Im Juli hatten Stadt, Kreis und Bezirksregierungen den Weg entlang der Erft wieder eröffnet – aber nicht als Radweg, betont die Stadt.
Grober SchotterRadfahrer beklagen schlechten Zustand eines Weges in Erftstadt

Der temporäre Wall entlang des Erosionskraters ist laut Stadt eine der Schutzmaßnahmen, die im Falle eines Starkregenereignisses ein erneutes Hochwasser und Schäden verhindern soll.
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Der Weg entlang der Erft bei Blessem ist seit Juli wieder freigegeben. Wer dort jedoch mit dem Fahrrad entlangfahren möchte, merkt schnell, dass das mitunter kein leichtes Unterfangen ist.
„Endlich ist die Umfahrung via Erft-Radweg freigegeben“, schrieb Ulrich Brockmann aus Brühl dieser Redaktion. Er fragt sich: „Wer gibt so eine halbfertige Geschichte frei?“ Brockmann beklagt vor allem den groben Schotter auf dem hohen Damm an der Kiesgrube entlang, aus Türnich kommend. „Nach kurzer Zeit geht es steil in tiefem (!) Schotter wieder runter und dann folgt ein sehr holpriger Wiesenweg“, betont er weiter.
Erftstadt: Viele Radfahrer auf dem Weg bei Blessem entlang der Erft
Brockmann fügt hinzu, dass seit der Flut fünf Jahre vergangen seien. „Sicher gibt es Dinge, die zuerst versorgt werden müssen, aber nach fünf Jahren darf der Radfahrer doch erwarten, dass auch für ihn etwas Ordentliches abfällt.“
Als „abenteuerlich“ beschreibt Nils von Pein, Vorsitzender des ADFC Rhein-Erft, den Abschnitt bei der Fahrt. Die offizielle Umleitung sei kein großer Umweg. „Ich werde hier nicht noch mal langfahren und verstehe nicht, warum man das hier eröffnet hat“, so von Pein. Gleichzeitig sei ihm jedoch bewusst, dass das nicht der endgültige Radweg sei. Deshalb ärgere er sich darüber nicht allzusehr.

Mit dem Rad ist der Weg entlang der Erft holprig.
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Nils von Pein (l.) und Axel Fell vom ADFC Rhein-Erft.
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Auch Axel Fell, Pressesprecher des ADFC Rhein-Erft, betont den groben Schotter. Das Stück bei Blessem sei sehr schwer zu befahren. „Auch der Rest des Erft-Radwegs ist in einem beklagenswerten Zustand“, fügt er hinzu. Er spricht von gefährlichen Längsrissen, die zwar immer mal wieder verfüllt worden seien, aber erneut aufplatzten. Gerade bei Gegenverkehr seien solche Abschnitte nur schwer zu befahren.
Erft-Radweg soll künftig entlang des Blessemer Ortsrands verlaufen und neben der Burg Blessem
Wenn man sich, und sei es nur für kurze Zeit, auf dem Weg aufhält, merkt man schnell, dass er größtenteils von Radfahrern genutzt wird. Zwischendurch saust mal ein E-Scooterfahrer vorbei.
Den Weg wurde nach der Flut wegen des Erosionskraters und Schäden am und im Kiesgrubengelände gesperrt. Die Freigabe beschlossen die Bezirksregierungen Arnsberg und Köln, Kreis und Stadt. Dabei handelt es sich jedoch noch nicht um den endgültigen der Erft-Radweg. Der temporäre Wall entlang des Erosionskraters ist nach Angaben der Stadt eine der Schutzmaßnahmen, die im Falle eines Starkregenereignisses ein erneutes Hochwasser und Schäden verhindern soll.
„Die Wiederherstellung des letztendlichen Erft-Radweges wird dann im Zuge der Oberflächengestaltung der Sekundäraue erfolgen. Dann soll die Wegeführung entlang des Ortsrandes von Blessem und neben der Burg Blessem verlaufen“, wurde Gerd Schiffer, Leiter der Stabsstelle Wiederaufbau, damals zitiert.
Erft-Radweg: Nach Umschreibung der Grundstücke in Bergheim und Kerpen folgt Erftstadt
Die Stadt Erftstadt teilt dazu auf Anfrage mit: Der die Erft begleitende Weg im Bereich Blessem sei nicht als offizieller Radweg ausgewiesen, betont der Technische Beigeordnete Dirk Schulz: Das Teilstück „wurde unter der Prämisse freigegeben, wieder eine Möglichkeit zu bieten, entlang der Erft zu gehen“. Für Radfahrende sei weiterhin eine Umleitung bis Dirmerzheim zum Erft-Radweg ausgeschildert.
Insgesamt seien für das Teilstück „vereinzelt Hinweise zur Qualität des Weges eingegangen, allerdings, weil man der Meinung war, dass es sich um einen offiziellen Radweg handele“, so Schulz.

Wer nicht ortskundig ist, könnte trotz Umleitung über das besagte Stück rechts Richtung Gymnich und Brüggen fahren.
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„Der Rhein-Erft-Kreis beabsichtigt, den Erft-Radweg auf seiner gesamten Länge im Kreisgebiet in sein Eigentum zu übernehmen, zu unterhalten und sukzessive auszubauen“, teilt eine Sprecherin des Kreises auf Anfrage mit. Die Umschreibung der Grundstücke auf dem Gebiet der Stadt Bedburg sei erfolgt, derzeit werde dies in Bergheim vorbereitet. Es folgt Kerpen, dann Erftstadt. Dann werde das Amt für Straßenbau und Verkehr des Kreises die Verantwortung für die Wegeoberfläche des Erft-Radweges auf Erftstädter Stadtgebiet übernehmen.
Weiter seien bei der Kreisverwaltung keine Beschwerden zum Zustand der kürzlich geöffneten Wegeoberflächen eingegangen. „Es wurde vielmehr vereinzelt kritisiert, dass die Sperrung andauerte und die Umleitung fortbestand“, so die Sprecherin weiter.
Zuletzt hatten im Übrigen Kreisausschuss und Kreistag einstimmig die geplante Erft-Radweg-Trasse auf zugeschüttetem Erftflutkanal zwischen Erftstadt und Kerpen beschlossen.
