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Sportlerwahl 2025Einst wurde Luke Bungart bei der JSG Erft Euskirchen beinahe aussortiert

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Der Spieler Luke Bungart auf dem Fußballplatz. Er trägt das rot-schwarz-gestreifte Trikot seines Vereins.

Erst ins Tor, dann ins Schwarze: Luke Bungart.

Angreifer Luke Bungart von der JSG Erft 01 Euskirchen zeigt auf dem Platz konstante Leistungen auf hohem Niveau und erzielte 53 Saisontore.

Fußball ist bekanntermaßen ein Mannschaftssport, und nur die sehr unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Akteure sorgen dafür, dass ein Kollektiv letztlich erfolgreich sein kann. Und dennoch gibt es in den jeweiligen Vereinen Spieler, die durch konstante Leistungen auf hohem Niveau aus einem guten ein sehr gutes Team machen.

Angreifer Luke Bungart von der JSG Erft 01 Euskirchen ist zweifellos ein solches Ausnahmetalent, ohne das der Bezirksligaaufstieg zum Ende der vergangenen Saison wohl nicht ganz so reibungslos funktioniert hätte. Atemberaubende 53 Treffer und 20 direkte Zuspiele zu einem Tor gingen auf das Konto des 23-Jährigen, der aber nicht allein wegen seiner erfolgreichen Abschlüsse ein extrem hohes Standing bei seinen Kollegen genießt.

„Er wäre genauso beliebt, wenn er keine Tore am Fließband schießen würde. Das liegt ganz einfach daran, dass er ein piekfeiner Kerl ist“, erklärt mit JSG-Coach Christopher Kockerols ein Mann, der es wissen muss. Denn der Übungsleiter kennt Luke Bungart schon, seit dieser als D-Jugendlicher im Juli 2013 mit seinem besten Kumpel Leon Fussel beim Training in Kuchenheim aufkreuzte.

Der damalige Co-Trainer setzte sich gegen seinen Chef durch

Kockerols, zu dieser Zeit als Co-Trainer unter Kurt Krüger tätig, erinnert sich noch gut an die ersten Gehversuche des künftigen Goalgetters, die nicht alle auf Anhieb überzeugten: „Mein Chef war der Meinung, dass an dem Kerl nicht viel dran sei, und wollte ihn nicht haben. Doch mir sind seine enorme Schnelligkeit und die Tatsache, dass er die Dinger trotz seiner Zahnstocherbeine mit links und rechts reingeknallt hat, positiv aufgefallen“, blickt sein Förderer amüsiert zurück.

Zum Glück konnte sich Kockerols damals durchsetzen, und der elfjährige Bungart blieb bis zum heutigen Tag im Verein, wo er zahlreiche Höhen, aber auch Tiefen (zwischenzeitlich dachte er sogar mal ans Aufhören) miterlebte und schließlich zum Unterschiedsspieler wurde. Seinen Kritikern, die ihm nicht zugetraut hatten, sich auch in der Bezirksliga zu behaupten, hat der Instinktfußballer in den letzten Monaten den Mund gestopft – mit 14 Treffern aus 13 Begegnungen ist er auf dem besten Weg, zum vierten Mal in Serie eine Saison mit mehr Toren als Spielen hinzulegen.

„Luke spielt eine elementar wichtige Rolle bei uns. Auch dank ihm sind wir sehr guter Dinge, dass wir in diesem Jahr die Klasse halten können“, bekräftigt Kockerols. Der ausgewiesene Darts-Fan, der seiner Leidenschaft durch den entsprechenden Torjubel – der Imitation eines Wurfes – schon seit längerer Zeit Ausdruck verleiht, vereinigt vier für einen guten Stürmer wichtige Fähigkeiten auf sich: Tempo, zwei starke Füße für die finale Aktion, ein ausgeprägter Torriecher sowie eine gesunde Portion Robustheit, die man dem nach wie vor schlaksigen Typ auf den ersten Blick nicht zutraut. So viel Qualität weckt natürlich das Interesse höherklassiger Klubs, dem der heimatverbundene Fußballer aus dem Bad Münstereifeler Höhenort Wald bislang widerstanden hat.