Im einzigen Kreispokal-Viertelfinalspiel trafen die beiden Teams aus der Frauen-Landesliga aufeinander. Außerdem: der Wochenendrückblick.
Frauen-FußballDer TuS Zülpich bricht den Füssenich-Fluch

Freud und Leid: Füssenich-Geichs Torfrau Michelle Leyendecker ist geknickt, im Hintergrund jubeln die Zülpicherinnen.
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Viertelfinale Kreispokal der Frauen: TB-SV Füssenich-Geich – TuS Chlodwig Zülpich 3:5 (2:2). Auf „die Bundesliga-Mannschaft des 1. FC Köln“ waren die Zülpicherinnen nicht angewiesen, um endlich den lang ersehnten Sieg gegen die TB-SV zu feiern. Darüber scherzte TuS-Coach Christof Hilgers im Vorfeld mit Füssenichs Betreuer Axel Sendscheid – Hilgers war der Meinung, dass selbst mit dem FC-Kader sein Team womöglich nicht gewinnen könnte. Letztlich sollte sein Team ihn vom Gegenteil überzeugen.
In der einzigen Viertelfinale-Partie des Kreispokals Euskirchen der Frauen trafen die beiden Landesligisten TB-SV Füssenich-Geich und TuS Chlodwig Zülpich aufeinander. Auf dem Papier hätte das Derby auch das Finalspiel sein können, wie bereits 2023 und 2024 (und wenn man so will auch 2022, damals spielten die Zülpicher Frauen noch bei der SG Oleftal). Beim jetzigen 5:3-Erfolg gegen die TB-SV gelang den Zülpicherinnen nicht nur der Einzug ins Halbfinale, sondern auch der erste Pflichtspielsieg gegen den langjährigen Rivalen. Somit ist Zülpich jetzt der Top-Favorit auf den Pokalsieg 2026.
Zülpich konterte die überraschende Führung der Füssenicherinnen
Die Begegnung begann verhalten. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld, Torchancen blieben Mangelware. Die erste nennenswerte Möglichkeit der Anfangsphase gehörte den Gästen, als Lena Berend mit einem Distanzschuss Füssenichs Torhüterin Michelle Leyendecker zu einer sehenswerten Parade zwang. In der 21. Minute fiel dann überraschend die Führung für die Gastgeberinnen: Nach einer Ecke von Lara Theilmann stand Lisa Drehsen frei und brachte den Ball über die Linie. Doch die Antwort der Zülpicherinnen ließ nicht lange auf sich warten. Im direkten Gegenzug traf Saskia Reder nach Vorarbeit von Milena Ronig zum Ausgleich. Nur drei Minuten später drehte Zülpich die Partie komplett – über die Stationen Reder und Ronig vollendete Melina Born zur Führung.

Da war die Welt noch in Ordnung: Lisa Maria Drehsen erzielte das 1:0 für die Gastgeberinnen, die später noch einmal führten.
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Leitete souverän: Schiedsrichterin Lisa Reinecke.
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In der Folge übernahmen die Gäste die Kontrolle, verpassten jedoch, den Vorsprung auszubauen. Das rächte sich kurz vor der Pause: Nach einem Einwurf landete der Ball bei Laura Barber, die eiskalt zum 2:2 traf (40.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel ereignisreich. Füssenich erwischte den besseren Start und ging erneut in Führung. Ein Freistoß von Theilmann wurde für Zülpichs Torhüterin Anna Lena Lohmann zur unlösbaren Aufgabe, da sie von der tief stehenden Sonne geblendet wurde – 3:2.
Eine taktische Umstellung beim Time-out brachte Zülpich den Erfolg
Im weiteren Spielverlauf konzentrierten sich die Gastgeberinnen zunehmend auf die Defensive, während Zülpich nach Lösungen suchte, um das Spiel zu drehen. Hilgers reagierte rund 20 Minuten vor Schluss mit einem Time-out. Das nutzte er für eine taktische Umstellung auf eine Dreierkette – eine Maßnahme, die sich schnell auszahlen sollte. In der 75. Minute fiel der verdiente Ausgleich: Nach einem zunächst abgewehrten Reder-Abschluss staubte Julia Poth zum 3:3 ab. Zülpich drängte nun auf die Entscheidung und wurde kurz vor Schluss belohnt. In der 88. Minute war Lena Berend einen Tick schneller als Füssenich-Keeperin Leyendecker am Ball und schloss aus spitzem Winkel ab. Ronig wollte unbedingt sichergehen und berührte den Ball zwar noch, allerdings erst hinter der Linie. In der Nachspielzeit machte Berend mit einem Kontertor alles klar.
Während bei den Zülpicherinnen große Freude über den Premieren-Sieg über Füssenich herrschte, war aufseiten der Gastgeberinnen trotz Enttäuschung auch Stolz zu spüren. Angesichts eines stark dezimierten Kaders zeigte die Mannschaft eine engagierte Leistung. Zülpich hingegen darf nach dem Erfolg nicht nur vom Pokalsieg träumen, sondern geht nun auch mit neuem Selbstvertrauen in das erneute Aufeinandertreffen beider Teams in der Liga in wenigen Tagen.
Bereits am 10. Mai kommt es zum Wiedersehen in der Landesliga
Denn bereits am 10. Mai treffen beide Teams in der Landesliga in Füssenich erneut aufeinander. Chlodwig-Coach Hilgers hätte das Duell gerne früher gehabt: „Ich würde lieber in zwei Tagen wieder gegen sie spielen, damit die Pause nicht zu lange ist“ und verweist damit auf das spielfreie Wochenende. Seine Hoffnung ist dennoch, dass Füssenich „vielleicht angeschlagen und verunsichert ist“, warnt aber vor einem „hartem Spiel, da es schließlich ein Derby ist“. Füssenichs Trainer Moritz Barber hofft indes, dass sich die Personalsituation bis dahin etwas entspannt hat.
Füssenich-Geich: Leyendecker – Zander (78. M. Theilmann), L. Drehsen, L. Theilmann, Barber, Bönsch, Drosse, Sendscheid, Pöhler, A. Drehsen, Friedl.
Zülpich: Lohmann – Hermes, Simons, Born (80. Mertens), Ronig, Poth, Berend, Scaramozza, Reder (90.+2 Zalfen), May (78. Mehren), Wolter.
Tore: 1:0 L. Drehsen (21.), 1:1 Reder (22.), 1:2 Born (25.), 2:2 Barber (40.), 3:2 L. Theilmann (51.), 3:3 Poth (78.), 3:4 Berend (88.), 3:5 Berend (90.+4).
Halbfinale: VfL Kommern (Bezirksliga) – SC Wißkirchen (Bezirksliga; geplant am Mi., 13. Mai, 19 Uhr), SG Hellenthal (Kreisliga) – TuS Zülpich (Landesliga; geplant am Mi., 20. Mai, 19 Uhr).
Füssenich-Geich bekommt keine Mannschaft zusammen
Landesliga 2: Eintracht Kornelimünster – TB-SV Füssenich-Geich. Da Füssenich nicht in der Lage gewesen sei, eine spielfähige Mannschaft aufzubieten, habe man Kornelimünster um Verschiebung des Spiels gebeten, so TB-SV-Coach Moritz Barber. Die Einigung auf einen Alternativtermin stehe noch aus.
Fortuna Köln revanchiert sich für die Hinrundenniederlage gegen Zülpich
TuS Zülpich – Fortuna Köln II 0:1 (0:0). Der Tabellendritte Fortuna Köln nahm Revanche für die im Hinspiel erlittene 3:4-Niederlage gegen Aufsteiger Zülpich. Mit dem Tor des Tages (57.) entschieden die Gäste die Partie zu ihren Gunsten. „Es war eine sehr unnötige und unglückliche Niederlage. Wir haben über die gesamte Spieldauer hinweg eine Vielzahl an guten Einschussmöglichkeiten liegen lassen“, bilanzierte TuS-Coach Christof Hilgers und griff auf die altbekannte Fußballweisheit zurück: „Es kam, was kommen musste. Wenn du vorne keinen reinmachst, bekommst du ihn hinten rein.“ Ein Kompliment sprach er der Fortuna-Torhüterin aus, die seiner Meinung nach eine überragende Leistung geboten habe.
Der SC Wißkirchen verliert erneut knapp
Bezirksliga Staffel 2: SV Lövenich/Widdersdorf – SC Wißkirchen 1:0 (1:0). Eine erneut knappe Niederlage kassierte der SC Wißkirchen gegen den Tabellendritten Lövenich/Widdersdorf. Nach vier sieglosen Begegnungen in Folge hat SCW-Coach Horst Bartz aber keineswegs den Eindruck, dass die Ergebnisse, so schmerzhaft sie auch seien, die Mannschaft demoralisieren würden. Im Gegenteil: „In allen Spielen erarbeiten wir uns immer wieder neue Facetten, und wir sehen alle, dass wir uns positiv entwickeln“, findet er.
Personell stark geschwächt, mit nur einer Auswechselspielerin auf der Bank, ging Wißkirchen in die Partie gegen den Tabellendritten. Das Fehlen mehrerer Spielerinnen machte sich laut Bartz vor allem in Halbzeit eins bemerkbar, als sein Team phasenweise zu ängstlich agierte. Die Devise für Hälfte zwei, ungeachtet des Ergebnisses mutiger auftreten zu wollen, setzten seine Spielerinnen bravourös um: „Spielerinnen, die sonst etwas weniger in der Verantwortung stehen, gingen vorneweg. Spätestens mit der Systemumstellung auf 4-3-3 hatten wir das Momentum auf unserer Seite, und Lövenich verlor die gesamte Ordnung“, berichtete Bartz nicht ohne Stolz.
Den Gästen blieb in dieser Phase der Überlegenheit ein Torerfolg verwehrt und Lövenich brachte den knappen 1:0-Erfolg über die Ziellinie. Mit elf Zählern steht Wißkirchen weiterhin auf Tabellenplatz acht.
Kommern hat zum dritten Mal in der Rückrunde zwangsspielfrei
Bezirksliga Staffel 3: VfL Kommern – TuS Jahn Hilfarth. Zum dritten Mal in der Rückrunde wurde über ein Spiel des VfL Kommern am grünen Tisch entschieden. Nach SV Waldenrath-Straeten und Concordia Haaren hätten auch TuS Hilfarth am Spieltag nicht ausreichend Spielerinnen zur Verfügung gestanden, berichtet VfL-Trainer Sascha Wagner. Da keine Einigung über einen Nachholtermin erzielt werden konnte, wurde die Begegnung zugunsten des VfL Kommern gewertet. Die wiederholten Absagen stimmen Wagner nachdenklich: „Am Ende kann das Torverhältnis über den Aufstieg entscheiden. Das Verhalten der Vereine ist massiv unfair und unsportlich. Es fällt einem schwer, an Zufall zu glauben, wenn die Gegner gegen uns auf einmal keine Mannschaft zusammen bekommen.“
Alle Euskirchener Kreisliga-Clubs treffen doppelt
Kreisliga A Rhein-Erft/Euskirchen: VfL Kommern II – Bedburger BV II 2:2 (1:1). Torschützin: Leah Burggraf (40., 90.).
SV Mutscheid – FFC Bergheim BC 2:2 (1:1). Torschützin: Ida Giefer (20., 60.).
Efferener BC – SG Hellenthal 5:2 (2:2). Torschützin: Nancy Flindt (17., 34.).
Der Frauenfußball pausiert an diesem Wochenende
Landesliga: Am 10. Mai trifft Füssenich im Nachbarschaftsduell auf Zülpich (13 Uhr).
Bezirksliga Staffel 2: Zeitgleich reist Wißkirchen zum Tabellenzehnten nach Brauweiler.
Bezirksliga Staffel 3: Kommern duelliert sich auswärts mit dem Tabellendritten FC Eschweiler (12 Uhr).
Kreisliga A: Kommern II reist zum FFC Bergheim (13 Uhr), Hellenthal empfängt Mutscheid (12.30 Uhr).
