Das Schwimmbad in Kall macht Platz für den Urftauenpark. Die Gemeinde hat jetzt die Planung für den Neubau in Auftrag gegeben.
Platz für UrftauenparkIn Kall beginnt der Abriss des alten Schwimmbads

Das alte Schwimmbad in Kall wird abgerissen und die Fläche für den Urftauenpark genutzt.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Nach Angaben der Gemeinde Kall soll am Montag, 11. Mai, der Abriss des alten Schwimmbads beginnen. Anschließend soll dann mit dem ersten Bauabschnitt des neuen Urftauenparks begonnen werden.
Das Schwimmbad war bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 schwer beschädigt worden. Schlammwasser hatte den Keller und das Schwimmbecken überflutet und die Technik zerstört. Für weitere Zerstörungen sorgten Einbrecher im August 2022. Zuerst war eine Sanierung favorisiert worden. Später entschied sich die Politik dafür, das Gebäude abzureißen und die Fläche für den Urftauenpark zu nutzen.
„Der Abriss des Hallenbads wird aus Mitteln unseres Wiederaufbauplans finanziert. Parallel hierzu hat der Planungsprozess für das neue Hallenbad in der Auelstraße begonnen“, sagte der Kaller Projektleiter Wiederaufbau, Manfred Poth.
Für eine Schadstoffanalyse mussten 100 Proben genommen werden
„Im Vorfeld des Abrisses waren umfangreiche Voruntersuchungen des Gebäudekomplexes erforderlich“, berichtete Stefan Etten vom technischen Bauamt der Gemeinde. Zur Erstellung einer detaillierten Schadstoffanalyse des 1967 errichteten und 1980 erweiterten Gebäudes wurden bis zu 100 Proben entnommen, darunter auch zahlreiche Kernbohrungen. Darüber hinaus waren artenschutzrechtliche Untersuchungen notwendig.

Ortstermin im alten Schwimmbad aus dem Jahr 1967: Markus Auel (v.l.), Stefan Etten, Emmanuel Kunz und Ortsvorsteher Dieter Pütz.
Copyright: Gemeinde Kall/Alice Gempfer
Die Proben wurden anschließend im Labor ausgewertet und von einem Fachbüro in einem Gutachten zusammengefasst. Ziel war die Erstellung eines präzisen Schadstoffkatasters sowie eines darauf abgestimmten Abfallkonzepts. Etten erklärte: „Bei Abrissarbeiten gelten sehr strenge Vorschriften.“
Bei den Untersuchungen wurden vereinzelt schadstoffhaltige Baustoffe entdeckt. Der Rückbau gestaltet sich daher entsprechend anspruchsvoll. Die betroffenen Materialien werden durch Fachbetriebe auf Spezialdeponien entsorgt. Nicht schadstoffbelastete Materialien werden recycelt. Bei den anstehenden Abbrucharbeiten gelten strenge Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften. Damit sich die Beschäftigten nach Abschluss ihrer Arbeiten waschen können, wird ein Sanitärcontainer mit Wasch- und Duschmöglichkeiten aufgestellt.
Bevor der Bagger kommt ist in Kall viel Handarbeit beim Abriss gefragt
Das gesamte Abbruchprojekt wurde im Vorfeld eng mit allen Genehmigungsbehörden und dem Kreis Euskirchen als Aufsichtsbehörde abgestimmt. „Viel Handarbeit wird erforderlich sein, bevor die Abrissbagger anrollen können“, sagte Etten mit Verweis auf die Schwimmbadtechnik, die Lüftungs- und Heizungsanlage oder die komplette Verrohrung. Auch ein unterirdischer Öltank im Außenbereich müsse fachgerecht entsorgt werden. Die Teerdecke vor dem Schwimmbad soll komplett entfernt werden und die Parkplätze wegfallen. Die Abbrucharbeiten sollen rund drei Monate dauern.
Das wird eine grüne Oase mit hoher Aufenthaltsqualität im Herzen von Kall.
Im Anschluss wird mit dem ersten Bauabschnitt für den neuen Urftauenpark begonnen. Dort soll eine Park- und Freizeitfläche mit einem Rundweg, einem Wasserspielplatz an der Urft und einem Spielplatz entstehen, die bei Hochwasser auch als Überschwemmungsgebiet zur Verfügung steht. Dafür wird auch ein Schutzwall errichtet, der die Anwohner vor weiteren Überflutungsschäden schützen soll.
Der Park soll auch für die Kirmes- und die Maifeier genutzt werden. „Das wird eine grüne Oase mit hoher Aufenthaltsqualität im Herzen von Kall“, freut sich Bürgermeister Emmanuel Kunz. Rund drei Millionen Euro sind für den Urftauenpark veranschlagt.
Kall bekommt ein neues Schwimmbad in der Auelstraße
Das neue Schwimmbad und eine Turnhalle sollen in der Auelstraße errichtet werden. Die Aufträge für die Planung wurden laut Gemeinde unter anderem an das Stuttgarter Architekturbüro „4a Architekten“ vergeben. Die Kosten für das neue Bad waren im Jahr 2024 in einer Machbarkeitsstudie auf rund 6,2 Millionen für das Bad und 3,5 Millionen Euro für die Halle geschätzt worden.
„Das Hallenbad ist ein ganz besonderes Thema in Kall. Im alten Bad haben Generationen von Kallerinnen und Kallern schwimmen gelernt. Auch ich habe dort das ‚Seepferdchen‘ gemacht“, sagte der Bürgermeister. Es sei gut, dass es in Kall künftig wieder ein Schwimmbad geben werde – auch wenn mit der Fertigstellung leider erst 2029 zu rechnen sei.
Nach Angaben des Allgemeinen Vertreters von Bürgermeister Kunz, Markus Auel, soll zunächst der auf dem Grundstück der ehemaligen Grundschule gelagerte Materialberg beseitigt werden, um die Vorbereitungen für den Abriss der ehemaligen Turnhalle sowie die Errichtung des neuen Kombinationsbaus aus Hallenbad und Turnhalle zu ermöglichen.
