Die U18 des Tennisclubs Rot-Weiß Euskirchen spielt in der Verbandsliga. Für das junge Team steht nicht nur sportlicher Erfolg im Fokus.
Tennis-VerbandsligaFreundschaft und Tennis spielen bei U18 des TC RW Euskirchen Doppel

Alles im Blick: Nachwuchsspielerin Greta Regh freut sich auf das erste Heimspiel in der Verbandsliga.
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Für die U18-Juniorinnen von Rot-Weiß Euskirchen ist die aktuelle Saison eine Herausforderung: Erstmals tritt die Mannschaft in der Verbandsliga an – der höchsten Spielklasse, die ein Jugendteam des Vereins seit Jahrzehnten erreicht hat. Auch für Trainer Uli Löffelholz, der seit 1974 Mitglied des Vereins und seit 1991 als Trainer aktiv ist, stellt dies einen Meilenstein dar.
„Das ist die erste Verbandsliga-Mannschaft im Juniorinnenbereich seit meiner Zeit als Trainer“, sagt er. In den vergangenen Jahrzehnten habe er sämtliche Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt. Zwar habe es früher ebenfalls Jugendteams auf Verbandsebene gegeben, doch die Rahmenbedingungen seien andere gewesen. „Damals waren die Spielerinnen und Spieler oft ausschließlich auf Tennis fokussiert. Heute konkurrieren Schule und andere Sportarten um die verfügbare Zeit“, so der Coach.
Der Erfolg der Mannschaft basiert auf Kontinuität
Der Erfolg der aktuellen Mannschaft basiert vor allem auf einer außergewöhnlichen Kontinuität. Anders als bei vielen Jungenmannschaften, deren Spieler häufig parallel Fußball spielen und dadurch häufiger wechseln, sei diese Gruppe über Jahre hinweg zusammengewachsen. Die Mädchen begannen bereits im Kindesalter gemeinsam auf Kleinfeldern und in Vierergruppen, durchliefen anschließend die verschiedenen Entwicklungsstufen bis hin zum Maxifeld und entwickelten sich dabei zu einer eingespielten Einheit.
Ein weiterer Vorteil: Die Spielerinnen stammen nahezu alle aus demselben Jahrgang und verfügen über eine vergleichbare Spielstärke. Alters- oder Leistungsunterschiede, die Mannschaften oft auseinanderbrechen lassen, spielen hier kaum eine Rolle. Dadurch gelingt der Übergang vom Juniorinnen- in den Damenbereich nahezu nahtlos. Einige Spielerinnen sammeln bereits jetzt Erfahrungen bei den Damen und werden dort auch künftig gemeinsam aufschlagen.
Verbandsliga bringt neue Herausforderungen mit sich
Die Verbandsliga stellt die jungen Tennisspielerinnen allerdings vor neue Herausforderungen. „Das ist schon eine andere Klasse“, beschreibt Mannschaftssprecherin Theresa Rothkopf den Unterschied zur Bezirksliga. Die Gegnerinnen verfügen nicht nur über bessere Leistungsklassen, sondern treten häufig auch deutlich professioneller auf. „Die wärmen sich sogar richtig auf“, sagt Mannschaftskollegin Greta Regh mit einem Augenzwinkern.
Die ersten Medenspiele gegen den TC GW Grossrotter Hof und den Bonner THV gingen jeweils mit 0:6 verloren. Lehrgeld sozusagen. Dennoch bewertet die Mannschaft die bisherigen Erfahrungen positiv. „Man lernt, mit Rückschlägen umzugehen“, sagt Milla Dahmen. Gerade die mentale Stärke werde auf diesem Niveau besonders gefordert. Wer früh im Match deutlich zurückliegt, müsse trotzdem weiterkämpfen und dürfe nicht den Mut verlieren. Dass sie kämpfen können haben die Nachwuchsspielerinnen schon bewiesen. Am dritten Spieltag in Siegburg wurden die ersten Duelle in der neuen Klasse gewonnen, es setzte letztlich eine 2:4-Niederlage.
Die Mädels dürfen nur nicht letzter werden. Und das ist definitiv möglich.
Der Druck hält sich dabei in Grenzen. Gegen die favorisierten Gegnerinnen sind die Erwartungen gering. Gleichzeitig bietet das Leistungsklassensystem zusätzliche Motivation, da Siege gegen höher eingestufte Spielerinnen besonders viele Punkte bringen. Obwohl der Klassenerhalt schwierig werden dürfte, bleibt er das erklärte Ziel der Mannschaft. „Die Mädels dürfen nur nicht letzter werden. Und das ist definitiv möglich“, sagt Jugendwart Noah Dahmen. Komplettiert wird die U18 von Henriette von Blumencron und Mathilda Rothkopf.

Theresa Rothkopf spielt für den TC RW Euskirchen in der Verbandsliga.
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Theresa Rothoph (v.l.), Milla Dahmen und Greta Regh. Komplettiert wird die Mannschaft von Henriette von Blumencorn.
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Zum Tennis fanden die Spielerinnen auf ganz unterschiedlichen Wegen. Greta Regh wurde von ihren Cousinen und ihrer Freundin Milla Dahmen begeistert, die hatte wiederum bereits im Alter von vier Jahren begonnen, inspiriert durch ihre tennisbegeisterte Familie. Theresa Rothkopf wechselte mit zehn Jahren von der Leichtathletik zum Tennissport, nachdem ihre Familie während eines Urlaubs Gefallen am Tennis gefunden hatte.
Die Freundinnen trainieren zwei- bis dreimal pro Woche
Allen gemeinsam ist der hohe zeitliche Aufwand. Zwei- bis dreimal pro Woche steht Training auf dem Programm, hinzu kommen freie Verabredungen zum Spielen, sobald das Wetter mitspielt. Regh und Dahmen kommen aus Stotzheim und besuchen die Jahrgangsstufe 11 des Emil-Fischer-Gymnasiums, die Dom-Escherin Theresa Rothkopf besucht das Gymnasium in Rheinbach.
Der Tennisclub ist längst mehr als nur ein Sportverein. Er ist Treffpunkt, Freundeskreis und zweites Zuhause. Besonders im Winter nehmen die Jugendlichen zusätzliche Wege in Kauf. Da in Euskirchen keine vereinseigene Tennishalle zur Verfügung steht, wird in Rheinbach trainiert. „Tennis macht vor allem Spaß. Ich mag dic Kombination aus Einzelsportart und Mannschaftsding“, sagt Theresa Rothkopf. Dem stimmen ihre Mannschaftskolleginnen zu.
Vieles funktioniert im Nachwuchs über Mundpropaganda
Die Nachwuchsgewinnung bei Rot-Weiß Euskirchen funktioniert seit Jahren bemerkenswert gut. Einen großen Anteil daran hat die langjährige Arbeit des Trainers Uli Löffelholz. Viele ehemalige Schülerinnen bringen inzwischen ihre eigenen Kinder zum Training.
Einen zusätzlichen Schub erlebte der Tennissport laut Noah Dahmen während der Corona-Pandemie, als Tennis eine der wenigen erlaubten Freizeitaktivitäten war. Bis heute profitiert der Verein von diesem Aufschwung.
Tennisclub Rot-Weiß Euskirchen zählt 370 Mitglieder
Mit rund 370 Mitgliedern und einem neu errichteten Flutlichtplatz sieht sich der Club gut aufgestellt. Zum lebendigen Vereinsleben tragen zahlreiche Veranstaltungen bei. Der beliebte „Cocktail Cup“, Bierpong-Turniere mit bis zu 60 Teams, Mixed-Wettbewerbe sowie die traditionsreiche Clubmeisterschaft, gleichzeitig die Stadtmeisterschaft, bringen Jung und Alt zusammen. Positiv bewerten die Verantwortlichen deshalb die Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein aus Flamersheim, die sich in den vergangenen Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.
Der starke Zusammenhalt zeigt sich nicht nur während der Spiele. Die Eltern übernehmen regelmäßig Fahrdienste zu Auswärtsspielen und unterstützen die Mannschaft auf vielfältige Weise. Nach den Medenspielen gehört ein gemeinsames Essen fest zum Programm. Dabei treffen sich beide Teams und tauschen sich aus.
Auch ein einheitliches Auftreten gehört zur Mannschaftskultur. Bei den Begegnungen treten die Spielerinnen stets in den gleichen Outfits an – ein weiteres Zeichen ihres starken Gemeinschaftsgefühls. Und das soll am Samstag ab 14.30 Uhr beim ersten Heimspiel auf der Anlage am Euskirchener Stadtwald mindestens einen Punkt sichern. Gegner ist der THC Brühl.
