Favoritensterben in den beiden B-Liga-Staffeln: Die Tabellenführer SG Billig/Veytal und SG Hellenthal verlieren ihre Partien.
Kreisliga-KolumneIn den B-Ligen grassiert der Fußball-Wahnsinn

In der Kreisliga C ist immerhin noch alles normal: Wüschheim-Büllesheim II (in Blau) verlor gegen Rotbachtal/Strempt II mit 1:2.
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Wenn man sich die Fußball-Kreisligen seit Rückrundenstart anschaut, muss man sich zwangsläufig die eine Frage stellen: Was ist denn da los? Und die Antwort lautet: Alle verrückt geworden!
Das fängt schon in der Kreisliga A an. Kurz bevor der Ball wieder rollte, titelte dieser Autor frank und frei: Lommersum und DHO brauchen ein Wunder. Gut, scheint ja einfach zu sein mit diesem Wundertum, man muss es nur heraufbeschwören. Klappt übrigens nicht beim Lotto, ich habe es für Sie ausprobiert. Vier Spieltage später sind aus acht Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sechs (DHO) bzw. fünf Punkte Rückstand (Lommersum) geworden. Klingt jetzt nicht nach so viel Verbesserung, aber: Beide Klubs haben in den vier Spielen der Rückrunde jeweils mehr Punkte geholt als in der gesamten Hinrunde. Der Abstiegskampf ist auf jeden Fall wieder offen.
B-Kreisligen sind wahnsinnige Wundertüten
Statt Wundern gibt es in den beiden B-Ligen derzeit eher Wundertüten. Ja, noch führen Billig/Veytal und Bliesheim die erste Staffel an. Aber von den möglichen zwölf Punkten in der Rückrunde haben beide nur vier (Billig) oder fünf (Bliesheim) Zähler geholt. Der B1-Tabellenführer ist derzeit von der Rolle und hat am Sonntag 1:2 bei Dom-Esch verloren. Bliesheim hat dafür den ersten Sieg in der zweiten Saisonhälfte geholt und bei Inter Euskirchen 7:1 gewonnen.
Großer Gewinner ist im Moment die SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich, die neun von neun Punkten geholt hat und nun in Schlagdistanz zu Billig und Bliesheim ist. Rot gesehen habe übrigens die Spieler von Blessem und Füssenich-Geich. Blessem gewann nicht nur nach Toren (1:0), sondern auch nach Platzverweisen (3:1, wobei zwei der Blessemer Hinausstellungen glatte Rote Karten waren).
Der Wahnsinn hat noch nicht auf die C-Ligen übergegriffen
Und nun scheint sich auch noch die zweite Staffel beim grassierenden Staffel-1-Fieber angesteckt zu haben! Nur so kann man erklären, dass der bisher souveräne Tabellenführer Hellenthal gegen die abstiegsbedrohte SG Houverath/Mutscheid, die zum Rückrundenstart noch nicht mal genug Leute zusammenbekommen und sechs Niederlagen am Stück verbucht hat, 2:4 verliert.
Nun ist der FC Dollendorf-Ripsdorf wieder punktgleich mit Hellenthal und hat ein Spiel weniger bestritten. Am Wochenende siegte DoRi sogar kampflos, weil Nierfeld II nicht angetreten war. Und Houverath hat durch den Sieg genau so viele Punkte wie Firmenich auf einem Nichtabstiegsplatz. Das große Aber, also Aber: Firmenich hat in der gesamten Rückrunde noch keine einzige Partie bestritten. Das dürften arbeitsreiche zwei Monate werden für Firmenichs Trainer Patrick Züll und sein Team.
Immerhin hat der Wahnsinn noch nicht auf die C-Ligen übergegriffen. Da schlägt in der Staffel 1 Tabellenführer Blessem II Schlusslicht Enzen-Dürscheven standesgemäß mit 8:0, wobei Stefan Kleinschmidt drei Treffer beisteuerte. Da verliert in der Staffel 2 das punktlose Schlusslicht Kommern II 2:3 in Satzvey, hat aber allein in dem einen Spiel 20 Prozent seiner Saisontore (10) erzielt.
Nur in der C3 gab es zumindest noch eine Überraschung mit dem 3:2-Sieg von Weyer gegen Oleftal. Doch der Tabellenzweite hat trotz der Niederlage seinen Platz behalten, weil der Dritte Kommern im Spitzenspiel bei DoRi II 0:4 verloren hat. Dass das Ergebnis so deutlich wurde, lag auch daran, dass Alexander Huth durch die Spielabsage von Nierfeld II bei der zweiten DoRi-Mannschaft auflief und drei der vier Tore besteuerte.

