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256 Hektar erblühenSo wertet das „Lebensnetz Börde“ auch den Rhein-Erft-Kreis auf

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Das Bild zeigt die Begleiter des Projektes, während sie Blumen auf einer Wiese begutachten.

Biologen und Projektbegleiter des „Lebensnetzes Börde“ begutachten eine blühende Wiesen, hier sind es Stefan Meisberger, Rebecca Lindner, Maike Guschal, Dr. Susanne Lehmann und Peter Tröltzsch (v.l.).

In einer Demonstrationsblühfläche im Umweltzentrum Friesheimer Busch dominieren noch der Wiesenpippau und Margeriten.

Zur Zeit dominieren noch die gelben Blütenkelche des Wiesenpippau und weiße Blütenblätter der Margeriten, neben roten Kleeblüten und vereinzelten blauvioletten Kelchen des wilden Salbei das Bild auf der Demonstrationsblühfläche im Umweltzentrum Friesheimer Busch.

Aber auch auf unscheinbare Gräser wie das Ruchgras, das einen Duft nach Waldmeister ausströmt, weist der Leiter des Projektes „Lebensnetz Börde“, Peter Tröltzsch hin. Es sei selten zu finden auf den hiesigen lössreichen Böden, höher wachsende Gräser, die auf dem nährstoffreichen Boden besser gediehen, stellten eine starke Konkurrenz dar.

Drei biologische Stationen in den Kreisen Bonn/Rhein-Erft, Düren und Euskirchen

Im Sommer dürfte die Wiese ein dichtes und buntes Bild abgeben und von der Vielfalt der Blumen und Kräuter zeugen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verbund der drei Biologischen Stationen Kreis Bonn/ Rhein-Erft, Kreis Düren und Kreis Euskirchen für das Projekt „Lebensnetz Börde“ eingesät haben, sagte Peter Tröltzsch.

Ziel des „Lebensnetz Börde“ sei es, artenreiche Lebensräume in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft zu erhalten und neu zu schaffen, gefördert werde es mit 4, 5 Millionen Euro vom Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“. Lebensräume für Insekten, Feldvögel wie Grauammer und Rebhühner sowie weitere Tierarten gelte es außerhalb der Siedlungsbereiche aufzuwerten und zu vernetzen.

Biologische Vielfalt auf 265 Hektarn Fläche

Am Mittwoch zogen Stefan Meisberger und Rebecca Lindner von der Biologischen Station Kreis Euskirchen, Maike Guschal von der Biologischen Station im Kreis Düren, Dr. Susanne Lehmann in Vertretung des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ und Peter Tröltzsch eine Halbzeitbilanz im dritten Jahr des auf sechs Jahre angelegten Projektes.

256 Hektar Fläche, also 2,56 Quadratkilometer oder 329 Fußballfelder hätten bis jetzt aufgewertet werden können. Zu den Maßnahmen zählen die Biologen die Aussaat regionalen Saatgutes nach vorheriger maschineller Vorbereitung der Böden, sowie Heckenpflanzungen, angepasste Flächenbewirtschaftung mit blütenreichen Wegrainen und die Förderung strukturreicher Ackerflächen und artenreicher Fettwiesen des Tieflandes. Sie stellten Lebensräume für Wildbienen, Tagfalter, Heuschrecken und viele weitere vom Rückgang betroffene Arten dar.

Insekten profitieren von der Blütenvielfalt

Durch intensive Zusammenarbeit mit Landwirten, Privatpersonen, Vereinen und Verbänden, wie beispielsweise dem Erftverband, erstreckten sich jetzt die Flächen mosaikartig im Bereich der Zülpicher und Jülicher Börde zum Villerücken und Eifel bis hin zum Rand des Tagebaus Garzweiler. Insgesamt 580 Hektar sollen es werden.

Erste Erhebungen und Zählungen zeigten hoffnungsvolle Ergebnisse, wenn es auch für „echte Aussagen“ noch zu früh sei, erläuterte Rebecca Lindner. Viele der aufgewerteten Flächen wiesen eine bemerkenswerte Blütenvielfalt auf, von denen bereits einzelne Insektengruppen profitierten. Im Vergleich zum Vorjahr hätten höhere Zahlen von Tagfaltern und Wildbienenarten ermittelt werden können.

Zum jährlichen Treffen begutachteten die Biologen zusammen mit Projektbegleitern des „Lebensnetzes Börde“ die Fortschritte auf den blühenden Insektenwiesen. „Das war schon ein Anlass zum Feiern.“, schildern die Biologen. „Wir hatten ein gemeinsames, gutes vegetarisches Mittagessen“, beschrieb Rebecca Lindner.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Biologischen Station.