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Sportlerwahl 2025Markus Habermann läuft noch, wenn andere längst schlafen

3 min
Markus Habermann ist für die Sportlerwahl 2025 nominiert.

Markus Habermann ist für die Sportlerwahl 2025 nominiert.

Markus Habermann vom TuS Kreuzweingarten-Rheder nimmt 2026 an der Backyard-Ultra-WM teil. Er will dann drei Tage am Stück laufen.

Am Tag nach einer unruhigen Nacht, in der man nur wenig oder gar nicht schläft, fühlt man sich wie gerädert. Selbst kleinere Aufgaben des Alltags wirken plötzlich ungewohnt herausfordernd. Sich länger auf eine bestimmte Tätigkeit zu konzentrieren, wird zu einem nur schwer überwindbaren Hindernis.

Für Markus Habermann hingegen ist es mittlerweile völlig normal, bei seiner sportlichen Tätigkeit auf Schlaf zu verzichten. Zum dritten Mal nahm er im vergangenen Jahr am sogenannten „Biber Backyard Ultra“-Lauf teil und schaffte es dabei, ganze 31 Stunden auf den Beinen zu bleiben. In jeder Stunde musste er eine Strecke von 6,7 Kilometern zurücklegen. Bei einer schnelleren Rundenzeit konnte er die verbliebenen Minuten verschnaufen oder sich stärken, bevor pünktlich zur vollen Stunde die nächste Runde in Angriff genommen werden musste. Um für eine solche Aufgabe gewappnet zu sein, sei das mentale Training ebenso wichtig wie das körperliche, betonte der Dauerläufer. „Man muss seine mentale Grenze finden und im besten Falle überschreiten. Sobald der Kopf sagt, es geht nichts mehr, ist auch der Körper nur noch zu 70 Prozent leistungsfähig.“

Markus Habermann hat sich fürs Backyard-Ultra-WM-Team qualifiziert

Obwohl es Habermann gelang, beim Biber-Ultra 31 Runden zu absolvieren, musste er sich mit dem zweiten Platz begnügen. Ein Umstand, der den Kreuzweingartener mit Blick auf sein weiteres Training jedoch nicht aus der Ruhe bringen konnte. „Bei einem solchen Wettkampf ist man im Grunde nur selbst sein einziger Kontrahent. Der selbstauferlegte Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, würde mich nur noch mehr in meiner Konzentration stören.“

Die Aussicht auf einen Platz im deutschen Backyard-Ultra-WM-Team förderte seinen Ehrgeiz, und tatsächlich gelang ihm im Oktober die Qualifikation. „Aktuell bin ich deutschlandweit auf Platz drei, und ich hoffe, meine Leistung bis zur Weltmeisterschaft noch steigern zu können.“

Wenn die Tagesform stimmt, möchte ich 72 Stunden durchlaufen.
Markus Habermann

Die Chancen auf ein gutes Abschneiden seien durch die Wahl des Austragungsortes sogar gesteigert worden, freut sich Habermann. „Die Veranstalter des Biber-Ultra waren so begeistert davon, dass ich an der WM teilnehme, dass sie sich mit ihrer Strecke beworben und tatsächlich den Zuschlag bekommen haben.“ Dieses Heimspiel möchte der 45-Jährige für eine neue persönliche Bestzeit nutzen. „Wenn die Tagesform stimmt, möchte ich 72 Stunden durchlaufen.“

Der Biber-Ultra im Juni dient als wichtigste Trainingseinheit. „Diese Höchstleistung lässt sich beim normalen Training nicht erbringen. Zum einen fehlt ohne Wettkampf die nötige Motivation, zum anderen wäre es für den Körper sehr ungesund, sich noch häufiger solcher Langzeitbelastung auszusetzen“, so Habermann. „Für den Lauf im Juni habe ich mir vorgenommen, 60 bis 70 Stunden zu schaffen, um dann bei der WM im Oktober alles abrufen zu können und die erhofften drei Tage durchzulaufen.“

Da seine Lieblingsstrecke des Biber-Ultra für die Weltmeisterschaft zudem ein paar kleinere Umbaumaßnahmen erfahren und ein wenig flacher gestaltet werden solle, blicke er zuversichtlich und voller Vorfreude auf dieses Highlight seiner bisherigen läuferischen Karriere.