Auch Rückkehrer Helge Hohl und der SC Fliesteden können die Heimserie des TuS Zülpich in der Fußball-Landesliga nicht stoppen.
Fußball-LandesligaDer TuS Zülpich bleibt im Aufstiegsrennen

Bekommt hier nicht den erhofften Freistoß: Marlon Große.
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TuS Chlodwig Zülpich – SC Fliesteden 4:3 (2:2). Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft haben sollte, dass der TuS Zülpich ein ernstzunehmender Anwärter auf den zweiten Tabellenplatz und damit den Aufstieg in die Mittelrheinliga ist, lieferte diesen die Partie gegen die von Helge Hohl betreuten Gäste aus Bergheim. Die waren als Fünfter des Klassements in die Römerstadt gereist, konnten den Lauf der Heimelf auf eigener Anlage (seit Ende Oktober ohne jeden Punktverlust) jedoch nicht stoppen. Die Begegnung mit dem Fokus auf vier Protagonisten:
Marvin Iskra: Läufer, Kämpfer, Torschütze und Vorlagengeber
Bereits nach knapp zwei Minuten bot sich dem Angreifer die Gelegenheit zum Traumstart, denn nach Foul an Tim Birkenheuer zeigte der Referee sofort auf den Punkt. Iskra wirkte bei seiner Vorbereitung auf den Strafstoß zwar hochkonzentriert und schoss den Ball auch hart, aber zu wenig platziert in die rechte Ecke des SC-Tores, wo Schlussmann Alex Taach rechtzeitig zur Stelle war.
Nach dem Fehlschuss war es dem 32-Jährigen umso höher anzurechnen, dass ihm nur wenig später per Kopf im Anschluss an eine Ecke das 1:0 gelang (10.). Neben seinen läuferischen und kämpferischen Qualitäten leistete Iskra im zweiten Durchgang mit einer Direktabnahme die Vorlage zum 3:1 durch Sturmpartner Luca Ohrem (57.), dem in der starken Anfangsphase der Römerstädter dank einer schönen Einzelleistung auch schon das 2:0 gelungen war (17.).
Lukas Kremer: Früherer Euskirchener erzielte Tor in Weltklassemanier
Der Kapitän der Gäste ist neben Verteidiger Michael Uhlemann und dem aktuell verletzten Mahmut Bashite einer von drei ehemaligen ETSC-Spielern in Reihen des SCF. Nach dem verkorksten Start in die Begegnung steigerte sich der Offensivmann wie seine Teamkollegen erheblich und stellte anschließend unter Beweis, dass man spielerisch eine der stärksten Mannschaft der Landesliga darstellt. Das schnelle und präzise Direktspiel führte zunächst zum 1:2 durch Gianluis Di Fine (31.), ehe David Clauß einen Eckball am zweiten Pfosten entschlossen zum Ausgleich über die Linie drückte (38.).

Kurzer Plausch vor dem Spiel: Helge Hohl (l.) und David Sasse.
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Marvin Iskra jubelt mit Lucas Carell.
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Während Kremer in dieser Szene unbeteiligter Zuschauer war, avancierte er nach einer guten Stunde zum Hauptakteur, als er eine Hereingabe zunächst in Weltklassemanier annahm, sich dabei um die eigene Achse drehte und das Spielgerät zum krönenden Abschluss links unten im Zülpicher Kasten unterbrachte (61.) – eine sensationelle Aktion, für die der 31-Jährige auch ein Lob seines in unmittelbarer Nähe stehenden früheren Mitspielers und Sportlichen Leiters des TuS, Joseph Griesehop, einheimste.
Devin Nickisch kann auch Traumtore schießen
Wer geglaubt hatte, dass auf dieses Traumtor kein weiteres mehr folgen könnte, wurde kurz darauf eines Besseren belehrt. Eine perfekt vorgetragene Kombination über Iskra und den über rechts in die Mitte passenden Thomas Leßenich erreichte den eingewechselten Devin Nickisch, der die Hereingabe aus vollem Tempo hinter seinem Standbein mit der Hacke ins Eck beförderte – der zweite auf höchstem Niveau praktizierte Torabschluss, der TuS-Coach David Sasse zu dem Schluss kommen ließ: „Unser Matchplan, das Spiel von der Bank zu entscheiden, ist voll aufgegangen. Das war eine Riesenleistung von uns, durch die wir weiter oben dranbleiben.“
Helge Hohl: Die Rückkehr in den Kreis Euskirchen
Sein Trainerkollege Helge Hohl, der Fliesteden Ende des vergangenen Jahres von Ex-Profi Matthias Scherz übernommen und seinen Vertrag bis 2027 verlängert hatte, erlebte keine zufriedenstellende Rückkehr in den Kreis Euskirchen. Auch wenn seine Schützlinge vor allem nach der Pause ansehnlich kombinierten, fehlte in der Schlussphase der nötige Druck auf das Zülpicher Tor, um den Ausgleich irgendwie zu erzwingen.
Nur einmal musste Jan Beyers einen Distanzschuss über die Latte lenken. „Wir waren fußballerisch sicherlich nicht die schlechtere Elf, doch man muss Zülpich zugestehen, dass sie unsere Fehler gut bestraft haben“, lautete das Fazit des 34-Jährigen.
