Entgegen der Ankündigung ist der Abschlag vom Vlattener Bach in den Zülpicher Wassersportsee noch nicht fertig. Aber die Arbeiten schreiten voran.
HochwasserschutzVlattener Bach fließt bei Zülpich-Lövenich vorübergehend im neuen Bett

Die Schwelle am Vlattener Bach ist fertig, die Treppe soll es den Mitarbeitern des Erftverbands später ermöglichen, zu dem Drosselbauwerk zu gelangen.
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Ende April sollte der Abschlag vom Vlattener Bach in den Zülpicher Wassersportsee fertig sein. Das hatte der Erftverband im Herbst vergangenen Jahres mitgeteilt. Dass der Termin nicht eingehalten wurde, ist nicht zu übersehen. Ebenso wenig aber auch, dass die Bauarbeiten voranschreiten. Die Schwelle entlang des Vlattener Bachs ist betoniert, daneben ragt eine Treppe in die Höhe. Der Vlattener Bach fließt nicht mehr in seinem normalen Bett, sondern ist umgeleitet.
Im Gerinne Richtung See sind Baufahrzeuge unterwegs. Kampfmitteluntersuchungen hätten die Arbeiten zeitweise zum Erliegen gebracht, heißt es vom Erftverband. Erst nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Freigabe erteilt hatte, konnte es weitergehen. Ein zweiter Faktor, der den Fortgang behinderte: das Wetter. Zwischenzeitlich sei der Boden so nass gewesen, dass keine Baufahrzeuge fahren, geschweige denn arbeiten konnten.
Die Betonteile des Sperrwerks in Zülpich stehen bereits
Der Vlattener Bach hat vorübergehend ein neues Bett bekommen, damit die Baufirma die Betonelemente errichten konnte. Wenn er zurückverlegt ist, wird er durch eine Lücke zwischen zwei Betonteilen fließen. Dort wird ein Drosselbauwerk eingesetzt, das den Abfluss regulieren soll. Die Wasserbauer sprechen von einem Schütz, einer Platte, die nach Bedarf in das fließende Wasser abgesenkt oder hochgezogen werden kann.
Über die Treppe gelangen die Mitarbeiter des Erftverbandes zu dem Wehr – um es zu verstellen oder auch für Wartungsarbeiten. Das provisorische Bachbett wird später wieder verfüllt, die Fläche soll in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Im Ernstfall soll das Wasser aus dem Vlattener Bach über die Betonschwelle und über die an dieser Stelle abgesenkte Fahrbahn strömen und von dort durch ein Gerinne Richtung See geleitet werden.
Der Grund dieses Grabens war bisher mit einer Erdschicht geschützt, damit dort Baufahrzeuge keinen Schaden anrichteten. Die Schicht werde jetzt abgetragen, erklären die Fachleute des Erftverbandes. Das Material wird verwendet, um südlich des Vlattener Bachs einen kleinen Damm aufzuschütten. Im Gerinne werden im nächsten Schritt Flussmatratzen verlegt. Das sind Matten, die Ufer und Boden stabilisieren. Darauf kommt eine Erdschicht, die eingesät wird.
Der Wassersportsee wird mit dieser Konstruktion gewissermaßen zum Regenrückhaltebecken. Er kann rund 800.000 Kubikmeter Wasser auffangen, das dann später kontrolliert wieder abgegeben wird. So soll verhindert werden, dass bei einer Starkregensituation der Rotbach, in den der Vlattener Bach mündet, noch einmal so große Schäden anrichtet.
