„Käthe“ heißt das erste derartige Gefährt in der Blütenstadt.
Erste E-Rikscha startet in LeichlingenJeder hat das Recht auf Wind in den Haaren

Eine Fahrt mit der E-Rikscha Käthe kann von jedem Bürger kostenlos in Anspruch genommen werden.
Copyright: Charlotte Breidohr
Es ist ein Fahrrad, das Menschen wieder hinaus in die Stadt bringt: Als Barbara Horsthemke am Mittwoch vor der neuen E-Rikscha steht, ist ihr die Freude anzusehen. Die 57-Jährige hat monatelang Spenden gesammelt und für ihre Idee geworben. Nun steht sie endlich da: „Käthe“, die erste E-Rikscha Leichlingens. „Es ist ein besonderer Tag für mich und ein Herzensprojekt, das in Erfüllung geht“, sagt die Initiatorin bei der feierlichen Vorstellung im Garten des Hauses Blütenzweig.
Unter dem Motto „Radeln ohne Alter“ bietet der Verein ADFC Rhein-Berg künftig kostenlose Ausflugsfahrten für Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen an. Die Fahrgäste müssen dabei nicht selbst in die Pedale treten, stattdessen werden sie von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern – „Pilotinnen und Piloten“ genannt – durch Leichlingen und die Umgebung gefahren.

Frank Diehl und Barbara Horsthemke vom Verein ADFC Rhein-Berg haben das Projekt in einem Jahr auf den Weg gebracht.
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„Meine Cousine hat in Darmstadt eine Rikscha organisiert, daher kannte ich den Mehrwert“, erzählt sie. Bereits vor einigen Jahren half Horsthemke dabei, ein ähnliches Projekt in Bonn umzusetzen. 2025 stellte sie ihre Idee Frank Diehl vor, dem Sprecher der Ortsgruppe Leichlingen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Gemeinsam überzeugten sie den Vorstand und machten sich auf die Suche nach Förderern.
Viele Spender machen das Projekt möglich
Rund 10.000 Euro kostete die Anschaffung der elektrisch unterstützten Rikscha. Finanziert wurde sie durch die Unterstützung zahlreicher Spender: die VR Bank Leichlingen, die Bürgerstiftung Leichlingen, die Landfrauen Leichlingen, das Globulus Sozialkaufhaus, die kirchliche Diakoniestiftung August Gehrke, die Kreissparkasse Köln sowie private Förderer.
Die E-Rikscha verfügt über einen elektrischen Motor und eine Gangschaltung. „Damit wir im Bergischen schön die Berge hoch- und runterfahren können“, sagt Horsthemke. Zwei ehrenamtliche Fahrer haben ihre Tätigkeit bereits aufgenommen. Weitere werden jedoch dringend gesucht. Wer die Rikscha steuern möchte, muss Mitglied im Verein werden. „Aus versicherungstechnischen Gründen müssen sie in den Verein eintreten“, erklärt Horsthemke.
An Fahrgästen mangelt es dagegen nicht: Erste positive Rückmeldungen kamen bereits von Bewohnern des Hauses Blütenzweig. „An Passagiere kommen wir schnell“, sagt Horsthemke mit einem Lächeln. Dabei richtet sich das kostenlose Angebot nicht ausschließlich an Senioren: „Jeder, der Lust hat“, betont die Initiatorin. „Auch junge und integrative Kinder sind willkommen.“
Erinnerungen an frühere Zeiten
Frank Diehl war anfangs skeptisch, gibt er zu. Schließlich setze sich der ADFC in erster Linie für bessere Radwege, mehr Verkehrssicherheit und die Förderung des Radverkehrs ein. Besonders die Reaktionen älterer Menschen hätten ihn beeindruckt: „Dass nun jeder das Erlebnis Radfahren wieder erleben kann, ist schön“, so der 64-Jährige.

Die E-Rikscha verfügt über einen elektrischen Motor und eine Gangschaltung.
Copyright: Charlotte Breidohr
Zu den Unterstützern des Projekts gehört auch die kirchliche Diakoniestiftung August Gehrke. Deren Vorsitzender, Pfarrer Ulrich Görn, war bei der Einweihung vor Ort und verbindet mit der Rikscha mehr als nur Mobilität: „Ich wünsche diesem Fahrrad möglichst wenig Stillstand und dass es viel unterwegs ist“, sagt der 59-Jährige. Besonders ältere Menschen könnten von den Fahrten profitieren. Viele von ihnen seien mit dem Fahrrad aufgewachsen: „Heute 80-Jährige sind in ihrem Leben wahrscheinlich mehr Fahrrad als Auto gefahren“, sagt Görn. „Sie fühlen sich wieder an ihre Kindheit auf dem Rad erinnert.“
Mit der Taufe von „Käthe“ ist das Projekt nun offiziell gestartet. Ganz abgeschlossen sind die Vorbereitungen allerdings noch nicht: Der Verein sucht eine Garage, in der die Rikscha sicher untergestellt werden kann. Ganz wichtig: Sie benötigt einen Stromanschluss zur Aufladung der Akkus .
Kontakt aufnehmen
Wer die Rikscha als ehrenamtliche Fahrerin oder Fahrer unterstützen möchte, eine Garage zum Unterstellen zur Verfügung stellen kann oder eine Fahrt vereinbaren möchte, kann sich per E-Mail an rikscha-leichlingen@web.de oder telefonisch unter 0157/5719 7671 melden. (chb)
