Rund 40 Schiedsrichter aus dem Kreis Euskirchen haben noch kein erweitertes Führungszeugnis beim Verband vorgelegt, es droht die Streichung.
StützpunkttreffenFußballkreis Euskirchen hat Pläne für eine Kreisliga-C-Reform

Anstatt im Endspiel treffen Füssenich-Geich und Zülpich (hier das Landesligaduell), die beiden höchstklassigen Frauenteams, schon im Viertelfinale aufeinander.
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Eine mögliche Reform der Kreisliga C, Auflagen bei den Schiedsrichtern, der Rahmenterminplan für die Saison 2026/27 sowie die Pokalauslosung: Themen gab es beim Stützpunkttreffen des Fußballkreises Euskirchen am Montagabend in Kommern genug. Und die Resonanz konnte sich ebenfalls sehen lassen, wie Peter Dierichsweiler, Spielausschuss-Vorsitzender des Fußballkreises, mitteilte.
Pläne für die Kreisliga C: Eine Staffel für die Spaß-Fußballer
Mit der Kreisliga C in ihrer jetzigen Form ist Peter Dierichsweiler nicht zufrieden. „Zwölf, zwölf und zehn Vereine in den Staffeln ist nicht gut“, sagt der Houverather. Deshalb hat man im Fußballkreis überlegt, wie man die Situation verbessern kann.
An drei Staffeln will man festhalten – mit einem großen Aber. Denn die dritte Staffel soll eine „Just for Fun“-Staffel werden, wie Dierichsweiler erklärt. Die etwa acht Teams, die dort antreten, können nicht aufsteigen, sind dafür aber freier in der Ausübung des Fußballsports. Wenn beispielsweise Mannschaften keine elf Leute mehr zusammenbekommen, könnten auch Partien mit neun gegen neun Spielern durchgeführt werden.
Zwölf, zwölf und zehn Vereine in den Staffeln ist nicht gut.
Die beiden verbliebenen Staffeln würden auf jeweils 14 Mannschaften aufgestockt und in eine Nord- und eine Südkreisstaffel aufgeteilt. „Dann müssten die Vereine weiter fahren. Aber das müssen sie in der Kreisliga B ja auch“, so Dierichsweiler.
Sein erster Eindruck: Die Vereine seien nicht gegen den Vorschlag gewesen. Das Konzept solle nun mit den Vereinen ausgearbeitet werden. Ob die Reform der Kreisliga C bereits in der kommenden Saison umgesetzt wird, ist deshalb noch fraglich.
Der Fußballkreis will mit der Umstrukturierung Mannschaften entgegenkommen, die von ihrer Kadergröße auf der Kippe stehen. So können eventuell Abmeldungen (zurückgezogen haben der SV Bronsfeld, der SV Bessenich II und die TSV Feytal) verhindert werden.
Rahmenterminkalender 2026/27: Die Winterpause wird wieder kürzer
Die kommende Saison hat kein Herz für Planer. „Sie ist etwas tricky“, formuliert es Dierichsweiler. So falle Allerheiligen, ein stiller Feiertag, auf einen Sonntag. Das bedeutet einen zweiten Sonntag im November neben dem Totensonntag drei Wochen später, an dem kein Fußball gespielt werden darf. Eine weitere Schwierigkeit: Der 3. Oktober, der in den letzten Jahren als Termin für Pokalspiele genutzt wurde, fällt auf einen Samstag. Das, gepaart mit einem regulären Spieltag nur einen Tag später, funktioniert nicht.
Gelöst hat der Fußballkreis diese Terminproblematiken folgendermaßen: An den beiden Samstagen vor den stillen Feiertagen, also am 31. Oktober und am 21. November, finden Pokalrunden statt. Dafür fällt der sonst übliche Pokalspieltag am 3. Oktober einem Meisterschaftswochenende zum Opfer.
Wohlwissend, dass es auf den kritischen Plätzen schwierig werden könnte.
Den Saisonstart hat der Fußballverband Mittelrhein auf den 30. August terminiert – also auf das letzte Sommerferienwochenende in Nordrhein-Westfalen. Bereits eine Woche vorher wird die erste Runde des Kreispokals ausgetragen. Da am gleichen Tag aber auch die erste Runde des Mittelrheinpokals über die Bühne geht, werden die vier Vertreter aus dem Fußballkreis, die daran teilnehmen, entweder am Mittwoch davor oder danach ihre Erstrundenpartien im Kreispokal austragen, so der Plan.
Da es Beschwerden von Vereinen über die lange Winterpause gegeben hat, soll diese verkürzt werden. Die Hinrunde endet am 6. Dezember, der Spielbetrieb wird am 21. Februar, also zwei Wochen nach Karneval, wieder aufgenommen. „Wohlwissend, dass es auf den kritischen Plätzen schwierig werden könnte“, merkt Dierichsweiler an.
Auflagen für Schiedsrichter: Verband benötigt Führungszeugnisse
Schon seit Jahren müssen Schiedsrichter, die mindestens 16 Jahre alt sind, ein erweitertes Führungszeugnis beim Fußballverband Mittelrhein vorlegen. „Beim FVM steht der Kinderschutz ganz oben“, erklärt Uwe Stark, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis Euskirchen. Weil Schiedsrichter auf dem Platz und auch bei Lehrgängen mit jungen Menschen zu tun haben, dürfen Verfehlungen wie Sexualdelikte oder Kindeswohlgefährdungen nicht in den Führungszeugnissen auftauchen.
Die Satzung des FVM wurde im vergangenen Jahr überarbeitet, um sie in Bezug auf die Einsicht von Führungszeugnissen rechtssicher zu gestalten. Deshalb wurden die Schiedsrichter aufgefordert, erneut erweiterte Führungszeugnisse vorzulegen, die von Einwohnermeldeämtern ausgestellt werden. Das ist laut Stark mit einem onlinefähigen Personalausweis auch elektronisch möglich.
Wenn die 40 Schiedsrichter gestrichen werden, können wir den Laden dichtmachen.
Wie er beim Treffen mittelte, haben rund 40 Unparteiische (das entspricht einem Drittel) im Fußballkreis dieses Führungszeugnis noch nicht eingereicht, die Frist läuft am 15. März ab. Danach will der Fußballkreis auch an die Vereine dieser Schiedsrichter appellieren. Denn wenn kein Führungszeugnis eingereicht wird, werden die Unparteiischen gestrichen. Vereine, die eine bestimmte Anzahl Schiedsrichter stellen müssen, geraten dann eventuell in ein Untersoll, das mit Strafzahlungen geahndet wird.
Viel schlimmer seien die Folgen aber für den Spielbetrieb. „Wenn die 40 Schiedsrichter gestrichen werden, können wir den Laden dichtmachen“, sagt Stark. Eigentlich habe man im Fußballkreis Euskirchen – auch dank Werbemaßnahmen – eine vernünftige Anzahl von Unparteiischen. „Hoffentlich geht da jetzt nichts kaputt“, sagt er.
Fälle im Kreis Euskirchen, in denen Schiedsrichter wegen Einträgen im erweiterten Führungszeugnis ausgeschlossen wurden, sind ihm nicht bekannt.
Kreispokal: Landesliga-Duell bei den Frauen schon im Viertelfinale
Im Rahmen des Stützpunkttreffens wurden auch die Partien im Kreispokal der Männer und Frauen ausgelöst. Bei den Männern kommt es im Viertelfinale zu folgenden Partien: SV Frauenberg – SG Dahlem-Schmidtheim (Spiel 1), SC Roitzheim – TuS Mechernich (Spiel 2), FC Dollendorf-Ripsdorf – SV Rhenania Bessenich (Spiel 3) und SG Billig/Veytal – TuS Zülpich (Spiel 4).
Im Halbfinale treffen dann die Sieger aus den Spielen 2 und 3 sowie die Sieger aus den Spielen 1 und 4 aufeinander. Die Viertelfinalspiele sollen entweder am Karsamstag (4. April) oder bei geeignetem Flutlicht am Gründonnerstag (2. April) ausgetragen werden. Der SV Frauenberg muss sein Nachholspiel gegen den SV Schöneseiffen, das ursprünglich für den 4. April vorgesehen war, erneut verlegen.
Da bei den Frauen nur fünf Mannschaften am Wettbewerb teilnehmen, muss zunächst ein Entscheidungsspiel um den Einzug ins Halbfinale ausgespielt werden. Diese Partie wurde gelost – und hat es direkt in sich. Am Mittwoch, 29. April, treffen die beiden Landesligisten TB-SV Füssenich-Geich und TuS Zülpich aufeinander. Das erste Halbfinale bestreiten am 13. Mai der VfL Kommern und der SC Wißkirchen, eine Woche später empfängt die SG Hellenthal den Sieger des Viertelfinals. Das Endspiel soll am 14. Juni ausgetragen werden, eine Endspielstätte wird laut Nicole Kinzig, Frauenfußballbeauftragte des Fußballkreises, noch gesucht.

