Zahlreiche Fahrer aus dem Kreis Euskirchen gehen an diesem Wochenende beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring an den Start.
24-Stunden-RennenUnd nachts riecht es in den Rennautos am Nürburgring nach Bratwurst

Der Sonne entgegen fuhr im vergangenen Jahr Danny Kubasik.
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Vom 14. bis 17. Mai schlägt das Herz des Langstreckensports an der Nordschleife: Bei den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist die längste Rennstrecke des Planeten die große Bühne für Weltklasse-Motorsport und zugleich der Treffpunkt unzähliger Fans.
Die Nennungsliste für den Endurance-Klassiker unterstreicht den Ausnahmecharakter: 161 Fahrzeuge finden sich dort, allein in der SP9-Klasse (GT3-Fahrzeuge) ist die Vielfalt der mehr als 40 Boliden so groß wie selten: Neun Hersteller sind vertreten, die Performance-Dichte ist entsprechend hoch. Mit Max Verstappen kommt zudem ein vierfacher Formel-1-Weltmeister in die Eifel. Doch die Botschaft ist klar: Auf der Nordschleife gewinnt kein Name, sondern nur ein Paket aus Geschwindigkeit, Fehlerfreiheit und Strategie sowie ein Team, das 24 Stunden lang am Limit arbeitet.
Der Weilerswister Björn Simon ist zum zehnten Mal beim 24h dabei
Auch aus dem Kreis Euskirchen gehen einige Rennfahrer an den Start. Dabei steht Björn Simon vor einem besonderen Start: Der Rennfahrer aus Weilerswist wird in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal in Folge beim 24 Hours Nürburgring an den Start gehen. Gemeinsam mit dem Team SRS Sorg Rennsport tritt er erneut im Porsche Cayman GT4 CS in der Cup3-Klasse an.
Nach zwei unfallbedingten Ausfällen in den vergangenen Jahren steht für Simon und sein Team vor allem ein Ziel im Mittelpunkt: „Wir wollen das Rennen endlich wieder ins Ziel bringen.“ Gleichzeitig blickt das Team aber auch ehrgeizig auf die Wertung. Ein Platz auf dem Podium in der AM-Klasse ist durchaus im Bereich des Möglichen.
Für Björn Simon ist es das härteste Rennen des Jahres
Das Fahreraufgebot sei stark besetzt, das Team verfüge über viel Erfahrung im Langstreckensport und alle Beteiligten hätten das notwendige Durchhaltevermögen für das wohl härteste Rennen des Jahres, betont Simon.
Besonders gespannt blickt der Weilerswister auf die Atmosphäre rund um das diesjährige Rennen. Der große Zuschauerandrang – nicht zuletzt durch die angekündigte Teilnahme von Max Verstappen – dürfte für eine außergewöhnliche Stimmung an der Strecke sorgen.
Frank Stippler teilt sich das Cockpit mit David Schumacher
„Das 24h-Rennen am Nürburgring zählt für mich zu den härtesten und beeindruckendsten Rennen weltweit“, sagt Simon. „Es ist jedes Mal aufs Neue ein unfassbares Erlebnis, ein Teil davon zu sein.“

24h-Routinier: Frank Stippler startet im Ford Mustang.
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Frank Stippler blickt mit großer Vorfreude auf das 24-Stunden-Rennen. Der Iversheimer erwartet durch den Start von Max Verstappen zusätzliche Fans und möglicherweise sogar einen neuen Zuschauerrekord. Stippler, der für das Team HRT unter anderem an der Seite von David Schumacher, einen Ford Mustang GT3 fahren wird, hofft auf ein erfolgreiches und sonniges Rennwochenende in der Eifel.
Für Tobias Müller wäre ein Platz in den Top 15 ein großer Erfolg
Der Euskirchener Tobias Müller erlebt nach 2021 seinen nächsten GT3-Einsatz beim Langstreckenklassiker. Bereits während des Sportfahrertrainings, das seit Montag läuft, spüre man rund um die Nordschleife die besondere Atmosphäre des Rennens. Müller rechnet mit einem extrem starken Fahrerfeld und wechselhaften Wetterbedingungen, sieht sein Team aber gut aufgestellt.
Ein Platz in den Top 15 wäre aus seiner Sicht bereits ein großer Erfolg. „Ich spüre absolute Vorfreude. Dieses volle Starterfeld, die ganzen Fans an der Strecke, und vor allem der Würstchengeruch im Auto, nachts, wenn man durchs Brünnchen fährt, das ist der Wahnsinn“, sagt Müller.
Kurzfristig nimmt auch Alexander Kroker am 24h-Rennen teil
Alexander Kroker wurde kurzfristig für einen Einsatz bei Black Falcon verpflichtet und startet im Porsche 911 GT3 Cup in der Cup-3-Klasse. Gemeinsam mit seinem Team peilt er ein Spitzenresultat in der stark besetzten Kategorie an. Besonders freut sich Kroker auf die einzigartige Atmosphäre rund um das 24-Stunden-Rennen und hofft auf ein durchgängiges Rennen ohne wetterbedingte Unterbrechungen.
Die Euskirchenerin Carrie Schreiner startet für das Giti Tire Motorsportteam mit der Nummer 146 in einem Porsche 911 GT3 Cup.
Sven Oepen und Manuel Dormagen starten wieder im Golf GTI
Christoph Breuer und Danny Kubasik (unter dem Pseudonym Dieter Schmidtmann) starten im Lamborghini Huracan des Obergartzemer Teams mcchip-dkr. Für das Team gehen auch die Mechernicher Markus und Daniel Nölken im Porsche Cayman GT4 ins Rennen.
Der Flamersheimer Philip Wiskirchen startet für Hofor Racing im BMW M4 GT4 mit der Startnummer 888.
Sven Oepen und Manuel Dormagen gehen wie zuletzt im VW Golf GTI TCR an den Start. Der Wagen mit der Nummer 800 ist für das Euskirchener-Mechernicher-Duo nach wie vor etwas Besonderes. Oepen und Dormagen sind bisher in ihrer Karriere vor allem Heckantrieb gefahren. Beim „24h“ geht es nun im Frontantrieb über die Strecke. „Das ist, wie wenn man bisher Automatik gefahren ist und nun plötzlich schalten muss“, so Oepen.
Alexander Hardt gewinnt Porsche Carrera Cup Benelux in Spa
Ein überaus erfolgreiches Wochenende hat der Mechernicher Rennfahrer Alex Hardt erlebt. Er ging als Gaststarter beim Porsche Carrera Cup Benelux im Rahmen der FIA-Langstreckenmeisterschaft in Spa an den Start – und holte sich einen ersten und einen zweiten Platz in den beiden Läufen.
Hardt überzeugte für das Team A-workx by Katana Tools schon in den Trainingseinheiten so sehr, dass er in die Pro-Klasse eingestuft wurde (normalerweise fährt er in der Pro-Am-Klasse). Auch eine Krankheit sowie ein verpatzter stehender Start in Rennen eins (von der NLS ist er fliegende Starts gewohnt) konnten ihn nicht aufhalten. Und er hatte Glück: Wegen eines Unfalls wurde das Rennen neu gestartet, diesmal gelang es, und es wurde ein Start-Ziel-Sieg.
Hardt sagt dazu: „Das war unfassbar für mich. Ich habe mich so extrem gefreut.“ Im zweiten Rennen startete er von Position drei und erkämpfte sich Platz zwei. „Aber jetzt ist erstmal 24h-Rennen. Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder fit bin.“ Hardt fährt einen Porsche von Black Falcon. (ets)
Der Zeitplan fürs Rennwochenende, Auftritt für Alina Hellenthal
Am Nürburgring steht ein vollgepacktes Motorsport-Wochenende rund um die ADAC Ravenol 24h an.
Am Freitag geht es früh los: Um 9.20 Uhr starten die Tourenwagen-Legenden ihr erstes Rennen. Danach folgen die entscheidenden Qualifying-Sessions der 24h, darunter Top-Qualifyings von 10.15 bis 11.35 Uhr sowie am Nachmittag bis 14.35 Uhr.
Der Samstag bildet den Höhepunkt: Nach dem Warm-up der 24h von 10 bis 11 Uhr und weiteren Rennen im Rahmenprogramm beginnt ab 12.45 Uhr die Startaufstellung auf der Zielgeraden. Das „Open Grid“ läuft von 13.10 bis 14.10 Uhr. Um 14.40 Uhr startet die Formationsrunde, ehe um 15 Uhr das Rennen beginnt.
Ein besonderer Auftritt wartet auf Alina Hellenthal aus Blankenheim. Die Ballermann-Sängerin tritt am Samstag um 21 Uhr auf der Bühne in der Fanzone im Fahrerlager auf. „Ich freue mich wahnsinnig auf den Auftritt“, sagt sie. (tom)
