Das Bauprojekt in Baasem wird mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt, die Spielplatzplanung in Dahlem mit 40.000.
Spielplatz und GemeinschaftshausGemeinde Dahlem investiert trotz leerer Kassen

Auf dieser Fläche könnte das künftige Dorfgemeinschaftshaus von Baasem entstehen.
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Auch wenn die Gemeinde Dahlem knapp bei Kasse ist, sollen 40.000 Euro in den kommenden Haushalt zusätzlich eingestellt werden, um mit der Planung eines neuen Spielplatzes in Dahlem beginnen zu können.
Die Haushaltsplanung der Gemeinde Dahlem steht so gut wie fest. Beschlossen werden soll das Zahlenwerk, das Kämmerer Frank Hütter vorgestellt hatte, in der kommenden Gemeinderatsitzung. Das Minus beträgt im Ergebnisplan 925.914 Euro. Die 40.000 Euro für die Spielplatzplanung würden hinzukommen. Die Verwaltung, so die Empfehlung des Bauausschusses, solle nach möglichen Fördermöglichkeiten suchen.
Das war nach längerer Diskussion im Fachausschuss das Ergebnis einer Wortmeldung von Dahlems Ortsbürgermeisterin Marita Schramm (CDU) zur Veränderungsliste zum Haushalt. Sie musste sich zwar den Hinweis gefallen lassen, dass es doch an der Grundschule und auch am Vereinshaus schon Spielmöglichkeiten gebe, doch Schramm blieb bei ihrer Meinung: „Die sind zu klein. Wir haben mit 2000 Einwohnern nun mal die meisten Kinder im Gemeindegebiet.“
Die Entwicklung der Kinderzahlen soll maßgeblich sein
Das ließ Ratsmitglieder aus anderen Orten aufhorchen. Marion Freyaldenhoven (SPD) aus Berk: „Dann wollen wir, oder vielleicht Frauenkron und Kronenburg, auch neue Spielplätze haben.“ Martin Kinnen (CDU), Ortsbürgermeister von Baasem, stimmte dem zu: „Wir haben unseren Mehrgenerationenplatz um einen Spielplatz erweitert, der wird gut angenommen.“
Iris Guder (SPD) aus Schmidtheim gab da gleich einen guten Rat: „Orientieren wir uns bei der Suche nach Fördergeldern ausschließlich an der Entwicklung der Kinderzahlen, wie sie die Bedarfsplanung des Kreises (Anmerkung der Redaktion: für Kitas und Schulen) vorgibt.“
Das Dorfgemeinschaftshaus für Baasem ist unstrittig
Unstrittig war ein anderes Projekt, das als Entwurf vom Euskirchener Architekten und Stadtplaner Dietmar M. Strick vorgestellt wurde: ein neues Dorfgemeinschaftshaus für Baasem. Schon seit 2019 laufen die Planungen im Ort, so Ortsbürgermeister Kinnen. „Das Dorf hat Lust drauf“, skizzierte er das Stimmungsbildes. Es gebe im Ort dafür eine eigene Planungsgruppe. Eine Ortsbesichtigung mit Planer Strick führte zu folgendem Ergebnis: Obwohl Baasem zwei ehemalige und eine gelegentlich geöffnete Kneipe mit Sälchen hat, ist im Ort keine Immobilie für einen Umbau geeignet. In einem Fall sei das Gebäude schlicht baufällig, so Planer Strick.
Ein Dorfgemeinschaftshaus gehöre aber nach seinem Verständnis mitten ins Dorf, mahnte der Ratsherr Ulrich Böttger (Grüne). Johannes Fahling (SPD, Ortsbürgermeister von Kronenburg) wies aber darauf hin, dass der Betrieb eines Dorfgemeinschaftshauses durchaus mit Lärm verbunden sei, was Anwohner immer häufiger kritisierten.
An Grundstück am Ortsrand wäre geeignet
Also suchte man am Ortsrand von Baasem nach einem Standort. Gefunden wurde ein gemeindeeigenes Grundstück für rund 420 Quadratmeter Nutzfläche des möglichen Gemeinschaftshauses am Dorfrand an der Ecke Hüttenstraße/Karl-Koch-Straße. Errichtet werden könnte hier ein aus mehreren Elementen bestehendes Gebäude mit Schrägdach. Es böte Raum für einen Saal mit 160 Plätzen, einen Erweiterungsraum für kleinere Gruppen und einen Raum für die Jugend mit eigenem Zugang und WC-Anlage.
Dort gäbe es genügend Stellplätze und sogar zwei Zufahrten: eine fürs Publikum und die Nutzer, eine weitere für Künstler bei Gastspielen oder die Bühnentechnik. Die Kosten werden nach Stricks Angaben auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt, was schon der auf die nächsten zwei Jahre hochgerechnete Preis inklusive Baunebenkosten sei.
Der Bauausschuss empfiehlt dem Gemeinderat das Projekt bei der Gegenstimme von Ratsmitglied Böttger. Aber mit Auflagen: Zum einen soll die Verwaltung auch hier nach Fördermöglichkeiten und Finanzierungsmodellen suchen, so der vom Ausschussvorsitzenden Matthias Brandenburg zusammengefasste Vorschlag. Zum anderen sei die Eigenleistung der Baasemer – etwa bei den Ausbaugewerken – sicherzustellen. Nach Fertigstellung sollen die laufenden Kosten soweit wie möglich von den Baasemern getragen werden, damit eine dauerhafte Belastung des Gemeindehaushalts ausgeschlossen sei.
„Dafür empfehle ich Ihnen einen Betreiberverein, wie wir ihn in Dahlem für das Vereinshaus und auch die Schmidtheimer für ihr Bürgerhaus haben“, sagte Marita Schramm. Den Tipp nahm ihr Amtskollege Kinnen dankbar an: „Sobald die Politik uns grünes Licht gibt, wird der Verein gegründet.“

