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Schnelle RadwegeGeplant – aber bisher nichts gebaut in Leverkusen

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Rheindorf: Die Trasse, die für die Rad-Komfortroute freigehalten worden ist. Bild: Ralf Krieger

Rheindorf: Das ist die jetzt noch mit Rasen bewachsene Trasse, die für die Rad-Komfortroute freigehalten worden ist.

Rüdiger Scholz (CDU) wirft der Leverkusener Stadtverwaltung vor, bei der Mobilitätswende im Vergleich der Kommunen hinterherzuhinken.

Im Zeitalter der weiten Verbreitung von Elektrofahrrädern werden gute Radschnellwege zunehmend beliebt. Ihr Merkmal ist, dass sie vorrangig zweispurig auf den alltäglichen Radverkehr ausgerichtet sein sollen, also etwa keine Umwege zugunsten einer schöneren Streckenführung haben. Angestrebt wird eine möglichst kreuzungsfreie Führung, in Städten ist das aber nicht immer möglich. Von Norden, aus Düsseldorf kommend, endet der Monheimer Fahrradschnellweg praktisch am Campus der Bayer Crop Science an der Stadtgrenze zu Hitdorf. Die Strecke im Süden von Köln über die B8 und durch die Beamtenkolonie und die Wiesdorfer City bis zum Anschluss am Dhünnradweg ist mittlerweile ganz gut befahrbar.

Die Strecke in Leverkusen zwischen den Anschlüssen Dhünnradweg und Monheim auf alten Radwegen erfordert dagegen gute Ortskenntnis der Radfahrer, hier ist bisher nichts geschehen, seit Leverkusen das Vorhaben 2020 ins Mobilitätskonzept der Stadt Leverkusen hineingeschrieben hat. Schon lange gibt es einen praktisch fertigen Plan der Planungsbüros Via und vom ehemaligen Opladener Büro Isaplan.

Mehrere kritische Stellen: Zum Beispiel in Rheindorf

Eine der kritischen Stellen ist der Lückenschluss in Rheindorf auf einem Grünstreifen zwischen der Löhstraße und der Solinger Straße. Dort gibt es eine freigelassene Trasse für eine früher einmal geplante Straße zur Autobahn auf der östlichen Seite der Solinger Straße in der Verlängerung der Straße Am Vogelsang.

Der Rheindorfer Ratsherr Rüdiger Scholz erinnert jetzt daran, dass eigentlich längst etwas hätte geschehen müssen. Er schreibt: „Der Lückenschluss (zwischen der Solinger Straße und der Löhstraße in Rheindorf d. Red.) wurde 2018 vom Stadtbezirk I beschlossen und im Juni 2020 vom Stadtrat in das ‚Mobilitätskonzept Leverkusen 2030+‘ übernommen. Im Dezember 2021 habe die Verwaltung mitgeteilt, dass ein Planungsauftrag für den Radschnellweg vergeben wurde, im Dezember 2022 wurde die notwendige Vorlage für die politischen Gremien für das Jahr 2023 angekündigt.“ Passiert sei seither nichts, obwohl es mittlerweile in der Stadtverwaltung sogar einen eigenen Fachbereich Mobilität gebe.

Rheindorf: Die Trasse, die für die Rad-Komfortroute freigehalten worden ist. Bild: Ralf Krieger

Rheindorf: Das ist die Trasse, die für die Rad-Komfortroute freigehalten worden ist. Rechts hat ein Anwohner seinen gepachteten Garten.

Leverkusen hinke bei der Mobilitätswende anderen Kommunen deutlich hinterher, so der CDU-Landtagskandidat. Die Politik habe ihre Arbeit erledigt, aber die Verwaltung setze die Dinge nicht um.

Streckenweise viel zu schmal: Der Rad- und Fußweg auf dem Dhünndeich.

Streckenweise viel zu schmal: Der Rad- und Fußweg auf dem Dhünndeich.

Der Lückenschluss, den Scholz meint, ist ein Grünstreifen in Rheindorf; er ist zu einem Teil als sogenanntes Grabeland an Anwohner verpachtet, die so zu einem günstigen Preis ihre Gärten vergrößern konnten. Genug Platz für einen Radweg wäre dort, nur am Ende zur Solinger Straße gibt es eine Engstelle wegen eines breiten, mit Metallgitterzaun eingezäunten gepachteten Gartens. Dieser Abschnitt ist aber nur einer der Problempunkte auf der gesamten Strecke.

Seit Längerem versucht der ADFC, Verwaltung und den Landesbetrieb Straßen NRW zu überzeugen, dass sich auf dem über 1,5 Kilometer langen vierspurigen Abschnitt des Westrings zwischen der Nobelstraße und der Rheindorfer Straße problemlos ein Radweg einzeichnen ließe. Stattdessen werden Radfahrer über den streckenweise viel zu schmalen Dhünndeich nach Rheindorf geführt. Der Weg an der Dhünn ist zwar schön, aber für Alltagsradler eigentlich nicht geeignet und gefährlich. Der Umweg im Vergleich zum Westring beträgt 600 Meter.

Viel Asphalt – wenig Autos. Der Westring in Wiesdorf. Bild: Ralf Krieger

Viel Asphalt – wenig Autos. Der Westring in Wiesdorf.

Die Förderung beim Bau von Radrouten beträgt 90 Prozent. Warum wurde die Verwaltung dennoch nicht aktiv? Eine Antwort auf die Frage blieb das Presseamt der Stadt schuldig: Es seien Ferien und weil mehrere Abteilungen damit zu tun hätten, lasse sich nicht abschätzen, wann eine Antwort vorliege.


Immer mehr Leverkusener fahren Rad

Der ADFC hat die vier Fahrradzählstellen auf dem Leverkusener Stadtgebiet ausgewertet und eine vorläufige Bilanz gezogen: Bis 31. Juli 2026 seien an den vier Zählstellen 911.970 Zählungen registriert worden. Zählstellen gibt es an der Gezelinkapelle (305.547 Radfahrer bis 31. Juli), am Dhünn-Radweg (295.036), in Hitdorf (161.261) an der Wiesenstraße/Fährstraße und auf der Balkantrasse (150.126). Nach Hochrechnung des ADFC dürften 2026 mehr als 1,5 Millionen Radzählungen erreicht werden. Wenn es so kommt, wäre der Rekord von 2025 gebrochen. Die jetzt schon erhobenen Zahlen dokumentierten die große Bedeutung des Radverkehrs auf den großen Pendlerrouten in Leverkusen, so der ADFC. (rar)