Fünf Jahre nach der Flut in Erftstadt-Blessem liegt ein Gutachten vor. Die Ermittlungen gegen zwölf Verdächtige gehen weiter.
Ermittlungen dauern anGutachten zum Einsturz der Kiesgrube in Blessem liegt vor

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zum Einsturz der Kiesgrube weiter an. (Archivbild)
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Auch annähernd fünf Jahre nach dem katastrophalen Hochwasser in NRW führt die Kölner Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen zum Einsturz der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem fort. Ein massiver Erdrutsch war dort im Juli 2021 durch die Flut verursacht worden, was dazu führte, dass mehrere Gebäude plötzlich ins Wasser stürzten.
Sprecher Ulrich Bremer teilte auf Anfrage mit, dass das von der Anklagebehörde angeforderte „sehr komplexe“ Sachverständigengutachten inzwischen vorliegt. Er ergänzte: „Die Ermittlungen schreiten also voran.“ Ein Abschlusszeitpunkt für das Verfahren lasse sich momentan jedoch nicht prognostizieren.
Erftstadt: Ermittlungen gegen zwölf Verdächtige dauern an
Die Untersuchungen konzentrieren sich weiterhin auf Baugefährdung, das fahrlässige Verursachen einer Überflutung durch Untätigkeit und einen Verstoß gegen das Bergbaugesetz. Der Verdacht lautet, dass die Kiesgrube über unzulässig steile Böschungen verfügte und ein Schutzwall gegen Hochwasser fehlte.
Diese beiden Faktoren könnten für das Einströmen erheblicher Wassermengen in die Grube verantwortlich sein. Bremer erläuterte den vermuteten Ablauf: „Eine sogenannte rückschreitende Erosion soll die Ortslage Blessem sodann unterspült und zum Einsturz mehrerer Wohnhäuser geführt haben.“
Gegen insgesamt zwölf Verdächtige wird ermittelt. Zu diesem Kreis gehören der Eigentümer und Verpächter des Tagebaus, fünf Beschuldigte des Betreiberunternehmens, fünf Beschäftigte der Bezirksregierung Arnsberg, die als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde fungiert, sowie der Geschäftsführer einer Firma für geotechnische Beratung. Im Zuge der Untersuchung wurden bereits diverse Objekte durchsucht und Dokumente beschlagnahmt.
Die Flutkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021 kostete insgesamt mehr als 180 Menschen das Leben. Allein in Nordrhein-Westfalen kamen 49 Personen ums Leben. (dpa)

