Es war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen für die Rennfahrer aus dem Kreis Euskirchen. Frank Stippler und Tobias Müller fuhren beim 24-Stunden-Rennen in die Top Ten.
„24h“So lief das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring für die Fahrer aus dem Kreis Euskirchen

Wildes 24-Stunden-Rennen wie aus dem Bilderbuch: Auch der Euskirchener Tobias Müller (M.) war mit Erfolg dabei.
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Mehr Aktion, mehr Spannung, mehr Wendungen gibt es innerhalb von 24 Stunden auf einer Rennstrecke wohl nicht. Das „24h“ auf dem Nürburgring hielt auch in diesem Jahr vor mehr als 350.000 Zuschauern wieder das, was es versprochen hatte. Vor allem für die Fahrer aus dem Kreis Euskirchen war es nicht nur eine wilde Hatz über die Nordschleife, sondern auch ein Auf und Ab der Emotionen – ähnlich wie für den vierfachen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen.
Ein Wochenende zum Vergessen erlebte das Obergartzemer Team um Danny Kubasik und Christoph Breuer. Bereits während der Trainings- und Qualifikationseinheiten lief es beim Lamborghini Huracan GT3 EVO2 nicht rund. Viele kleine und größere Schwierigkeiten zehrten an den Nerven. Dennoch kam man eigentlich gut ins Rennen. Doch auch da hatte das Team von Rennazzo Motorsport (mcchip-dkr) Pech.
Lambo schlägt in die Leitplanke ein und kann nicht mehr repariert werden
Um 19.10 Uhr schlug der Lambo im Bereich Breidscheid in die Leitplanken ein. Zwar bekam das Team den Rennboliden noch in die Box, doch um 21.23 Uhr war dann klar: Der Schaden am Heck war zu groß, eine Reparatur nicht mehr sinnvoll. „Wir haben gemeinsam entschieden, das Rennen vorzeitig zu beenden“, so Kubasik.
Für Frank Stippler war es ebenfalls kein einfaches Rennwochenende. Das „24h“ war erst einige wenige Minuten alt, da erhielt der Iversheimer schon eine Zeitstrafe aufgebrummt. Der Grund: eine Kollision im Bereich der Hohenrain-Schikane mit dem Opel Corsa GS Line 130. „Nach der Startphase muss ich sagen: Im Grunde genommen war alles wie immer. Die 24h sind ein Sprintrennen von Anfang an und dementsprechend wird gefahren“, sagte Stippler.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebten der Obergartzemer Danny Kubasik (r.) und der Nettersheimer Christoph Breuer.
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Der Mechernicher Alex Hardt fuhr auf Platz eins in der Klasse.
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„Die Situation in der Hohenrain-Schikane war aus meiner Sicht ein typischer Rennunfall. Meine Meinung ist: Wenn ich in so einem langsamen Auto ganz alleine vor mich herfahre, dann würde ich an der Stelle außen herum fahren und den GT3-Zug durchlassen“, so der Iversheimer weiter.
Der Iversheimer war als Doppelstarter in einem Ford Mustang GT3 EVO 2026 unterwegs. Für das Auto mit der 64 war das Rennen kurz vor 19 Uhr beendet, nachdem Stipplers Teamkollege Arjun Maini im Brünnchen verunfallt war. Das Schwesterauto mit der „67“ fuhr mit Stippler auf den siebten Gesamtrang – trotz kleinerer Probleme.
Rennen für Carrie Schreiner beendet, bevor es gestartet war
Für Carrie Schreiner war das 24-Stunden-Rennen bereits beendet, bevor es überhaupt begonnen hatte. Nach einem unverschuldeten Unfall im ersten Qualifying war das Auto so beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. „Das ist schon bitter. Und jetzt hier beim Rennen zu sein und nicht fahren zu können, ist schwer. Wir sind die größten Verlierer“, sagte die Euskirchenerin am Samstagabend während eines Interviews.
Dieses 24-Stunden-Rennen dürfte dem Mechernicher Alex Hardt wohl sehr lange in Erinnerung bleiben. Erst der Schreckmoment nach dem Feuer-Unfall im ersten Qualifikationstraining samt persönlicher Geldstrafe. Dann ein sehr lebhaftes Rennen, bei dem das Black-Falcon-Team auf den ersten Platz der Cup2-Klasse fuhr. Im Gesamtklassement reichte es zum starken 19. Platz. „Wir sind soweit fehlerfrei durch die Nacht gekommen. Dass wir nach Donnerstag überhaupt am Rennen teilnehmen konnten, ist natürlich phänomenal“, sagte der Mechernicher.
Oepen und Dormagen fahren beim 24h in die Top 100
Der Euskirchener Tobias Müller pilotierte den Porsche 911 GT3 von Losch Motorsport in die Top 10. Zudem siegte er in der SPPro AM. Abgesehen von einem kurzen Ausritt ins Kiesbett war es ein ganz starkes Rennen von Müller, der am Samstag den Start des „24h“ gefahren war.
Sven Oepen und Manuel Dormagen belegten in der SP3T-Klasse den fünften Rang. Im Gesamtklassement kamen die beiden Mechernicher auf den 96. Rang.
Knapp fünf Stunden vor dem Rennende gab es eine bittere Überraschung für Björn Simon. An Position 3 in der Cup3-Klasse liegend, schlug das Nürburgring-Pech beim Sorg-Team um den Weilerswister Björn Simon zu. Mit Reifenschaden ging es in die Box – massiver Zeitverlust. Der Porsche Cayman mit der Startnummer 949 kam aber ins Ziel und belegte am Ende den 36. Platz im Gesamtklassement. Für Simon war es ein besonderes Rennen. Es war nämlich die zehnte Teilnahme am schwersten Rennen der Welt.
Der Flamersheimer Moritz Wiskirchen sah nicht die schwarz-weiß karierte Flagge. Er verunfallte mit dem BMW so schwer, dass das Rennen vorzeitig beendet war. Sein Bruder Philip hatte da mehr Glück und pilotierte den BMW M4 von E:Hofer Racing auf den 28. Platz des Gesamtklassements und kam ins Ziel.
Der Gesamtsieger nach Verstappen-Aus
Mercedes-AMG hat nach zehn Jahren wieder die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring gewonnen. Maro Engel, der schon 2016 beim bis dato letzten Erfolg mit an Bord war, feierte im RAVENOL Mercedes-AMG #80 seinen zweiten Gesamtsieg in der „Grünen Hölle“ und jubelte nach der Zieldurchfahrt mit seinen Fahrerkollegen Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin.
Bis knapp dreieinhalb Stunden vor Rennende hatte noch Formel-1-Superstar Max Verstappen bei seinem ersten Auftritt bei den „24h“ auf Siegkurs gelegen, bis ein Antriebswellenschaden seinen „eigenen“ Verstappen-Mercedes-AMG #3 stoppte.
