Wenn im Herbst die Nächte länger werden, dann schlägt ihre Stunde: Die Tiere der Nacht, allen voran die lautlosen Jäger, die Käuze, Eulen und Uhus. So ist „Die lange Nacht der Eulen“ eine der Hauptattraktionen des Hubertusfests, das am Samstag im Wildfreigehege und der Greifvogelstation Hellenthal stattfand. Trotz des kühlen und immer wieder regnerischen Wetters ließen sich viele Hundert Tierfreunde nicht vom Besuch der Veranstaltung abhalten und füllten die Wege in dem nächtlichen Tierpark.
Hirschbrunft bestimmt den Termin des Hubertusfests
Schon den ganzen Tag über strömten die Interessierten in das Wildfreigehege. Darunter auch viele Jäger, denn schließlich ist der heilige Hubertus, der Namensgeber der Veranstaltung, der Schutzheilige der Jagd. Den Termin im Herbst setzt allerdings das hormonelle Treiben der Hirsche im Wildfreigehege, die, ähnlich wie ihre Artgenossen in den Eifeler Wäldern, in diesen Wochen brünftig sind und mit ihren Rufen die Natur erfüllen.
Geländewagen, Shirehorses und Figurentheater
Ihnen galt das Interesse vieler Besucher, die von Aussichtspunkten aus das Geschehen auf der großen Hirschwiese verfolgten. Doch auch andere Attraktionen gab es zu entdecken: So waren besondere Geländewagen ausgestellt, Shirehorses, die größten Pferde der Welt, zeigten sich den Gästen, oder das Figurentheater Pan Tao belebte mit seinen wundersamen Gestalten das Geschehen auf den Wegen rund um die Greifvogelstation. Mit ihren Hörnern waren die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft Aachen gekommen, die von Max Hartl dem Publikum vorgestellt wurden. Auch deren Rollende Waldschule war vor Ort und informierte über die Tiere in der Eifel.
Flugshow im Dunkeln: Eulen ohne Flutlicht
Als es dunkel wurde, kam die Stunde der heimlichen Jäger der Nacht. Allerdings standen sie nicht im Rampenlicht. Denn zur Demonstration der Fähigkeit der Eulen und Käuze, sich in völliger Dunkelheit zu orientieren, wurde während der Flugshow das Flutlicht ausgeschaltet. Dann waren die Wege, die die Tiere durch die Luft nahmen, oft nur noch durch die kleinen Blinklichter zu verfolgen, mit denen die Falkner sie ausgestattet hatten.
44 Eulen aus 19 Arten vom Uhu bis zum Sperlingskauz

Das Figurentheater Pan Tao.
Copyright: Stephan Everling
44 Eulen aus 19 Arten präsentierte Claudia Hartl, Tochter des Stationsleiters Karl Fischer, dem faszinierten Publikum. Mit der Geschichte „Das Erwachen der Nacht“ führte Hartl das Publikum geistig durch die Welt und stellte die anwesenden Eulen vor, die von ihren Falknern oft über viele Kilometer nach Hellenthal gebracht worden waren. Dabei reichte die Bandbreite von dem Sibirischen Uhu „Frieda“, der 4,6 Kilogramm auf die Waage bringt und 1,90 Meter Spannweite hat, bis zu dem gerade mal knapp hundert Gramm schweren Sperlingskauz „Pucky“, der 16 Zentimeter Spannweite aufweist.
Moderation mit Hinweisen auf schrumpfende Lebensräume
Die Flugshow wurde von Dr. Dominik Fischer moderiert. Der Fachtierarzt für Wild- und Zoovögel informierte dabei nicht nur über die einzelnen Tiere, die aus der Greifvogelstation in Hellenthal stammten, sondern auch über die besonderen Fähigkeiten der Eulen. Dabei wies er auch auf die Probleme hin, denen die Vögel aufgrund der schrumpfenden Lebensräume ausgesetzt sind.
Andrang an Kasperletheater und Lagerfeuer
Nicht nur am Kasperletheater herrschte immer wieder Andrang. Auch das Angebot, sich ein Stockbrot an einem Lagerfeuer zu backen, traf auf großes Interesse. So sehr, dass Familie Wolters aus Mönchengladbach es vorzog, an eine Feuertonne auszuweichen. „An dem Feuer ist uns zu viel los“, sagte Mutter Marina, die mit ihrem Gatten Marco und dem elfjährigen Sohn Fynn gekommen war. „Wir sind jedes Jahr hier“, berichtete sie. Die Tiere in der Nacht zu sehen, sei ein unvergessliches Erlebnis.
Besucher schwärmen von der besonderen Atmosphäre
Schon 25 Jahre seien sie nicht mehr im Wildfreigehege gewesen, bekannten unterdessen Claudia und Georg Eul aus Kirchheim. „Den Park bei Nacht zu erleben, ist außergewöhnlich“, betonte er. Die Atmosphäre sei etwas Besonderes.

