Der Kreis strebt an, den 2,5 Kilometer langen Radwegabschnitt zwischen Gymnich und Türnich noch 2026 zu realisieren.
Baubeginn 2026Radweg auf zugeschüttetem Erftflutkanal zwischen Erftstadt und Kerpen geplant

Wo einst die Erft floss, könnte bald geradelt werden.
Copyright: Eva-Maria Zumbé
Wo bis vor ein paar Monaten die Erft zwischen Erftstadt-Gymnich und Kerpen-Türnich entlangfloss, könnte künftig der Erftradweg verlaufen. Vorgesehen ist, auf dem zugeschütteten Erftflutkanal eine Trasse zu realisieren. Das Projekt war jüngst Thema im Verkehrsausschuss des Kreises.
Der 2,5 Kilometer lange Erftflutkanal ist aufgrund der Renaturierung der Erft zwischen Erftstadt-Gymnich und Kerpen-Türnich trockengefallen. Mit dem Radweg gibt es für den nun nicht mehr benötigten Erftflutkanal neue Pläne.
Erftstadt/Kerpen: Erftverband will Kreis ehemaligen Flutkanal verkaufen
Der Erftverband teilt auf Anfrage mit, er sei bereit, dem Kreis die Fläche des ehemaligen Flutkanals für den Bau des Radweges zur Verfügung zu stellen. Eine vertragliche Regelung stehe noch aus. Die Radwegeplanung inklusive des zeitlichen Ablaufs liege beim Rhein-Erft-Kreis, teilt der Erftverband weiter mit.
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Wie in der Vorlage der Kreisverwaltung lautet, sei die in Auftrag gegebene Planung in Bearbeitung. Die Baufirma, die für den Erftverband tätig ist, wäre laut Kreis zudem bereit, den Radweg im Auftrag des Kreises direkt nach der Verfüllung der Kanaltrasse zu bauen.
Das hat nicht nur pragmatische Vorteile, sondern auch Vorteile für die Natur: So könnten bestehende Baustelleneinrichtungsflächen im empfindlichen Landschaftsraum der Erftaue auch für den Bau des Radweges genutzt werden.

Die Erft fließt in ihrem neuen Bett.
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Die Erft fließt seit Oktober 2025 zwischen Gymnich und Türnich durch einen neuen, 5,5 Kilometer langen, kurvenreichen und naturnahen Bachabschnitt. Bei der Verlegung der Erft handelt es sich um das bisher größte Renaturierungsprojekt des Erftverbandes und das größte in Nordrhein-Westfalen. Das Land fördert die Renaturierung, die insgesamt rund 10 Millionen Euro kostet, mit dem Höchstsatz von 80 Prozent.
Als das Wasser in die neue Aue geleitet wurde, wurde der 2,5 Meter lange, künstliche Erftflutkanal leergepumpt. Das Wasser landete wieder in der Erft, ebenso die Fische, die gefangen und umgesetzt wurden. Der Flutkanal wird wieder mit Erdreich verfüllt.
Der Kreis strebt an, den 2,5 Kilometer langen Radwegabschnitt noch in diesem Jahr zu realisieren. Bevor allerdings gebaut werden kann, sind noch zahlreiche genehmigungs-, vergabe- und naturschutzrechtliche Fragen zu klären.
Neben der Trasse zwischen Gymnich und Türnich arbeitet die Kreisverwaltung noch an weiteren Abschnitten, darunter in Blessem. Bei der Flutkatastrophe 2021 wurde der Erftradweg in Erftstadt schwer beschädigt, bei Blessem wurde er stellenweise komplett weggespült. Die Kreisverwaltung möchte sich dafür einsetzen, dass die Lücke, die durch die Flut im Erftradweg entstanden ist, geschlossen wird.
Der Erftradweg soll im Übrigen laut Beschluss nach und nach durchgängig auf eine Breite von 4,5 Metern ausgebaut werden, sofern es die örtlichen Gegebenheiten zulassen.
Radweg an der K 23 zwischen Erftstadt-Erp und Herrig
Auch der Radweg zwischen Erftstadt-Erp und Herrig war Thema im Verkehrsausschuss. Für den noch fehlenden Radweg an der K 23 ist Geld im Kreishaushalt eingeplant. Bei einer Informationsveranstaltung war laut der Mitteilung des Kreises keiner der anwesenden Grundstückseigentümer bereit, Flächen für einen neuen straßenbegleitenden Radweg auf der West- oder Ostseite bereitzustellen.
Sie sprachen sich stattdessen mehrheitlich dafür aus, einen bestehenden Wirtschaftsweg östlich parallel zur K 23 zu asphaltieren. Für den Ausbau wäre im Gegensatz zum straßenbegleitenden Radweg die Stadt Erftstadt zuständig und nicht der Kreis. Erftstadt erarbeitet derzeit ein Radwegenetzkonzept. Es sollen laut Kreis weitere Abstimmungen mit der Stadt erfolgen. (eva)

