessen Sitzung am 8. Oktober ist, durch einen Förderbescheid des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW. Bewilligt wurden 213.000 Euro, was 70 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Der Rest ist Eigenanteil der Gemeinde, der möglicherweise dank Eigenleistung des Tennisvereins als Hausherr des künftigen Padel-Geländes gesenkt werden kann.
Der Trendsport soll auch in Blankenheim ankommen
Padel ist auch in der Gemeinde Blankenheim als Trendsport angekommen. Es habe seit dem Herbst vergangenen Jahres vermehrt Anfragen nach Schaffung eines entsprechenden Spielfeldangebotes bei der Verwaltung gegeben, so Bürgermeisterin Jennifer Meuren. Die Mischung aus Tennis und Squash zählt zu den am schnellsten wachsenden Trendsportarten weltweit. 2027 wird es eine Disziplin der „Europäischen Spiele“ in Istanbul sein, als olympisch ist es noch nicht anerkannt.
Grund der Beliebtheit ist die leichte Erlernbarkeit der Spieltechnik, die Spielfelder sind zudem klein. Auch beim TV Reetz, der Verein hat derzeit 60 Mitglieder, hat man erkannt, dass man mit dem neuen Sportangebot vielleicht neue Interessenten auch fürs Tennis begeistern kann.
Zudem plant der TV, das am Ortsrand von Reetz gelegene Clubgelände zu modernisieren. Die beiden Tennisplätze sollen in Ganzjahresplätze mit multifunktionaler Nutzung für Fußball, Tennis, Basketball und Pickleball umgebaut werden. Die Plätze und die untere Etage des Clubhauses mit Duschen und Toiletten sollen dann nicht nur für Mitglieder, sondern mittels Onlinebuchung auch für Bürger, Gäste und Touristen zugänglich sein.
In Reetz sollen auch Mannschaften aufgebaut werden
Für Padel sind beim TV auch ein Trainingsbereich und der Aufbau von Mannschaften mit Ligabetrieb denkbar. Der Verein verfüge über Kontakte zum Tennisverband, dem der Padel-Sport organisatorisch zugeordnet ist, und in die Padel-Szene. Der Standort in Reetz ist dabei eigentlich die zweite Wahl. Zunächst hatte es Gespräche auch mit dem TC DoRi (Dollendorf-Ripsdorf) gegeben, seitens des TC habe es aber dann doch Bedenken gegeben. So kam Reetz zum Zuge.
Platz drei des dortigen Clubgeländes ist seit Jahren ungenutzt und zu einem völlig verwilderten Biotop geworden, das mit dem typischen hohen Tennisplatz-Maschendrahtzaun gesichert ist. Hier soll nun der neue Padel-Platz entstehen. Der Bebauungsplan liegt vor. Noch in diesem Jahr könnten die vorbereitenden Arbeiten beginnen, im ersten Halbjahr 2027 dann der eigentliche Aufbau der Doppel-Courtanlage und der umgebenen Anlagen.
Die Kosten für die Courts selbst, inklusive der nötigen Bodenplatte und der Statik, belaufen sich dabei auf rund 180.000 Euro. Platz drei muss zuvor gerodet werden, eine neue Zuwegung inklusive Stromanschluss und möglicherweise neue Aufenthaltsflächen am Rand müssen geschaffen und gekauft werden, eine Platzentwässerung muss angelegt werden, unter Umständen auch neue Parkplätze. Bei allen diesen Arbeiten ist eine Eigenleistung durch die TV-Aktiven möglich, was den Eigenanteil der Gemeinde deutlich senken würde. Zudem soll der gemeindliche Bauhof anpacken.
Aus Sicht der Verwaltung passt das Angebot in übergeordneten Pläne: Padel werde meist im Doppel gespielt, was neben der Förderung von Bewegung und Fitness auch der Kommunikation und der Gemeinschaft diene. Zudem wolle man auch Freizeit- und Sportangebote für verschiedene Alters- und Personengruppen schaffen.
910.000 Euro für den Kreis Euskirchen
Sechs Kommunen im Kreis Euskirchen erhalten insgesamt 910.000 Euro an Fördermitteln aus dem Programm zur Struktur- und Dorfentwicklung des ländlichen Raumes.
33.000 Euro gehen an den Bürgerverein Hohn-Kolvenbach für die Gestaltung des Dorfplatzes. 213.000 Euro erhält die Gemeinde Blankenheim für den neuen Padel-Platz in Reetz. 591.000 Euro gehen an die Stadt Mechernich für drei Projekte: jeweils 250.000 Euro für die Sanierung und Weiterentwicklung des Dorfgemeinschaftshauses in Harzheim und den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Schaven sowie 91.000 Euro für die Umgestaltung des Dorfplatzes in Antweiler. 148.000 Euro erhält der SV Rhenania Bessenich für die Sanierung und den Ausbau des Dorfgemeinschaftsraums.
