Kreis Euskirchen – In wenigen Tagen startet das neue Semester an der Volkshochschule. Nicht alle Vorträge, Kurse und Ausflüge können dieses Mal wie gewohnt stattfinden. Um den bildungshungrigen Teilnehmern dennoch ein lehrreiches Semester zu ermöglichen, hat die VHS Lehrpläne für jedes Szenario entwickelt.
„Die Kursplanung haben wir gut bewältigt. Eine Herausforderung war es trotzdem“, sagt Vanessa Becker, Leiterin der VHS. „Bei allen Aspekten rund um das Kursgeschehen stand und steht die Sicherheit von Kursleitern und Teilnehmern im Vordergrund.“ Im Zweifelsfall hieß das bisher: Sind die Unsicherheiten zu groß, wird der Kurs abgesagt – selbst dann, wenn er veranstaltet werden könnte. Und das soll auch in diesem Semester so bleiben.
Viele Vorträge ausschließlich digital
Viele Vorträge finden daher ausschließlich digital statt. Auch einige Kurse, die zusätzlich zum eigentlichen VHS-Programm angeboten werden, gibt es nur in digitaler Form. Das gilt zum Beispiel für Probestunden in Yoga, Pilates und Wirbelsäulengymnastik. Dennoch hoffe sie, dass zum Semesterstart der Unterricht in Präsenz möglich ist, sagt Becker.
„Die VHS lebt von Präsenzunterricht.“ An Sprachkursen etwa würden die Leute gerade deshalb teilnehmen, weil sie sich mit anderen austauschen und gemeinsam lernen können. Die Planungen der VHS sehen deshalb bisher Präsenzunterricht in den meisten Kursen vor. Der findet aber nicht wie gewohnt statt. Denn die VHS setzt auf Hygieneregeln, die über die in der nordrhein-westfälischen Coronaschutzverordnung hinausgehen. In den Kursräumen stehen die Tische in einem Abstand von 1,5 Metern. Die Teilnehmergruppen werden also zwangsläufig kleiner.
Maskenpflicht, Desinfektion und regelmäßiges Lüften
Die Kurswechsel sind so geplant, dass sich die Teilnehmer zweier Kurse nicht begegnen können. Standard im dritten Corona-Semester sind außerdem regelmäßiges Lüften, Desinfektion der Tische nach jedem Unterricht und eine Maskenpflicht, die nur am Sitzplatz aufgehoben wird. Auf den Fluren stehen genug Spender mit Desinfektionsmittel. Das gilt zumindest für die Standorte in Euskirchen und Mechernich. Nutzt die VHS die Gebäude anderer Anbieter, gelten teilweise noch striktere Hygieneregeln.
Auch für den Notfall gibt es einen Plan. Das gilt selbst dann, wenn die Ministerpräsidenten in den kommenden Wochen einen verlängerten Lockdown beschließen oder die Coronaschutzverordnung verschärfen. Darf kein Präsenzunterricht stattfinden, können fast alle Kurse ins Digitale verlagert werden, so Becker: „In diesem Fall müssen sich Kursleiter und Teilnehmer absprechen.“
Anmeldungen für Kurse und Veranstaltungen sind schon möglich
Seit Anfang Januar ist das aktuelle Kursprogramm der VHS an mehr als 300 Auslegestellen wie Banken, Geschäften und Tankstellen sowie online auf der Seite der Stadt Euskirchen zu finden. Interessierte können sich schon für Online- und Präsenzkurse anmelden.
Die Anmeldung ist auf mehrere Arten möglich: Die Anmeldekarte aus dem VHS-Programmheft kann schriftlich per Post oder per Fax (02251/15775) verschickt werden. Sie kann aber auch persönlich bei der VHS im Alten Rathaus in Euskirchen, Baumstraße 2, abgegeben werden.
Ausnahmen sind Vorträge, Exkursionen, Veranstaltungen mit Abendkasse und besonders gekennzeichnete Veranstaltungen. Auch für Veranstaltungen im Naturzentrum Eifel kann man sich nicht über das normale Verfahren anmelden. In diesem Fall müssen sich Kursinteressierte direkt im Naturzentrum anmelden.
Eine Anmeldebestätigung wird nicht verschickt. Die VHS kontaktiert die Kursteilnehmer nur dann, wenn ein Kurs ausgebucht ist oder eine Veranstaltung ausfällt. (maf)
Zwei Dinge seien dabei besonders wichtig: „Ist der Kursleiter bereit, einen Onlinekurs zu geben? Und wollen auch die Teilnehmer an einem Onlinekurs teilnehmen?“ Sollten nicht alle dazu bereit sein, müsse gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Die VHS ist flexibel: Kurswechsel seien ebenso im Gespräch wie ein Wiedereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt. Nur die Schwimmer haben in puncto Digitalunterricht das Nachsehen. Schwimmkurse fallen im schlimmsten Fall aus.
Für Integrations- und berufsbezogene Deutschkurse gelten Sonderregeln. Sie finden ausschließlich in einem sogenannten virtuellen Klassenzimmer statt. Die Vorgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind verhältnismäßig streng. Verpflichtend ist etwa ein Endgerät für jeden Teilnehmer und eine Einführung, wie dieses genutzt werden soll. „Virtueller Unterricht in den Integrationskursen ist sehr schwierig“, weiß Becker, die jahrelang den Fachbereich Deutsch als Fremdsprache betreute.
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Aber auch in dieser Hinsicht sei die VHS gut vorbereitet: Der Deutschunterricht wird von einer Kursleiterin begleitet, die sich auf digitalen Unterricht spezialisiert hat. Becker ist deshalb zuversichtlich. In den vergangenen Jahren war die Bestehensquote der VHS-Integrationskurse überdurchschnittlich hoch.
Aktuelle Informationen zu den Kursen bekommen angemeldete Teilnehmer von der VHS per E-Mail. Auch wenn der Präsenzunterricht noch nicht sicher ist – die VHS macht darauf aufmerksam, dass Anmeldungen ausdrücklich erwünscht sind. „Interessierte können sich gerne schon anmelden. Dann können wir verlässlich planen und rechtzeitig informieren.“ Sollten coronabedingt Kurse unterbrochen werden, werden nur die Unterrichtsstunden berechnet, die tatsächlich stattgefunden haben. Den Betrag, der zu viel gezahlt wurde, zahlt die VHS unaufgefordert zurück.



