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Interview

Frauenberg empfängt Dahlem-Schmidtheim
Marcel Timm: „Ich hoffe, dass er nicht vom Platz fliegt“

5 min
Marcel Timm trägt Kappe und dicke Jacke. Neben ihm macht sich ein Spieler warm.

Erwartet das erste Duell mit seinem Ex-Klub: Marcel Timm.

In der Kreisliga A trifft Frauenbergs Trainer Marcel Timm erstmals auf seinen von Christian Hammes trainierten Ex-Verein Dahlem-Schmidtheim.

Christian Hammes und Marcel Timm haben vor beziehungsweise im Laufe der Saison neue Aufgaben als Trainer angenommen. Beide sind seit Jahren eng miteinander befreundet und treffen am Sonntag im Frauenberger „Loch“ mit ihren Mannschaften aufeinander. Für Timm ist es zudem das erste Wiedersehen mit seinem ehemaligen, langjährigen Verein SG Dahlem-Schmidtheim, was der Partie zusätzlichen Reiz verschafft.

Wie gut haben Sie sich bei Ihrem neuen Klub eingelebt?

Christian Hammes: Ich fühle mich bei Dahlem-Schmidtheim superwohl, weil es wie der SV Sötenich ein sehr familiärer Verein ist, der stark auf Leute aus den eigenen Reihen setzt. Insgesamt kann ich mich mit diesen Werten voll identifizieren und betreibe den Aufwand, den man als Trainer zweifellos hat, auch gerne.

Marcel Timm: Die Truppe und der gesamte Verein haben mich herzlich aufgenommen, sodass die Integration reibungslos funktioniert hat. Ich habe mich in Frauenberg ganz schnell zurechtgefunden.

Beide Trainer sind mit der bisherigen Saison zufrieden

Sind Sie mit dem Saisonverlauf seit Ihrer Amtsübernahme einverstanden?

Timm: Grundsätzlich können wir mit der Punkteausbeute von Mitte Oktober bis jetzt zufrieden sein, positiv hinzu kam noch der Erfolg im Kreispokal gegen Bezirksligist Erft 01. Es wartet allerdings noch eine Menge Arbeit auf uns – nicht nur langfristig aufgrund der Altersstruktur des Kaders.

Hammes: Ich bin hochzufrieden, wenn man mal davon absieht, dass uns mein früherer Klub [SV Sötenich, Anm.] vier Punkte abgeknöpft hat. Ansonsten sind wir meist höchst souverän aufgetreten und haben viele klare Siege eingefahren. Zülpich bleibt zwar der Favorit, aber wir werden nach dieser guten Hinrunde versuchen, am Ende der Saison aufzusteigen.

Christian Hammes steht an der Seitenlinie und hat die Arme verschränkt.

Fühlt sich wohl in Dahlem: Christian Hammes.

Worin sehen Sie den größten Unterschied zu Ihrem vorherigen Verein?

Hammes: Fakt ist, dass in Dahlem eine kontinuierliche Jugendarbeit geleistet wurde, von der die erste Mannschaft seit Jahren profitiert. In diesem Punkt ist man schon einen Schritt weiter als in Sötenich. Ansonsten sind die Klubs vom Umfeld und dem Engagement der handelnden Personen recht ähnlich.

Timm: Der Hauptunterschied liegt in der Erfahrung der Mannschaft. Die Brüder Sebastian und Marcel Kaiser, Wesley Schleicher oder Dominik Schöpfer sind gestandene Fußballer mit einer großen Routine, die es in Dahlem in dieser Form (noch) nicht gab. Ansonsten sind beides gut geführte Vereine, in denen nicht nur der Fußball großgeschrieben, sondern auch in andere Richtungen geschaut wird.

Timm und Hammes passen zu ihren neuen Vereinen und sind akzeptiert

Welchen Eindruck macht Ihr Freund bei Ihrem Ex-Klub auf Sie?

Timm: Nicht nur der Tabellenstand zeigt, dass es passt, auch das ganze Drum und Dran stimmt. Chris ist ein offener Typ und lebt seinen Trainerjob mit vollem Einsatz, deshalb war er dort schnell akzeptiert.

Hat Sie die Entscheidung Ihres Freundes, zum SV Frauenberg zu wechseln, überrascht? Haben Sie im Vorfeld darüber gesprochen?

Hammes: Ich war nicht in die Planungen einbezogen, wusste es aber als einer der Ersten. Überrascht hat mich der Wechsel nicht, weil ich von seinen Kontakten nach Frauenberg wusste und um seine grundsätzliche Bereitschaft, eine neue Aufgabe zu übernehmen. Ich hatte schon das Gefühl, dass er es macht.

Wenn sie sich sehen, tauschen sie sich auch über den Fußball aus

Sie haben beim SV Sötenich auch zusammengespielt. Wie würden Sie den anderen denn als Fußballer charakterisieren?

Hammes: Timmi war ein sehr fleißiger Spieler, der immer versucht hat, das Maximum rauszuholen, und einer der Leistungsträger in der Landesliga. Ich bin froh, dass ich damals als junger Kerl mit so vielen guten Leuten kicken durfte. Diese Zeit hat mich sehr geprägt.

Timm: Scheng [Spitzname von Christian Hammes, Anm.] ist meistens zentral in der Abwehr aufgelaufen und war einer, der viel mit Auge gespielt hat. Das Tempo war nicht seine allergrößte Stärke.

Tauschen Sie sich regelmäßig über die Gegner aus oder verlassen Sie sich auf andere Quellen?

Timm: Es ist jetzt nicht so, dass wir jeden Montag um halb neun telefonieren. Wir beide kennen die Liga gut und müssen uns deshalb nicht ständig austauschen. Wenn wir uns privat treffen, nutzen wir aber natürlich die Gelegenheit, um über Fußball und unsere Konkurrenten zu quatschen.

Hammes: Es gibt zwei Kollegen, mit denen ich hin und wieder über gegnerische Mannschaften spreche – Timmi ist einer von ihnen. Ansonsten verlasse ich mich überwiegend auf meine eigenen Erfahrungen.

Echte Überraschungen erwarten weder Timm noch Hammes

Sie kennen sich im Grunde in- und auswendig. Können Sie sich auf dem Sportplatz eigentlich noch irgendwie überraschen?

Hammes: Die Karten liegen meiner Meinung nach ziemlich offen auf dem Tisch. Timmi kennt meine Spieler aus dem Effeff, und die Spielweise der Frauenberger ist für mich auch relativ gut vorhersehbar. Er weiß zwar nicht, welche Jungs starten werden, aber er wird sich schnell darauf einstellen können.

Timm: Auch wenn man so gut übereinander Bescheid weiß wie wir zwei, gibt es immer Kleinigkeiten, mit denen der andere vielleicht nicht rechnet. Aber man muss wissen, dass es letztlich immer noch die Spieler sind, die es umsetzen müssen. Da sind uns draußen dann weitgehend die Hände gebunden.

Welche Wertigkeit besitzt die Partie am Sonntag?

Timm: Gegen den Ex-Verein ist es natürlich immer etwas Besonderes. Für uns als Team wird es darauf ankommen, wie wir die PS vom Kunstrasen in Wüschheim, wo wir trainieren, auf unseren Naturrasen transportiert bekommen. Dort haben wir in diesem Jahr noch keine Begegnung ausgetragen.

Hammes: Durch unseren Spielausfall am vergangenen Wochenende ist sie definitiv höher geworden. Im „Loch“ ist es immer schwierig, das war auch schon zu Bezirksligazeiten mit Sötenich so. Das Duell ist ein Gradmesser, zumal wir ohne unseren Kapitän Niklas Hahn, der verletzt ist, auskommen müssen.

Was wünschen Sie Ihrem Freund für die 90 Minuten?

Hammes: Bei aller Liebe zu Marcel: Keine drei Punkte, aber ein faires und ansehnliches Kreisligaduell, bei dem er Spaß hat, gegen seine Ex-Kollegen und seinen Kumpel anzutreten.

Timm: Ich hoffe, dass sich keiner seiner Spieler verletzt und dass er selbst nicht vom Platz fliegt. Aber er ist ja ruhiger geworden.