Acht Jahre lang war Hans Kaiser Bürgermeister der Gemeinde Kall. Ins Amt kam er eher zufällig. Nun ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.
NachrufDie Gemeinde Kall trauert um Altbürgermeister Hans Kaiser

Acht Jahre war Hans Kaiser Bürgermeister der Gemeinde Kall.
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Der Kaller Altbürgermeister Hans Kaiser ist am Montag im Alter von 86 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 1999 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde gewählt und war bis zu seinem Ausscheiden aus Altersgründen 2007 im Amt. In dieser Zeit, so schreibt die Gemeinde Kall in einem Nachruf, habe er die Entwicklung Kalls maßgeblich mitgeprägt. Und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt sei er seiner Heimatgemeinde und den Menschen eng verbunden geblieben.
Ins Bürgermeisteramt war der Unionspolitiker eher zufällig gekommen. Denn eigentlich galt es in Kall als ausgemachte Sache, dass Gemeindedirektor Winfried Schölch aufgestellt werden sollte. „Er war von der CDU-Fraktion schon nominiert und hat plötzlich zurückgezogen. Da war’s passiert“, sagte Kaiser dazu später in einem Interview. Er gewann die Stichwahl gegen Erhard Sohn mit 54,1 Prozent der Stimmen. Auch 2004 ging es für Kaiser und Sohn in die Stichwahl, der Amtsinhaber Kaiser setzte sich mit 57 Prozent durch.
Geboren wurde Hans Kaiser in Köln, seine Eltern stammen aus Keldenich
Auch wenn Kaisers Eltern beide aus Keldenich stammten, war er gebürtiger Kölner. Dort war Kaiser senior als Meister in den Ford-Werken beschäftigt, seine Frau arbeitete zunächst für den damaligen Bundesbahnpräsidenten, später in leitender Funktion bei Stollwerck. Kaiser, später überzeugter Eifeler, wurde im Vringsveedel geboren. Von dort hatte der Vater sie im Krieg sicherheitshalber schon in die Eifel gebracht, als das Haus ausgebombt wurde. Kaiser lebte in dem Haus, das seine Mutter noch vor der Ehe in Keldenich hatte bauen lassen.

Hans Kaiser
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Nach seiner Lehre zum Baustoffindustriekaufmann bei der Kaller Firma Schumacher arbeitete er viele Jahre als Versicherungskaufmann. Politisch war Kaiser bei seinem Amtsantritt sehr erfahren. Erstmals saß Hans Kaiser 1972 im Kaller Rat, ständig dann ab 1975. Zudem war er viele Jahre Fraktionschef der Union und setzte sich als Ortsvorsteher für Keldenich ein.
Wie sehr er sich mit Kall identifizierte, brachte Hans Kaiser selbst einmal in wenigen Worten auf den Punkt. In einem Zeitungsinterview zu seinem Abschied aus dem Bürgermeisteramt wurde er gefragt, was ihm spontan zu Kall einfalle. Seine Antwort: „Kall ist liebenswert und wirtschaftsstark.“
Besonders für den gewerblichen Bereich setzte sich Kaiser ein
Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde lag ihm besonders am Herzen. Im Rückblick auf seine Amtszeit bezeichnete er es als einen seiner größten Erfolge, dass sich der gewerbliche Bereich kontinuierlich entwickelt habe. Bereits ansässige Unternehmen seien gewachsen, neue Flächen – zum Teil gegen Widerstände – erschlossen worden.
Hans Kaiser hinterlässt seine Frau Karin und zwei Kinder. Im Gedenken an Kaiser hat Bürgermeister Emmanuel Kunz am Kaller Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet. Kunz: „Meine und unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Frau Karin und der gesamten Familie. In der Gemeinde Kall wird Hans Kaiser unvergessen bleiben – als Mensch und als Altbürgermeister. Er hat Spuren hinterlassen, nicht zuletzt durch seinen Einsatz für Kall als starken Gewerbe- und Wirtschaftsstandort.“