Rund drei Millionen Euro kostet der Urftauenpark in Kall, der bei Hochwasser als Überschwemmungsgebiet genutzt werden soll.
Grüne Oase am FlussuferArbeiten für den Urftauenpark in Kall sollen im Sommer beginnen

Die Visualisierung zeigt, wie der Urftauenpark aussehen soll. Im Vordergrund ist der Wasserspielplatz zu sehen.
Copyright: Weidinger Landschaftsarchitekten
Nun wird es ernst mit dem Urftauenpark in Kall, der den Ort grüner machen und die Urft für die Menschen erlebbarer machen soll. „Mitte Juni soll mit den Bauarbeiten begonnen werden“, erklärt Markus Auel, Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Emmanuel Kunz. Bis Ende 2027 müsse das Projekt abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei rund drei Millionen Euro. Die Gemeinde erhält für das Vorhaben eine 60-prozentige Förderung vom Land NRW. Die Abrisskosten für das alte Schwimmbad sind darin nicht enthalten. Sie sollen über den Wiederaufbau finanziert werden.

Das Areal an der Urft wurde seit der Flut als Lagerplatz für Baumaterialien und als Parkplatz genutzt. Das alte Schwimmbad (r.) wird abgerissen und die Fläche in den Park integriert.
Copyright: Wolfgang Kirfel
2019 war der Urftauenpark erstmals vorgestellt worden. In der Nähe des Ortszentrums sollte ein Naherholungsgebiet geschaffen werden, das bei einem Hochwasser auch als Überschwemmungszone genutzt werden kann. Die Gemeinde schrieb einen Wettbewerb aus, aus dem das Büro Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin als Sieger hervorging.
Planung musste nach der Flut modifiziert werden
Im Frühjahr 2021 sollte mit dem 1,4 Millionen Euro teuren ersten Bauabschnitt begonnen werden. Der zweite Abschnitt, in dem eine Klimaschutzsiedlung und ein Skaterpark vorgesehen waren, sollte dann 2023 folgen. Doch dann kam im Juli 2021 die Flut und es wurde still um das Projekt.
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„Wegen der Flut musste die Planung angepasst werden“, sagte Auel. Vorgesehen sei jetzt ein sogenannter robuster Landschaftspark, der auch bei einem erneuten Hochwasser nicht zerstört werde. Deshalb seien zum Beispiel einige ursprünglich vorgesehene Spielgeräte ausgetauscht worden. Die modifizierte Planung wurde im März vergangenen Jahres von der Politik beschlossen.
Der neue Plan beschränkt sich zunächst auf einen Teilbereich der ursprünglichen Fläche und erstreckt sich von der Brücke am Rewe bis zum alten Hallenbad. Aufgrund von Veränderungen bei den Rahmenbedingungen im zweiten Gebiet – unter anderem wurde die geplante Klimaschutzsiedlung gestrichen – wird über das Integrierte Handlungskonzept der Gemeinde nun nur der erste Abschnitt des Parks realisiert.
Fläche des alten Schwimmbads wurde einbezogen
Für den anderen Bereich mit den alten Milz-Hallen müssen noch Fördermöglichkeiten geklärt werden. Änderungen hatten sich zum Beispiel auch daraus ergeben, dass das neue Hallenbad nun in der Auelstraße errichtet wird und deshalb die Fläche des alten Bades mit überplant werden konnte. Die Grundzüge der Planung seien aber erhalten geblieben, so Auel.
„Wegen der Steigerung der Baukosten seit der Genehmigung kommen wir mit der ursprünglich vorgesehenen Summe nicht mehr hin. Deshalb haben wir uns mit dem Fördergeber darauf geeinigt, dass mit den drei Millionen nun erst einmal der erste Bauabschnitt umgesetzt wird“, berichtete Auel.
Die Planung sieht eine Park- und Freizeitfläche mit einem Rundweg, einem Wasserspielplatz an der Urft und einem Spielplatz vor. Der Park soll auch für die Kirmes- und die Maifeier genutzt werden. Früher hatte auf dem Platz neben dem Bad die Kirmes stattgefunden.
Mauer und Wall sollen Anlieger bei Hochwasser schützen
„Auch Veranstaltungen von Schulen oder Märkte sind denkbar“, sagte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Toiletten sind bislang nicht vorgesehen. Die Wege, die aus einer wassergebundenen Decke und zum Teil aus Pflaster bestehen, werden beleuchtet. „Damit wollen wir auch für Sicherheit sorgen“, so Auel.
Bei Hochwasser soll der Bereich auch als Schutz für die umliegenden Wohngebiete genutzt werden. „Aus diesem Grund ist eine Mauer und ein Wall vorgesehen. Die Wege in den Park werden mit Fluttoren geschützt“, erklärte Nicole Graf vom Bauamt der Gemeinde. Die Tore würden aber erst eingebaut, wenn der im zweiten Bauabschnitt vorgesehene Wall realisiert werde, der an den vorhandenen hinter dem Baugebiet Oben im Auel anschließe.
Für den Bauabschnitt muss laut Auel aber noch ein neuer Förderantrag gestellt werden. Weil der Bereich Teil des Interkommunalen Hochwasserschutzkonzeptes sei, müsse die Gemeinde warten, bis die Planung des Wasserverbands Eifel-Rur vorliege. Deshalb sei jetzt noch nicht absehbar, wann der zweite Abschnitt realisiert werden könne.
„Der Urftauenpark soll ein grünes Erholungsgebiet und ein Ort der Begegnung werden. Das war von den Kallern so gewünscht worden“, betonte Auel. Auch der Forderung, die Urft erlebbar zu machen, komme man mit dem Park nach.

