Ein Treffpunkt in Kall soll der neue Urftauenpark werden, dessen Bau beginnt. Die Planung wurde nach der Flut noch einmal überarbeitet.
Grüne Oase im OrtskernDie Arbeiten am Urftauenpark in Kall haben begonnen

So soll der Urftauenpark in Kall nach der Fertigstellung im kommenden Jahr aussehen.
Copyright: Weidinger Landschaftsarchitekten
„Mitten im Ortskern von Kall entsteht eine neue grüne Oase“, freute sich Bürgermeister Emmanuel Kunz beim Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des Urftauenparks. Auf dem Areal des ehemaligen Hallenbades und der unbefestigten Parkplatzfläche daneben entsteht ein naturnaher Landschaftspark, der Aufenthaltsbereiche mit Spiel- und Bewegungsangeboten und Hochwasserschutz miteinander verbindet. Von den Kosten von knapp drei Millionen Euro übernehmen 60 Prozent der Bund und das Land NRW. Die Fertigstellung des Parks ist für Herbst 2027 geplant.
„Der Park ist eines der letzten Projekte des Integrierten Handlungskonzepts im Rahmen eines Städtebauförderungsprogramms“, erklärte Kunz. Es freue ihn besonders, dass dabei auch Anregungen aus den im Vorfeld durchgeführten Bürgerbeteiligungen umgesetzt werden. Die Kaller hätten in der Vergangenheit immer wieder die Aufenthaltsqualität im Ort kritisiert. „Mit dem Urftauenpark schaffen wir Angebote für Menschen aller Generationen. Er wird eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und bedeutet einen echten Mehrwert für den Kernort“, so der Bürgermeister. 2019 und 2020 gab es einen Wettbewerb, bei dem zehn Arbeiten eingereicht worden waren und bei dem sich das Büro Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin durchsetzte.
Planung musste nach der Flut noch einmal überarbeitet werden
Als die Planungen dann schon weit fortgeschritten waren, kam die Flut und sorgte dafür, dass der Entwurf noch einmal umfassend überarbeitet werden musste. „Wir bekamen von der Gemeinde die Vorgabe, den Hochwasserschutz in dem Bereich zu verbessern und einen Platz für Veranstaltungen zu schaffen“, berichtete Prof. Jürgen Weidinger. Die Aufgabe sei nicht leicht gewesen. Die Fläche sei früher eine Auenlandschaft gewesen, die für die Ansiedlung von Industriebetrieben aufgeschüttet worden sei.
Entstehen soll nun ein sogenannter robuster Landschaftspark, der auch bei einem erneuten Hochwasser nicht zerstört wird. Deshalb wurden zum Beispiel einige ursprünglich vorgesehene Spielgeräte ausgetauscht. Änderungen hatten sich auch daraus ergeben, dass das neue Hallenbad nun in der Auelstraße errichtet wird und deshalb die Fläche des alten Bades mit überplant werden konnte.

Zum Spaten griffen Emmanuel Kunz (5.v.l.) sowie Mitarbeiter der Verwaltung, der Planungsbüros und des Bauunternehmens.
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Der erste Bauabschnitt sieht unter anderem eine rund 1,10 Meter hohe Hochwasserschutzwand vor. Daran schließt sich ein Erdbauwerk mit Stützwänden an, das mit Bodendeckern und Sträuchern bepflanzt wird. In die Schutzwand werden Zugänge und Zufahrten zum Park integriert. Der vollständige Hochwasserschutz mit Hochwassertoren und weiteren Maßnahmen südlich des Urftauenparks wird zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt.
Für den Bauabschnitt muss aber noch ein neuer Förderantrag gestellt werden. Weil der Bereich Teil des Interkommunalen Hochwasserschutzkonzeptes ist, muss die Gemeinde warten, bis die Planung des Wasserverbands Eifel-Rur vorliegt. Im Hinblick auf die aktuelle Haushaltssperre wird die Gemeinde aber von den Bauabschnitten zwei und drei erst einmal absehen.
Abböschung soll die Urft künftig erlebbar machen
Entlang der Urft entsteht ein asphaltierter Fußweg. Er beginnt an der neuen Brücke im Norden der Straße „Am Hallenbad“ und führt bis zum südlichen Ende des Parks. Perspektivisch soll der Weg dort weitergeführt werden. Der Fußweg und die Aufenthaltsbereiche werden mit Mastleuchten ausgestattet. Der vorhandene Baumbestand soll weitestgehend erhalten bleiben. Ergänzende Baumneupflanzungen sollen die Biodiversität stärken. „Der Park wurde so geplant, dass er auch Trockenzeiten übersteht“, so der Planer.
Eine Abböschung zur Urft ermöglicht künftig den direkten Zugang zum Gewässer. „Dadurch wird die Urft erlebbar. Bislang konnte man sie überhaupt nicht sehen“, betonte der Planer. Im zentralen Bereich des Parks ist ein höher gelegener Wasserspielplatz mit Trinkwasserbetrieb vorgesehen. Hinzu kommen Sitzbänke und ein eigener Spielplatzbereich mit unterschiedlichen Angeboten.
Veranstaltungen finden auf einer Schotter- und Rasenfläche statt
Für Veranstaltungen steht künftig eine Schotter- und Rasenfläche zur Verfügung. „Ob hier dann auch wieder die Kirmes stattfindet, ist noch nicht klar“, sagte der Bürgermeister. Im Hinblick auf die Maifeier wird außerdem ein Fundament für den Maibaum angelegt.
„Der Park wird Kall im Ortskern schöner machen und die Aufenthaltsqualität verbessern“, meinte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Markus Auel. „Ich hoffe, dass der Park zu einem Treffpunkt wird, nicht nur bei Veranstaltungen, sondern auch im Alltag“, fügte Ortsvorsteher Dieter Pütz hinzu. Er hoffe ferner, dass der Hochwasserschutz zeitnah verlängert werde, weil das ein wichtiger Punkt für die Anwohner sei.

