Mehr als eine Woche nach der Sturzflut im Himalaya sind zwei Männer lebend gefunden worden. In Tunneln werden noch Hunderte Arbeiter vermisst.
Nach verheerender SturzflutZwei Arbeiter nach neun Tagen aus Tunnel in Nepal gerettet

Ein geretteter Mann wird von Bergungskräften getragen.
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Neun Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya haben Rettungskräfte in Nepal zwei Arbeiter lebend aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks geborgen. Es handle sich um einen 30-Jährigen und einen 45-Jährigen, teilte die Armee mit. Auch der Betreiber der Anlage Trishuli 3A bestätigte die Rettung. Beide Männer würden nach Kathmandu geflogen, sagte ein Sprecher. Ihr Zustand sei nach ersten Eindrücken stabil.
Rettungskräfte jubelten, als einer der Männer aus dem Schlamm gezogen wurde, wie auf einer vom Energieministerium veröffentlichten Videoaufnahme zu sehen war. Dem geretteten Arbeiter wurde von den Rettern auf die Beine geholfen. Er hob die Hand, während er zu einem Hubschrauber gebracht wurde.
Ein Foto zeigte den zweiten Mann, von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt, die Hände zum Gebet gefaltet, während ihn die Retter auf einer Trage wegbringen. Die Retter sprachen von einem „Wunder“. „Ich bin so glücklich, mein Herz ist leichter“, sagte Amir Maharjan, der Bruder des geretteten 45-jährigen Arbeiters Kabir Maharjan, der Nachrichtenagentur AFP.
Hunderte Arbeiter weiterhin vermisst – mehr als 1200 Tote
Die nepalesische Armee teilte mit, die beiden Arbeiter würden medizinisch behandelt. „Such- und Rettungsaktionen laufen weiter“, ergänzte sie.
Seit der Sturzflut werden hunderte Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in einem der verschütteten Tunnel überlebt haben könnten. Bislang waren in den Tunneln keine Überlebenden gefunden worden.
Die Zahl der Todesopfer im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya war zuletzt auf mindestens 1280 gestiegen. In Nepal wurden inzwischen 1259 Leichen geborgen, wie die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu am Donnerstag mitteilte. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 21 Tote in Tibet gemeldet.
Noch mehr als 5600 Menschen gelten als vermisst
Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche ganze Ortschaften zerstört. Rettungsteams suchen weiter nach mehr als 5600 Vermissten. In Nepal werden nach Behördenangaben 5083 Menschen vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten mehr 541 Vermisste in Tibet. Unter den Vermissten sind hunderte Ausländer, von denen viele auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren.
Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit. (dpa/afp/red)
